Weltverfolgungsindex 2021

Nicht alleine und nicht vergessen

Projekt Index Top 10

Stehen Sie mutigen Christen an den gefährlichsten Orten der Welt bei!

Nordkorea

Entdecken Sie die Geschichte des Gefangenen 42.

28 Tage Gebete

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Der Weltverfolgungsindex ist eine Liste von 50 Ländern, die nach dem Ausmass der Christenverfolgung klassifiziert sind. Jedes Land verfügt über eine eigene Seite, die das Profil sowie alle Artikel und Informationen zum betreffenden Land enthält.

Die aktuelle Weltverfolgungsindex können Sie hier im PDF-Format herunterladen : Weltverfolgungsindex 2021
 

  

  Land  

TOTAL   

  01  

  Nordkorea  

  94  

  02  

  Afghanistan  

  94  

  03  

  Somalia  

  92  

  04  

  Libyen  

  92  

  05  

  Pakistan  

  88  

  06  

  Eritrea  

  88  

  07  

  Jemen  

  87  

  08  

  Iran  

  86  

  09  

  Nigeria  

  85  

  10  

  Indien  

  83  

  11  

  Irak  

  82  

  12  

  Syrien  

  81  

  13  

  Sudan  

  79  

  14  

  Saudi-Arabien  

  78  

  15  

  Malediven  

  77  

  16  

  Ägypten  

  75  

  17  

  China  

  74  

  18  

  Myanmar (Burma)  

  74  

  19  

  Vietnam  

  72  

  20  

  Mauretanien  

  71  

  21  

  Usbekistan  

  71  

  22  

  Laos  

  71  

  23  

  Turkmenistan  

  70  

  24  

  Algerien  

  70  

  25  

  Türkei  

  69  

  26  

  Tunesien  

  67  

  27  

  Marokko  

  67  

  28  

  Mali  

  67  

  29  

  Katar  

  67  

  30  

  Kolumbien  

  67  

  31  

  Bangladesch  

  67  

  32  

  Burkina Faso  

  67  

  33  

  Tadschikistan  

  66  

  34  

  Nepal  

  66  

  35  

  Zentralafrikanische Rep.  

  66  

  36  

  Äthiopien  

  65  

  37  

  Mexiko  

  64  

  38  

  Jordanien  

  64  

  39  

  Brunei  

  64  

  40  

  Kongo (DRK)  

  64  

  41  

  Kasachstan  

  64  

  42  

  Kamerun  

  64  

  43  

  Bhutan  

  64  

  44  

  Oman  

  63  

  45  

  Mosambik  

  63  

  46  

  Malaysia  

  63  

  47  

  Indonesien  

  63  

  48  

  Kuweit  

  63  

  49  

  Kenia  

  62  

  50  

  Komoren  

  62  

Die Karte zum Weltverfolgungsindex gibt Ihnen einen Überblick über die Länder, in welchen die Situation für Christen derzeit am schlimmsten ist.

Die aktuelle Weltverfolgungskarte können Sie hier im PDF-Format herunterladen: Weltverfolgungskarte 2021

Die globale Coronavirus-Pandemie hat die systemische Diskriminierung, Ungleichbehandlung und Verfolgung, der allein in den 50 führenden Ländern des Weltverfolgungsindex 309 Millionen Christen ausgesetzt sind, verdeutlicht und verschärft. Dies ist einer der Haupttrends im Weltverfolgungsindex 2021, der jüngsten jährlichen Erhebung von Ländern zur Überwachung der Christenverfolgung.

Dieses Jahr weisen erstmals alle Länder der Top 50 ein mindestens «sehr hohes» Mass der Verfolgung auf; in den Top 12 ist das Ausmass gar «extrem». Nordkorea ist zum 20. Mal in Folge das Land, in dem es sich als Christ am schlechtesten lebt. Diese Trends prägten den Weltverfolgungsindex 2021.

