Mali
Flagge
Regierungschef
Ibrahim Boubacar Keïta
Bevölkerung
19 689 000
Christen
461 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Die unheilvolle Anwesenheit islamistischer Gruppen wie Al-Kaida oder Islamischer Staat im Norden des Landes und die Unfähigkeit des malischen Staates, die Sicherheit seiner Bewohner zu gewährleisten, hat die Bevölkerung veranlasst, eigene Selbstverteidigungsmilizen zu bilden. Französische Streitkräfte haben zwar im Jahr 2013 interveniert, um den dschihadistischen Vormarsch aus dem Norden abzuwehren, doch die Region ist zu einem Hort für Terroristen geblieben. 
 

Die Situation der Christen 

  • Die Mehrheit der Christen ist römisch-katholisch und lebt hauptsächlich im Süden des Landes. Einige Gemeinschaften werden durch die Aktivitäten radikaler Islamisten aus dem Norden Malis bedroht.  
  • Die Islamisten, die im Jahr 2012 die Kontrolle über den Norden übernahmen, brannten Kirchen nieder und vertrieben Christen. Tausende verloren dadurch Heim und Hof und leiden noch heute darunter. Rückkehrer leben unter Polizeischutz. Wer seinen Glauben offen praktiziert, setzt sich dem Risiko aus, angegriffen zu werden. Dschihadisten entführen Missionare und verfolgen Christen, die einen muslimischen Hintergrund haben.  
  • Die ersten Christen, die nach Mali kamen, waren 1895 die sogenannten «weißen Väter» einer katholischen Mission. Im Jahr 1936 wurde der erste afrikanische Priester geweiht und 1962 der erste malische Bischof. Protestantische Christen erreichten Mali erst im Jahr 1919. 
     

Beispiele der Verfolgung 

  • 9. und 10. Juni 2019 – Das Dorf «Sobane Da» nahe der Stadt Sanga in der Region Mopti in Zentralmali, wird von rund 50 bewaffneten Männern angegriffen. 102 Christen, alles Katholiken, werden getötet. Unter den Opfern befinden sich mehrere Dutzend Kinder. Es wird vermutet, dass die Angreifer der Volksgruppe der Peul angehören, während das angegriffene Dorf von der Volksgruppe der Dogon bewohnt wird. 
  • Im März 2019 – Nach Angaben der Vereinten Nationen töteten bei einem Angriff auf ein Dorf im Zentrum Malis bewaffnete, als traditionelle Jäger verkleidete Männer 134 Menschen, darunter Frauen und Kinder. Die meisten der Opfer waren Christen. 
     

Andere religiös verfolgte Gruppe 

Animisten 
 

Das «Gesicht» der Verfolgung 

  • Die Dschihadisten haben ihre Angriffe intensiviert und damit rechtsfreie Gebiete geschaffen, womit das Land für Christen gefährlich wird. Auch die Gewalt in der malischen Gesellschaft, in der sich ethnische und clanbezogene, religiöse und politische Zugehörigkeiten überlappen, hat einen neuen Höhepunkt erreicht. 
  • Die Gebiete, in denen Dschihadisten und Fulani-Hirten (Peul) aktiv sind, ist die Verfolgung besonders intensiv. Dies trifft im Wesentlichen auf den Norden und Nordosten des Landes zu sowie einige wenige Orten im Süden. 
     

Hauptmechanismen der Verfolgung 

Islamischer Extremismus und ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
29
Rang im letztjährigen Index: 
24