China
Flagge
Regierungschef
Xi Jinping
Bevölkerung
1 420 062 000
Christen
97 200 000
Hauptreligion
Traditioneller chinesischer Glaube / Atheismus
Staatsform
Kommunistisches Einparteiensystem


Überblick

Präsident Xi Jinping hat seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 eine (neben anderen) politische Priorität: Religion und Glaube mit der sozialistischen Gesellschaft Chinas zusammenführen. In der Praxis führte dies zu einer drastischen Einschränkung der Meinungsfreiheit und zu einem verstärkten Druck auf die Christen, sich der Parteilinie unterzuordnen.  
 

Die Situation der Christen 

  • Die Kirchen in China lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die bei den Behörden registrierten und die nicht-registrierten Gemeinden. Letztere teilen sich in viele verschiedene Konfessionen auf. Es gibt auch Christen mit einem muslimischen Hintergrund in der Provinz Xinjiang und Christen im Tibet buddhistischer Herkunft. Wird ihr Glaube offenbar, besteht die Gefahr, dass sie bedroht, körperlich misshandelt und den örtlichen Behörden übergeben werden. 
  • Die Situation der Christen verschlimmert sich. Alle Kirchen gelten als Bedrohung, weil sie nicht in das Konzept der chinesischen Identität passen, auf das sich Behörden stützen, um an der Macht zu bleiben. Die neuen religiösen Vorschriften aus dem Jahr 2018 und eine strengere Durchsetzung derselben als früher schränken die Ausübung des Glaubens ernstlich ein. 
  • Der ersten Spuren des Christentums stammen aus einer Inschrift aus dem Jahr 635. Unter der Ming-Dynastie war das Christentum verboten. Die Katholiken erreichten China im 16. Jh., die Protestanten im frühen 19. Jh. Während der kommunistischen Ära war jede religiöse Aktivität verboten, aber das Christentum überlebte in jener Zeit und nimmt seither in außergewöhnlicher Weise zu. 
     

Beispiele der Verfolgung 

  • 20. März 2019 – Das Büro für ethnische und religiöse Angelegenheiten in Guangzhou (Kanton) gibt eine «Anweisung» heraus, die die Bürger ermutigt, mögliche «illegale religiöse Aktivitäten» zu melden, einschließlich heimlicher Treffen, das Lesen des Katechismus oder Begegnungen mit ausländischen Missionaren. Bürger, die solche Informationen weitergegeben, erhalten zwischen 3000 und 10 000 Yuan (das sind etwa 396 bis etwas über 1300 €). 
  • 16. Dezember 2018 – Die 5000 Mitglieder zählende Rongguili-Kirche in Guangzhou musste nach dem Eingreifen von etwa 60 Polizisten und Vertretern für religiöse Angelegenheiten ihre Türen schließen. Hunderte von Bibeln und Gegenständen sowie die Mobiltelefone der Gläubigen wurden beschlagnahmt. 
  • 9. Dezember 2018 – Hundert Glaubensgeschwister der 750 Mitglieder zählenden Early Rain Covenant Church in Chengdu (Provinz Sichuan) wurden befragt. Pastor Wang Yi und 10 Kirchenführer blieben in Haft.  
     

Andere religiös verfolgte Gruppen 

Muslime und Buddhisten, Falun Gong 
 

Das «Gesicht» der Verfolgung 

  • Wir beobachten einen zunehmenden Druck in allen Lebensbereichen, genährt durch die landesweite Umsetzung der neuen religiösen Gesetze der Partei. Dieser Druck lastet auf allen Kirchen, sowohl auf den anerkannten als auch auf den inoffiziellen. Die Gewalt äußert sich in Kirchenschließungen, Verhaftungen und der sogenannten «Umerziehung» von Christen.  
  • Die Situation der Christen stellt sich allerdings in den verschiedenen Regionen des riesigen chinesischen Territoriums sehr unterschiedlich dar. Dennoch nimmt die allgemeine Religionsfreiheit ab, auch für die anerkannten Kirchen. Die größte Verfolgung erleben nach wie vor Konvertiten vom Buddhismus im Tibet oder Konvertiten vom Islam in Xinjiang.  
     

Hauptmechanismen der Verfolgung 

Kommunistische Unterdrückung, Totalitarismus 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
23
Rang im letztjährigen Index: 
27