 «In einer Welt, in der die Verfolgung von Christen unerbittlich zunimmt, nicht zuletzt wegen der Restriktionen aufgrund des Coronavirus, ist die gute Nachricht für Christen, dass sie nie allein sind, weil Gott bei ihnen ist, wegen der weltweiten Gebete für sie und weil sich die Menschen, die an Religionsfreiheit glauben, verstärkt für sie einsetzen.»
Dan Ole Shani, CEO Open Doors International

Insgesamt weisen 74 Länder ein extremes, sehr hohes oder hohes Mass an Verfolgung auf. Mindestens 340 Millionen Christen oder 1 von 8 Christen weltweit sind davon betroffen.

Weltweit: COVID-19 verschärft bestehende strukturelle Verwundbarkeit

Die Pandemie hat die bestehende soziale, wirtschaftliche und ethnische Verwundbarkeit von Millionen von Christen weltweit aufgezeigt und verschärft. Sie scheint ein Katalysator dafür zu sein, dass bisher oft verdeckte Haltungen der Unterdrückung zum Vorschein kommen.

In Indien berichteten 80 % der mehr als 100’000 Christen, die von unseren Partnern Hilfe erhielten, dass sie von staatlichen Lebensmittelverteilstellen weggeschickt wurden. Einige liefen kilometerweit und verheimlichten ihre christliche Identität, um anderswo Essen zu bekommen. Eine 2017-2018 durchgeführte Regierungsumfrage ergab, dass die Arbeitslosigkeit unter Christen grösser ist als unter anderen religiösen Gruppen. So führte der Ausschluss von grösstenteils staatlichen Lebensmittelhilfen dazu, dass ganze Gemeinschaften Not leiden. Auch in anderen, meist asiatischen Ländern wurde Christen in ländlichen Gebieten Hilfe verweigert.

Einige Christen waren wegen der Pandemie weniger unter Druck, an örtlichen Ritualen teilzunehmen. Die meisten sagten jedoch, dass die Ausgangssperren sie mit denen zu Hause einschlossen, die ihrem Glauben am feindlichsten gegenüberstehen. Frauen und Kinder waren davon am stärksten betroffen. In den Ländern der Top 10 stieg die Zahl der Frauen, die über psychische Gewalt sowie über den Kontaktverlust zu ihren Glaubensgenossinnen klagten.

Berichte von Entführungen, gewaltsamen Bekehrungen und Zwangsheiraten von Frauen und Mädchen haben zugenommen. Ein typischer Fall ist der der gläubigen Christin Rania Abdel-Masih in Ägypten, eine 39-jährige Mutter von drei Töchtern, die sich für ein bekanntes christlich-muslimisches Projekt als Freiwillige engagierte. Nachdem sie im April auf dem Weg zu ihrer Schwester verschwunden war, tauchte sie in mit der Muslimbruderschaft in Verbindung stehenden Internetvideos auf, auf denen sie einen Niqab trug und sagte, sie sei seit 9 Jahren Muslima. Sie sah ängstlich aus und sprach eindeutig unter Zwang. Drei Monate später, nach Medienberichten und der Diplomatie der koptischen Kirche, konnte sie zu ihrer Familie zurückkehren und bestand darauf, dass sie nie zum Islam konvertiert sei.

Afrika: Islamistische Miliz nutzt COVID-19-Beschränkungen aus

In ganz Subsahara-Afrika war die Kirche mit bis zu 30% mehr Gewalt konfrontiert als im vergangenen Jahr. Dschihadisten und Milizen nutzen das Versagen schwacher Regierungen aus. In Nigeria, das zum ersten Mal unter den Top 10 ist, wurden mehrere hundert meist christliche Dörfer besetzt oder von bewaffneten Fulani-Hirten überfallen.

Boko Haram und seine Splittergruppe, der Islamische Staat in Westafrika, waren für etwa 400 Gewaltangriffe im Norden Kameruns verantwortlich, von denen 234 gegen Zivilisten gerichtet waren.

