Nigeria
Flagge
Regierungschef
Muhammadu Buhari
Bevölkerung
200 962 000
Christen
93 791 000
Hauptreligion
Christentum / Islam
Staatsform
Bundesrepublik


Überblick

Das Land wird durch ethnische und religiöse Unterschiede zerrissen, zwischen einem muslimischen Norden, in dem mehrere Staaten der Scharia unterliegen, und einem christlichen und animistischen Süden. Die Feindseligkeiten zeigen sich besonders im Zentralgürtel Nigerias, wo muslimische Fulani-Hirten christliche Bauern angreifen. Auch die Islamisten von Boko-Haram, obwohl in den Nordosten zurückgedrängt, bleiben eine Bedrohung für das Land.
 

Die Situation der Christen

  • Es gibt zahlreiche Kirchen und Konfessionen in Nigeria. 65% der Christen sind protestantisch und 26% katholisch. Im Süden des Landes genießen die Christen Religionsfreiheit, aber im Norden und im Zentralgürtel leiden sie unter schweren Misshandlungen durch islamische Extremisten. Boko-Haram im Nordosten und die Fulani-Hirtennomaden im zentralen Gürtel lassen sie schrecklich leiden. Christen werden angegriffen, verwundet und getötet, ihr Eigentum zerstört und Christen damit ihrer Einkommensquelle beraubt. In den 12 nördlichen Staaten, die der Scharia unterliegen, sind Christen Bürger zweiter Klasse. Christen muslimischer Herkunft sehen sich in ihren Familien einem großen Druck ausgesetzt.
  • Mit portugiesischen Siedlern, die sich im 15. und 16. Jh. an der Atlantikküste niederließen, hielt der Katholizismus Einzug. Im 19. Jh. evangelisierten befreite Sklaven die Bevölkerung. Erster anglikanischer Pastor wurde der Nigerianer Samuel Adjai Crowther.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 29. April 2019 – Dschihadisten der Boko-Haram umzingeln das christliche Dorf Kuda im Bundesstaat Adamawa. Sie töten die Dorfbewohner und setzen ihre Häuser in Brand. Am nächsten Tag greifen sie erneut an, als die Überlebenden ihre Opfer begruben. Bei beiden Angriffen werden dreißig Menschen getötet.
  • April 2019 – Im Bundesstaat Nassarawa töten Fulani-Hirten am Palmsonntag 17 Menschen bei einer Taufzeremonie. Am Karfreitag werden im Bundesstaat Benue 11 Gläubige in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Im Bundesstaat Gombe tötet ein Zivilschutzbeamter während einer Prozession am Ostersonntag 13 Jugendliche.
  • 19. Februar 2019 – Es ist der erste Jahrestag der Entführung von Leah Sharibu. Das nun 16 Jahre alte Mädchen wurde von Boko-Haram in Dapchi, im Zentrum des Landes, entführt. Sie bleibt Sklavin der Dschihadisten, da sie sich weigert, ihrem christlichen Glauben abzuschwören.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Schiitische Muslime und Zeugen Jehovas
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

Auch in diesem Jahr ist die Gewalt gegen nigerianische Christen erbarmungslos: Morde, körperliche Angriffe und Zerstörung oder Diebstahl von Eigentum. Im Zentralgürtel werden sie von Hirten der Peul (oder Fulani), die ihr Land besetzen wollen, getötet oder vertrieben. In den 12 Staaten, die die Scharia eingeführt haben, sind sie Bürger zweiter Klasse.
 

Empfehlungen für die Politik

  • Auftrag an die Menschenrechtsabteilung der Armee, um die Vorkommnisse im Middle Belt zu untersuchen,
  • Kampf gegen Boko-Haram und gegen die Radikalisierung der Gesellschaft,
  • Fortsetzung der Bemühungen um die Freilassung von Geiseln (insbesondere von Leah Sharibu und den Mädchen von Chibok),
  • Umsetzung der Politik einer Entradikalisierung, das in Partnerschaft mit NGOs,
  • die Gewährleistung, dass die Bestimmungen des ECOWAS-Übereinkommens über Kleinwaffen und leichte Waffen umgesetzt werden.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Christenverfolgung

Rang im Index: 
12
Rang im letztjährigen Index: 
12