Marokko
Flagge
Regierungschef
Mohammed VI
Bevölkerung
37 071 000
Christen
31 500
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Rechtsstaatliche Monarchie


Überblick

Marokko ist eine parlamentarische Monarchie, in welcher der König sowohl das politisches wie auch das religiöses Oberhaupt ist. Das Land hat mehrere internationale Verträge ratifiziert, in denen es sich zur Achtung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit verpflichtet. Die marokkanische Gesetzgebung genießt jedoch Vorrang vor diesen Verträgen. Religiöse Minderheiten werden diskriminiert. Das marokkanische Strafgesetz stellt die sogenannte «Untergrabung des Glaubens von Muslimen» unter Strafe. Christen sind daher ständig auf der Hut, damit ihre Worte nicht gegen sie verwendet werden können. Das hindert sie daran, über ihren Glauben zu sprechen und schränkt auch die Aktivitäten der Kirchen in ihren Wohnvierteln ein. Zusätzlich von ihren Familien verfolgt werden Christen muslimischer Herkunft.

In Marokko lebten bereits zur Zeit des Römischen Reiches Christen. Mit der Ankunft des Islam im 7. Jh. wurden sie zum Übertritt zum Islam gezwungen. Im 19. Jh., Marokko war eine französische Kolonie, ließ sich die katholische Kirche im Land nieder, 1912 ergänzt durch den Protestantismus.

Zur Situation der Christen

Jeder Christ, der über seinen Glauben spricht, macht sich strafbar. In Marokko kommen mehrere christliche Konfessionen vor. Die größte ist die katholische Kirche. Weiter gibt es eine Gemeinschaft von marokkanischen Christen mit muslimischem Hintergrund. Besonders in den Großstädten gibt es viele Gemeinden aus Einwanderern. Eingewanderte Christen stehen unter Beobachtung und riskieren die Abschiebung, wenn sie dieses Gesetz brechen. Diejenigen, die die Rechte der Christen verteidigen, geraten ins Fadenkreuz radikaler Islamisten. Das Gesetz bestraft missionarische Aktivitäten, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, Druck auf Christen mit muslimischem Hintergrund auszuüben: der Entzug des Erbrechts und des Sorgerechts für die eigenen Kinder, das Verbot, den Kindern christliche Namen zu geben, das Verbot, sich nach christlichem Ritus begraben zu lassen. Christen mit einem muslimischen Hintergrund werden innerhalb ihrer Großfamilie oft noch das Opfer von körperlichem oder gar sexuellem Missbrauch. Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen in Kirchen sind nicht erlaubt. In ländlichen Gegenden kommt es zusätzlich zu Schikanen und Nachstellungen durch die lokalen Behörden.

Beispiel der Verfolgung

März 2020 – Eine konvertierte Christin wurde von ihrem Ehemann aus dem Haus gejagt, weil er sich wegen ihrer religiösen Überzeugungen von ihr scheiden lassen wollte.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Der extreme Druck im kirchlichen Leben rührt von den Einschränkungen her, welche die ausländischen Christen im Land erleben, wenn ihr Glaube ersichtlich ist, und von den Schwierigkeiten für Konvertiten, sich zum Gottesdienst zu versammeln. Die hohe Punktzahl in Bezug auf das Familienleben bezieht sich in erster Linie auf die Konvertiten. 

Wichtigster Mechanismus der Verfolgung

Islamischer Extremismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
27
Rang im letztjährigen Index: 
26