Ein Beamter des UNHCR sagte, die zentrale Sahelzone – Mali, Burkina Faso und Niger – sei das Epizentrum der weltweit am schnellsten wachsenden Vertreibungskrise. In Burkina Faso, das bis vor Kurzem für seine interreligiöse Harmonie bekannt war, sind infolge von Dürre und Gewalt 1 Million Menschen vertrieben worden. Islamisten greifen Kirchen an (14 Menschen bei einem Angriff getötet, 24 bei einem anderen). Human Rights Watch berichtet von über 85 Angriffen auf Bildungseinrichtungen in Burkina Faso, Mali und Niger zwischen Januar und Juli 2020. In Mali werden nach wie vor westliche Christen als Geiseln gehalten und getötet.

In Ostafrika ist Mosambik (neu auf dem WVI) mit der Gewalt eines Ablegers des Islamischen Staats in Zentralafrika konfrontiert, der im Volksmund Al-Shabaab genannt wird, sich aber von der somalischen Gruppe unterscheidet. Sie wollen die Scharia in der mineralreichen, aber wenig entwickelten Provinz Cabo Delgado einführen, die seit 2017 bei 600 Angriffen mehr als 1150 Tote und über 300'000 Vertriebene zu beklagen hat.

Die Demokratische Republik Kongo (DRK – neu auf dem WVI) wird von ihrer eigenen, mit dem Islamischen Staat verbundenen Gruppe, den Alliierten Demokratischen Streitkräften (ADF), bedrängt, die sich in der Provinz Nord-Kivu niedergelassen haben. Sie haben fast die vollständige Kontrolle über riesige ländliche Gebiete. Seit Jahren greifen sie christlich geführte Schulen und Kliniken an, brennen Kirchen nieder, töten Gemeindevorsteher und begehen laut einem UN-Bericht Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

China: Zunehmende Überwachung und Einschränkungen

China hat COVID-19 schnell und effektiv eingedämmt, doch für seine 97 Millionen Christen sind die Kosten hoch, denn die Überwachung reicht bis in ihre Häuser hinein und verfolgt Online- als auch Offline-Interaktionen. Von Chinas geschätzten 570 Millionen Überwachungskameras verfügen Millionen über eine fortgeschrittene Gesichtserkennungssoftware, die mit Chinas «Sozialkreditsystem» verbunden ist, das die wahrgenommene «Loyalität» gegenüber der kommunistischen Überzeugung überwacht.

Berichte aus den Provinzen Henan und Jiangxi zufolge befinden sich solche Kameras in allen staatlich zugelassenen religiösen Stätten. Viele dieser Kameras sind mit dem Büro für öffentliche Sicherheit verbunden. Vertreter der kommunistischen Partei in Shanxi, Henan, Jiangxi, Shandong und anderen Provinzen haben damit gedroht, Sozialhilfeleistungen wie Renten zu streichen, wenn Christen sich weigern, christliche Bilder wie Kreuze durch Bilder von Präsident Xi Jinping zu ersetzen. Zur «Sinisierung» der Religion gehört auch die von sozialistischen Werten geleitete Neuinterpretation der Bibel.

Sowohl staatlich registrierte Drei-Selbst-Kirchen als auch nicht registrierte «Hauskirchen» erleben zunehmend die Beschlagnahmung von christlichem Material sowie Razzien, Geldstrafen und Verhaftungen von Gemeindeleitern. Priestern in der Provinz Jiangxi, die sich weigerten, der von der Regierung anerkannten Katholisch-Patriotischen Vereinigung beizutreten, wurde jegliche religiöse Tätigkeit untersagt.

Der Bischof der katholischen «Untergrundkirche» in der Diözese Mindong, der lange Zeit von den Behörden schikaniert worden war, trat zurück, um Platz für seinen von der Regierung genehmigten Nachfolger zu machen, der dann umgehend eine Delegation von 33 Priestern anführte, um sich über die «Sinisierung» der Religion zu informieren.

