Jedes Jahr gibt es Möglichkeiten, mit einer Reise den Alltag der Frauen der verfolgten Kirche kennenzulernen und in persönlichen Begegnungen mehr über ihre Herausforderungen vor Ort zu erfahren. 

Als Gruppe von Frauen besuchen wir Frauen in Ländern mit Verfolgung.

Unsere nächste Frauenreise:  Juli 2021, Zentralasien

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Frauenreise Kolumbien (Oktober 2019)

Im Oktober 2019 reiste eine Frauengruppe nach Kolumbien. Im folgenden berichtet unsere Frauenverantwortliche von den eindrücklichen und unvergesslichen Begegnungen, die sie da erleben durften.

Während drei Tagen teilten wir das Leben mit vier indigenen Frauen und ihren Töchtern.  Die kulturellen Unterschiede zwischen uns Frauen waren enorm. Doch das gemeinsame Handarbeiten brach das Eis. Trotz Sprachbarriere kamen wir miteinander ins Gespräch. Von Tag zu Tag wurden die Gespräche offener. Unsere indigenen Glaubensschwestern leben sehr abgeschieden, weit weg in den Bergen. An Jesus zu glauben bedeutet für sie, viele Nachteile in Kauf zu nehmen. Trotzdem halten sie an Jesus fest.

Auf unserer Reise verbrachten wir auch einige Tage im Kinderzentrum El Hogar. Hier leben Kinder und Jugendliche, welche nicht bei ihren Eltern bleiben können. Einige gehören der indigenen Bevölkerung an. Stammesälteste zwingen gläubige Eltern, ihre Kinder an den okkulten Stammesriten teilnehmen zu lassen. Andere kommen aus Gebieten in denen die Guerilla und andere kriminellen Banden das sagen haben. Die Eltern der Jugendlichen  sind oft Pastoren, welche von den Guerillas bedroht werden.

Die Jugendlichen erhalten im El Hogar nicht nur eine gute Schulbildung, sondern sie können auch eine Berufsausbildung machen und lernen vieles über den christlichen Glauben. Die indigenen Jugendlichen sind für den Stamm ein grosser Segen, wenn sie gut ausgebildet zurückkommen. Auch die Jugendlichen aus den Guerillagebieten haben in ihrem Dorf bessere Chancen, wenn sie zurückkommen und selber ein Geschäft aufbauen können.

Claudia, ein Mädchen aus einem Stamm, kam mit 13 Jahren in die Schule. Da ihre Eltern aus dem Stamm vertrieben worden waren, weil sie an Jesus glaubten, konnte sie nie in die Schule gehen. So begann sie mit 13 Jahren in der ersten Klasse mit lesen und schreiben lernen. Sie hat ihre Chance genutzt. Pro Jahr absolvierte sie gleich zwei Schuljahre und plant jetzt, an die Uni zu gehen um Ärztin zu werden. Sie möchte ihrem Stamm ganz praktisch helfen und gleichzeitig das Evangelium bringen.

Während der ganzen Reise sangen wir mit den Frauen und später mit den Jugendlichen immer wieder das Lied „Ich bin entschieden zu folgen Jesus“.  Es war ein Vorrecht ihnen trotz Sprachbarrieren dienen zu dürfen. Doch letztlich waren wir es, die beschenkt wurden. Ihr kompromissloses Nachfolgen wurde uns zur Ermutigung und Stärkung.