Iran
Flagge
Regierungschef
Ali Chamene’i
Bevölkerung
82 821 000
Christen
800 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Republik


Überblick

Die islamische Republik Iran ist ein autoritäres Regime. Sie wird von Hassan Rohani angeführt, der trotz seines Rufs als Reformer nichts tut, um die politische, soziale oder religiöse Freiheit zu gewährleisten. Stattdessen herrschen willkürliche Verhaftungen und unfaire Gerichtsverfahren. Für die Behörden gilt alles, was aus dem Westen kommt, als Bedrohung.
 

Die Situation der Christen

  • Die iranische Kirche besteht aus historischen Kirchen (armenische und assyrische), ehemaligen muslimischen Konvertiten und nicht-traditionellen Gemeinschaften wie evangelischen Protestanten. Die traditionellen Kirchen werden vom Staat anerkannt und geschützt, aber ihre Mitglieder als Bürger zweiter Klasse behandelt.
  • Christen muslimischer Herkunft sind die am stärksten Betroffenen, besonders von der Regierung werden sie verfolgt. Sie wirft den Christen vor, dass sie vom Westen bezahlt werden und die islamische Kultur des Landes untergraben. Christliche Leiter werden verhaftet, vor Gericht gestellt und zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt, wegen «Gefährdung der nationalen Sicherheit».
  • Christliche Gemeinden gibt es im Iran seit dem ersten Jahrhundert nach Christus. Sie verschwanden im 7. Jhd. mit der Ankunft des Islam fast völlig, haben aber trotzdem bis zum heutigen Tag überlebt. Protestantische Missionare kamen im 18. und 19. Jh. ins Land. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der zum Christentum übergetretenen Muslime so stark zugenommen, dass die Regierung Maßnahmen (Überwachung, Verhaftungen, Drohungen usw.) ergriff, um diese Entwicklung einzudämmen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 13. November 2019 – Der Berufungsprozess von 5 ehemaligen Muslimen wird verschoben. Den Konvertiten drohen Haftstrafen zwischen 5 bis 15 Jahren. Es handelt sich dabei um 3 Verfahren, die die Familie des assyrischen Pastors Victor Bet-Tamraz und seiner Frau Shamiram Issavi Khabizeh betreffen. Der Pastor wurde während einer Weihnachtsfeier im Jahr 2014 verhaftet. Beide werden sie seit 2009 schikaniert und drangsaliert.
  • 13. Oktober 2019 – Zu Beginn des Jahres wurden 9 Christen muslimischer Herkunft wegen «Untergrabung der Staatssicherheit» zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Indem der Richter einige von ihnen als «Abtrünnige» bezeichnete, offenbarte er den wahren Vorwurf: ihre Bekehrung zum Christentum. Sie sind alle Mitglieder einer Gemeinde in Rascht, deren Pastor Youcef Nadarkhani im Juli 2017 zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
  • Dezember 2018 – Weniger als einen Monat vor Weihnachten wurden im ganzen Land 114 Christen verhaftet. Ihre Inhaftierung dauerte von ein paar Stunden bis zu einigen Tagen. In den letzten beiden Monaten des Jahres 2018 wurden insgesamt 256 Gläubige verhaftet.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Bahai, sunnitische Muslime und Sufis
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

Der besonders hohe Druck im zivilen und kirchlichen Leben zeigt, dass die Verfolgung vor allem von der Regierung ausgeht. Christen ethnischer Minderheiten dürfen ihren Glauben oder die Gottesdienste nicht offen in persischer Sprache ausdrücken. Konvertiten aus dem Islam werden verhaftet, verhört, manchmal gefoltert und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Trotz großer staatlicher Kontrolle können sich Christen in den Städten leichter treffen als auf dem Land, wenn auch im Verborgenen.
 

Empfehlungen für die Politik

  • Freilassung von Christen, die zu Dutzenden wegen ihres Glaubens inhaftiert werden,
  • Rückgabe von beschlagnahmten Kirchen und religiösem Material,
  • Anerkennung des Rechts jedes Einzelnen, seine Religion zu wechseln.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
9
Rang im letztjährigen Index: 
9