In Shandong und zunehmend auch andernorts müssen die Kirchen von der Regierung vorbereitete Plakate mit Bibelversen aushängen, die die zwölf Prinzipien veranschaulichen: Wohlstand, Demokratie, Höflichkeit, Harmonie, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Patriotismus, Hingabe, Integrität und Freundschaft.

Indien, Türkei: Nationalismus getrieben von mehrheitsreligiöser Identität auf dem Vormarsch

Inmitten einer Welle des Hindu-Nationalismus stehen die indischen Christen täglich unter Druck. Der Bau eines Hindu-Tempels auf dem Gelände einer Moschee – ein zentrales Wahlversprechen von Premierminister Narendra Modi – ist ein grosser Erfolg für seine nationalistische Unterstützerbasis. Die Botschaft «Um Inder zu sein, muss man Hindu sein» führt dazu, dass Mobs weiterhin Christen, aber auch Muslime angreifen.

Indien blockiert auch weiterhin den Fluss ausländischer Gelder an viele christlich geführte Krankenhäuser, Schulen und kirchliche Organisationen.

Auch der türkische Präsident Erdogan erfüllte die Erwartungen seiner Wähler, als er ein Gericht davon überzeugte, die ehemalige orthodox-christliche Kathedrale Hagia Sophia wieder in eine Moschee umzuwandeln. Einen Monat später wurde, weit weniger publik, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe, die Chora-Kirche, von einem Museum in eine Moschee umgewandelt.

In der Nähe der südöstlichen Grenze der Türkei wurde im Januar 2020 ein chaldäisches christliches Ehepaar aus seinem isolierten Dorf entführt, dessen jahrhundertelange christliche Geschichte durch Angriffe der türkischen Armee und kurdische Diskriminierung zerstört worden war. Das Paar kehrte vor einem Jahrzehnt in seine Heimat zurück. Nachdem sie sich gegen die weiderholten Einschüchterungen der Behörden zur Flucht gewehrt hatten, waren sie die letzten Christen, die noch übrig waren. Die Leiche der Frau wurde im März gefunden; der Ehemann wird noch immer vermisst.

Der türkische Einfluss breitet sich über seine Grenzen hinaus aus, vor allem durch die Unterstützung Aserbaidschans in seinem Konflikt mit Armenien um die weitgehend christliche Enklave Bergkarabach. Im Nordirak greift die Türkei weiterhin die Kurdische Arbeiterpartei an, die sie als terroristische Organisation betrachtet. Mindestens 25 christliche Dörfer wurden infolge solcher Angriffe seit Anfang 2020 geräumt.

Die von der Türkei vorgenommene Umsiedlung ihrer Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens zurück in den Nordosten Syriens verändert erneut die Demographie der Region. Dies macht kurdische christliche Konvertiten aus dem Islam besonders verwundbar, ebenso wie die historischen Glaubensgemeinschaften.

Sudan: Einige gute Neuigkeiten

Der Sudan hat die Todesstrafe für Apostasie (d. h. den Abfall vom Islam) abgeschafft. Seine neue Verfassung garantiert Religionsfreiheit, hebt die Scharia als primäre Rechtsquelle auf und legt den Islam nicht länger als Staatsreligion fest – obwohl es nach 30 Jahren noch viel Widerstand gegen solch tiefgehende Veränderungen gibt; eine Verfassung ist einfacher zu ändern als eine kulturelle Denkweise. Aber das Leben für die 6 % Christen im Sudan verbessert sich. So wurden z. B. acht Gemeindeleiter, die seit drei Jahren angeklagt waren, von einem Gericht freigesprochen.

