Bangladesch
Flagge
Regierungschef
Hasina Wajed
Bevölkerung
169 775 000
Christen
903 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Parlamentarische Demokratie


Überblick

Seit 2015 hat die Regierung autoritäre Maßnahmen ergriffen: Oppositionelle werden verhaftet, mit absurden Vorwürfen überhäuft und verurteilt. Die Regierung schränkt die Meinungsfreiheit ein und überwacht die Zivilgesellschaft. Die Sicherheitskräfte lassen Menschen verschwinden oder verhaften sie willkürlich. Die Regierung tut sich schwer, die erstarkenden radikalen Islamisten zu bekämpfen. Christen sind einem großen Druck ausgesetzt, sowohl öffentlich als auch privat. Die Gesellschaft islamisiert sich zusehends. Islamistische Extremisten greifen alles an, was das Christentum repräsentiert. Die aktiveren evangelischen Kirchen sind einem größeren Druck ausgesetzt als die traditionellen Kirche wie z.  B. die römisch-katholische Kirche. Evangelische Christen werden attackiert und erhalten Morddrohungen. 

Das Christentum erreichte Bangladesch im 16. Jh., als Missionare portugiesische Kaufleute begleiteten und begannen, Gemeinden zu gründen. Mit dem englischen Missionar William Carey kam 1793 der erste Protestant ins Land. Carey übersetzte die Bibel ins Bengali, ließ Zeitungen und Zeitschriften drucken und prägte das heutige Schulsystem.

Zur Situation der Christen

Die Hälfte der Christen ist römisch-katholisch, die andere Hälfte setzt sich aus einer großen Anzahl protestantischer Konfessionen zusammen. Es gibt auch eine kleine Gemeinschaft von Konvertiten aus anderen Religionen.

Muslime, Hindus oder Mitglieder indigener Gemeinschaften, die zum Christentum konvertierten, werden am meisten verfolgt. Sie treffen sich heimlich in kleinen Gruppen in Privathäusern oder an geheimen Orten. Evangelische Christen werden verfolgt, weil sie ihren Glauben frei äußern wollen. Selbst Mitglieder der traditionellen Kirchen werden zunehmend Opfer von Überfällen und Morddrohungen. Indigene Christen wie die Santal sind als ethnische und religiöse Minderheit doppelt verwundbar. Christen der Rohingya aus Myanmar werden von ihrer Gemeinschaft schikaniert. Dies gilt auch für die Hmong-Christen, die bei den Islamisten ins Visier geraten.

Beispiele der Verfolgung 
  • 31. Mai 2020 – Während Shilpi (30) und ihre 5-jährige Tochter Supria in ihrem Zimmer schliefen, warf jemand eine selbstgebaute Bombe durch ein offenes Fenster. Mutter und Kind erlitten so schwere Verbrennungen, dass sie ein paar Tage später verstarben.
  • März 2020 – Pastor Sirajul informiert die Polizei über Drohungen, die gegen ihn erhoben wurden. Am nächsten Tag sucht eine Gruppe Männer ihn bei sich zuhause auf, aber ohne Erfolg. Am Abend erhielt er einen neuen Anruf, der ihn einschüchtern sollte, seine christlichen Aktivitäten einzustellen oder er würde dafür bezahlen.
Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Drei Gründe erklären den Anstieg Bangladeschs im Weltverfolgungsindex: die zunehmende Gewalt, einschließlich Mord, gegen christliche Rohingya-Flüchtlinge, die Angriffe auf 90 Kultusstätten, besonders in Gebieten der Stammesminderheiten; und drittens eine allgemeine Zunahme der Diskriminierung und Intoleranz gegenüber Konvertiten.

Wichtigster Mechanismus der Verfolgung

Islamischer Extremismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
31
Rang im letztjährigen Index: 
38