Oman
Flagge
Regierungschef
Haitham ibn Tariq
Bevölkerung
5 150 000
Christen
185 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Absolute Monarchie


Überblick

Das Sultanat Oman besitzt eine strategische und geopolitisch entscheidende Position. Über die Hälfte der Bevölkerung ist arabisch, der Islam ist Staatsreligion und die Gesetzgebung basiert auf der Scharia. Die Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit ist begrenzt, die Religionsfreiheit ist nur im Einklang der öffentlichen Moral und der Sitten des Landes statthaft. Alle Bürger sind per se Muslime, Staatsreligion ist der Islam und die Gesetzgebung beruht auf der Scharia. Alle religiösen Organisationen müssen sich bei den Behörden registrieren lassen. Das Ausmaß der Verfolgung ist unterschiedlich groß, je nachdem, ob ein Christ eine ausländische Herkunft hat und im Land arbeitet, oder ob er ein Einheimischer ist, der zum Christentum konvertiert e. In beiden Fällen werden sie als Christen genau überwacht.

Das Christentum hatte im Jahr 1507 ein kurzes Zwischenspiel durch Portugiesen. Protestantische Missionare, die von der reformierten Kirche der USA unterstützt wurden, errichteten im Jahr 1889 in der Hauptstadt ein Krankenhaus. Im Jahr 1841 ließen sich Katholiken in der Region nieder, und 1977 wurde die erste katholische Kirche in der Hauptstadt Muscat gebaut.

Zur Situation der Christen

Die meisten Christen sind Einwanderer und stammen von den Philippinen, aus Indien und westlichen Ländern. Sie leben in großen Städten wie Muscat, Sohar und Salalah. Ausländische Christen genießen eine gewisse Religionsfreiheit, sofern ihre Aktivitäten an den dafür bestimmten Orten stattfinden und die Gläubigen nicht mit Muslimen in Kontakt treten. Die Lokalitäten sind allerdings so klein, dass sie nicht allen Denominationen zur Verfügung stehen können. Die Regierung verhängt Beschränkungen für ihre Versammlungen und überwacht sie genau, um sicherzustellen, dass nichts Politisches stattfindet und auch keine Omaner teilnehmen.

Alle religiösen Organisationen müssen sich offiziell bei den Behörden registrieren lassen. Christen muslimischer Herkunft werden von ihren Familien und der Gesellschaft unter Druck gesetzt, dem christlichen Glauben abzuschwören. Sie werden aus dem Haus geworfen und riskieren den Verlust ihres Arbeitsplatzes, das Sorgerecht für die Kinder oder ihre Erbberechtigung.

Die Gesellschaft ist nach wie vor von der Stammeskultur geprägt. Der Stamm trägt zur sozialen und familiären Kontrolle bei, besonders in ländlichen Gebieten. Größere Städte wie beispielsweise Muscat bieten Konvertiten den Luxus einer gewissen Anonymität.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären 

Die Regierung hat ihre Überwachung der Christen und deren Aktivitäten intensiviert. Dadurch ist der Druck im täglichen Leben gestiegen. Der Übertritt vom Islam zum Christentum wird nicht kriminalisiert, weil er vom Staat einfach nicht anerkannt wird: Denn der Konvertit bleibt weiterhin Muslim, muss nach islamischem Ritus heiraten und seine Kinder den islamischen Unterricht gemäß Lehrplan besuchen lassen und die Ritualien mit ihnen einüben. Ein Übertritt zum Christentum führt zur sozialen Ächtung und zum Verlust jeder sozialen Absicherung durch die Familie. Das erklärt den hohen Wert in der Sphäre Privat- und Familienleben der Konvertiten.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
44
Rang im letztjährigen Index: 
42