Anmerkung:

Während der Berichtsperiode (1. Oktober 2019 bis 30. September 2020) erforderten die Restriktionen aufgrund von COVID-19 Anpassungen bei der Datenerhebung vor Ort. Dank zusätzlicher digitaler Werkzeuge und Expertenrecherchen ist Open Doors überzeugt, dass die Qualität und Zuverlässigkeit der Auswertung und Analyse des WVI 2021 aufrechterhalten werden konnten.

Index 2021: Trends und Entwicklungen (PDF)

Auch in diesem Jahr sind viele Ausschreitungen gegen Christen wegen ihres Glaubens verübt worden. Die hier veröffentlichten Zahlen zeigen dabei weiter unten fünf wesentliche Schwerpunkte auf.  
Die in diesem Dokument dargestellten Zahlen beschränken sich auf Länder, die im Berichtszeitraum 41 oder mehr Punkte erreicht haben. In den Ländern, die 40 oder weniger Punkte erreichten, kann es zu Gewalttaten kommen, die hier aber nicht aufgeführt sind.

DIE FÜNF SCHWERPUNKTE IM JAHR 2020

  1. 1. Die Anzahl der in einem Jahr getöteten Christen stieg von 2 983 auf 4 761. Dies entspricht einer Steigerung von fast 60%. Neun von zehn Christen starben dabei in Afrika südlich der Sahara.
  2. 2. Die Zahl der Kirchen, die aufgrund einer behördlichen Anordnung (administrative Schließung) oder durch Zerstörung geschlossen wurden, hat sich von 9 488 (Index 2020) auf 4 488 mehr als halbiert. Es ist jedoch zu bedenken, dass viele der 2019 geschlossenen Kirchen in diesem Jahr nicht wieder geöffnet worden sind.
  3. 3. Die Anzahl willkürlich inhaftierter Christen sank um fast 20%, von 3 420 auf 2 813. Auf die zwei Länder China und Eritrea entfällt jeweils je ein Drittel der inhaftierten Christen.
  4. 4. Die Anzahl der Haftstrafen stieg im Berichtsjahr um 5%, d. h. von 1 391 im Vorjahr neu auf 1 464.
  5. 5. Ebenfalls gestiegen sind die Entführungen und die Anzahl vermisster Christen: um 60% von 1 052 im Vorjahr auf aktuell 1 710.

CHRISTEN, DIE WEGEN IHRES GLAUBENS GETÖTET WURDEN

Diese Tabelle zeigt die Anzahl der Christen in den Ländern auf, die wegen ihrer Religion getötet wurden, einschließlich der Hinrichtungen, die durch den Staat angeordnet wurden.

  Getötete Christen  

  Index  2021  

  Index  2020  

  Nigeria  

  3 530  

  1 350  

  Kongo (DRK)  

  460  

  152  

  Pakistan  

  307  

  20  

  Mosambik *  

100  

  12  

  Kamerun  

53  

  10  

  Burkina Faso  

38  

  50  

  Zentralafrikanische Rep.  

35  

  924  

  Mali  

33  

  10  

  Weitere Länder des WVI 2021  

168  

143  

  Nicht im WVI 2021 aufgeführte Länder  

37  

312  

  TOTAL  

  4 761  

  2 983  

 

GESCHLOSSENE ODER ZERSTÖRTE KIRCHEN

Zusammenstellung der Anzahl Überfälle auf Kirchen und andere von Christen genutzte Gebäude.

  Geschlossene oder zerstörte Kirchen  

  Index 2021  

  Index 2020  

  China  

  3 088  

  5 576  

  Nigeria  

  270  

  150  

  Kongo (DRK) *  

  100  

  10  

  Äthiopien *  

100  

124  

  Bangladesch  

  90  

  14  

  Indien  

  76  

  34  

  Pakistan  

  68  

  58  

  Mexiko  

  61  

  8  

  Zentralafrikanische Rep.  

  56  

  47  

  Weitere Länder des WVI 2021  

  234  

579  

  Nicht im WVI 2021 aufgeführte Länder  

  345  

  2 888  

  TOTAL  

  4 488  

  9 488  

 

CHRISTEN, DIE OHNE GERICHTSVERFAHREN INHAFTIERT WURDEN

  Willkürlich verhaftete Christen  

  2021  

  China *  

1 000  

  Eritrea  

930  

  Iran  

110  

  Pakistan *  

100  

  Algerien  

97  

  Indien  

72  

  Kameroun  

32  

  Turkmenistan  

 31  

  Ägypten  

 26  

  Nigeria  

25  

  Die fünf NN-Länder 1

121  

  Weitere Länder des WVI 2021  

193  

  Nicht im WVI 2021 aufgeführte Länder  

76  

  TOTAL  

2 813  

 

IM JAHR 2020 VERURTEILTE CHRISTEN

Hier handelt es sich um Christen, die wegen ihres Glaubens zu einer Haftstrafe in einem Gefängnis, in einem Arbeitslager oder in einer psychiatrischen Klinik verurteilt wurden.

  Christen, zu Haftstrafen verurteilt  

  2021  

  Bangladesch  

143  

  Eritrea *  

100  

  Pakistan  

62  

  Iran  

44  

  Nigeria  

25  

  Myanmar (Burma)  

13  

  China *  

10  

  Kongo DRK *  

10  

  Vietnam *  

 10  

  Die fünf NN-Länder 1  

1 010  

  Weitere Länder des WVI 2021  

31  

  Nicht im WVI 2021 aufgeführte Länder

6  

  TOTAL  

1 464  

 

ENTFÜHRTE ODER VERMISSTE CHRISTEN

In der Berichtsperiode zum WVI 2021 wurden in den nachfolgend aufgeführten Ländern viele Christen aus Gründen, die mit ihrem Glauben zusammenhängen, entführt. Die Zahlen beinhalten auch die Anzahl der Christen, die im Kontext der Verfolgung verschwunden sind und vermisst werden.

  Entführte oder vermisste Christen  

  2021  

  Nigeria  

990  

  Kongo DRK  

250  

  Zentralafrikanische Rep. *  

100  

  Pakistan *  

100  

  Libyen  

50  

  Mosambik  

50  

  Die fünf NN-Länder 1  

27  

  Weitere Länder des WVI 2021  

119  

  Nicht im WVI 2021 aufgeführte Länder

24  

  TOTAL  

1 710  

1 Aus Sicherheitsgründen werden folgende fünf Länder im WVI nicht detaillierter aufgeführt:
Afghanistan, Nordkorea, Malediven, Somalia und Jemen

 

>> WVI_2021_verubte_Gewalt (PDF) 

Was ist Christenverfolgung?

In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 zählt die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu den grundlegenden Menschenrechten.

Insbesondere Artikel 18 besagt Folgendes in Bezug auf Religionsfreiheit: «Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schliesst die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.»

Die Religionsfreiheit ist in diesem Artikel klar definiert, insbesondere das Recht, seine Religion zu wechseln und sie zu bekennen; für die Verfolgung hingegen gibt es keine allgemein anerkannte Definition.

Für Open Doors ist Verfolgung «Feindseligkeit, welche die Christen wegen ihrer Verbundenheit mit Christus erleiden». Dazu gehören auch Haltungen, Worte und feindselige Handlungen gegen Christen.» Diese weitgefasste Definition schliesst das Risiko aus, Verfolgung lediglich auf Gewalttaten zu beschränken. Die tägliche Bedrängnis kann nämlich für christliche Gemeinschaften schlimmere und verheerendere Auswirkungen haben als Kirchenzerstörungen oder Attentate, vor allem wenn sie aus politischem Druck oder andauernder sozialer oder religiöser Diskriminierung hervorgeht. Im gleichen Sinn kann auch der Verlust seiner Arbeit oft genauso schlimme Folgen haben wie Gefängnis und Schläge.

Verfolgung kommt in grossem Ausmass in Regionen vor, wo das Leben für jedermann schwierig ist. Sie kommt also zu der bereits existierenden Verletzlichkeit hinzu, die Christen sind somit doppelt verwundbar. In diesen Systemen, wo die Christen ihrer Rechte beschnitten oder ausgegrenzt werden, nennt man sie «Bürger zweiter Klasse».

Die Verfolgung von Christen ist eine Frage der Menschenrechte

Christen werden verfolgt. Obwohl wenig thematisiert, ist dies ein äußerst aktuelles und brisantes Thema. Denn Open Doors schätzt, dass weltweit jeder achte Christ wegen seines Glaubens verfolgt oder diskriminiert wird. Diese Tatsache zeigt schmerzlich auf, dass die Verfolgung von Christen ein globales Problem in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte ist. Eigentlich sollte jeder Mensch, egal wo er oder sie lebt, in der Lage sein, frei nach den Werten der eigenen Religion seiner oder ihrer Wahl leben können.

Zum vollständigen Artikel im pdf-Format

Der Weltverfolgungsindex ist das wichtigste Instrument von Open Doors (OD), um damit für die ganze Welt verbindlich die globale Entwicklung, das Ausmaß und die Stärke der Christenverfolgung messen zu können.
Die Klassifikation des Weltverfolgungsindex (WVI) ist das Ergebnis einer höchst sorgfältigen und gewissenhaften Arbeit. Seit 1992 sammeln wir Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen, sowohl religiösen als auch säkularen.
Das methodische Vorgehen wurde 2012 vollständig überarbeitet und in den Jahren 2013 und 2016 einigen Anpassungen unterzogen.
Wir überprüfen und gleichen unsere Informationen aus den einzelnen Ländern mit denjenigen Informationen ab, die von anderen Organisationen wie Presse, Forschungsinstitute, NGOs usw. verbreitet werden.
Wir werten dabei Fragebögen aus, die wir an Menschen innerhalb und außerhalb unserer Organisation schicken.
Anhand der gesammelten und analysierten Informationen beurteilen und klassifizieren wir die Länder auf einer Liste, dem Weltverfolgungsindex.

DIE ZWEI FORMEN DER GEWALT
Das Aufzeigen der Gewalt und die Unterdrückung im Alltag

Der Index unterscheidet zwischen zwei Hauptformen der Verfolgung: einerseits der offenen physischen oder tätlichen Gewalt und andererseits der viel subtileren Form der Unterdrückung und Behinderung im alltäglichen Lebens und Arbeitsalltag.
Die erste Form der Verfolgung ist leichter messbar als die zweite. Denn rohe Gewalt erregt Aufmerksamkeit (die Anzahl der getöteten Menschen, die Anzahl verbrannter oder zerstörter Kirchen, die Anzahl entführter junger Mädchen usw. ist messbar).
Die zweite Form der Verfolgung, der subtile Druck, ist die Art Gewalt , die das grösste Leid verursacht und die christlichen Gemeinschaften – manchmal mehr, manchmal weniger – auf lange Sicht lähmt (z. B. Verletzung elementarer Rechte wie Zugang zu Wasser, Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, Ablehnung in der Familie usw.).
Um diese zweite Form der Verfolgung, oft unsichtbar und unbemerkt, zu messen, sind spezifischere Instrumente erforderlich. Wir nennen diese Werkzeuge, in denen diese Diskriminierung erfolgt, die «Sphären der Verfolgung».

DIE SPHÄREN DER VERFOLGUNG/

Der Index definiert fünf Sphären, in denen der tägliche Druck als Gewalt, die Christen erleben, gemessen werden kann:

  1. 1. Das Privatleben oder der Bereich des «forum internum»: Dringt der Verfolger in die persönliche Intimsphäre des Verfolgten ein und missachtet damit die Gedanken- und Gewissensfreiheit?
  2. 2. Das Familienleben, wo der Verfolger versucht, die Weitergabe des Glaubens zu unterbinden.
  3. 3. Das soziale Leben, das in Ländern, in denen Nachbarschaften und Dörfer eine homogene Bevölkerung bilden, von großer Bedeutung ist.
  4. 4. Das zivile Leben, in dem ein Christ am öffentlichen Leben teilhaben kann oder nicht.
  5. 5. Das Gemeinde- oder kirchliche Leben, und damit der Be- oder Einschränkungen für Christen, um als Gemeinschaft leben und wirken zu können.

FORMEN DER GEWALTAKTE
Die Art der physischen und materiellen Gewalt, die Christen innerhalb des Zeitraums von einem Jahr, d. h. vom 1. Oktober bis zum 30. September vor der Veröffentlichung des Indexes erlitten haben, vervollständigen die Beurteilung. Die Gewaltakte können einem oder mehreren der fünf Sphären zugewiesen werden.

DIE DYNAMIK DER VERFOLGUNGSPROZESSE
Die Triebkräfte:

«Verfolgung» ist ein Prozess, der von drei Arten von Motoren angetrieben wird. Diese sind: exklusiver Tribalismus, extremer Säkularismus und missbrauchende Macht (Autorität, Herrschaft). Diese Triebkräfte speisen neun verschiedene Mechanismen, die für die Christenverfolgung verantwortlich gemacht werden können. Diese verschiedenen Mechanismen werden ihrerseits durch zwölf Arten von Verursachern gespiesen.
Der exklusive Tribalismus (Man bleibt unter sich) bezeichnet eine Sichtweise, die dazu neigt, eine homogene Gesellschaft zu bilden und sich durch klare Abgrenzungen der eigenen Identität gegenüber anderen Stämmen definiert. Die sogenannten «Anderen» werden aus der Gruppe ausgeschlossen und als minderwertige, unmenschliche oder untreue Menschen betrachtet, gegen die die unmoralischsten Handlungen erlaubt sind.
Der extreme Säkularismus unterdrückt alles und jedes, das nicht an der säkularen (weltlichen) Ideologie von Skeptizismus und Antiklerikalismus festhält. Die Hauptmechanismen des extremen Säkularismus sind kommunistische Unterdrückung und intoleranter Säkularismus. Letztendlich kontrolliert der Staat diesen Prozess und ist der Auslöser der Verfolgung.
Als missbrauchende Macht definieren wir ein System, das versucht, alle Ressourcen nur zum Nutzen einer kleinen Gruppe oder einer Einzelperson zu konzentrieren und sowohl legale wie illegale Mittel einsetzt, um dieses Ziel zu erreichen. Missbrauchende Macht ist hauptsächlich das Ergebnis totalitärer oder korrupter Systeme und erfordert die Zusammenarbeit von politischen Führern und Clanoberhäuptern. Solche Situationen führen oft zur Verfolgung von Christen, auch wenn diese nicht unbedingt das ursprüngliche Ziel dieser Zusammenarbeit gewesen ist.

Die Mechanismen:
Der Index kategorisiert neun verschiedene Mechanismen, die bei der Verfolgung von Christen fassbar werden. Sehr oft tritt mehr als ein Mechanismus in Erscheinung. Oder ein bestimmter Mechanismus herrscht vor und ermöglicht es, dass sich andere Mechanismen entwickeln.

   A) Exklusiver Tribalismus

1. Islamischer Extremismus - Eingliederung (freiwillig oder unfreiwillig) des Landes in das "Haus des Islam".
2. Religiöser Nationalismus - Die gesamte Nation einer einzigen Religion, ob nun Hinduismus, Buddhismus, orthodoxes Judentum usw. zu unterwerfen.
3. Unterdrückung durch den Clan/Stamm - Ein Clan/Stamm oder eine Familie erzwingt angestammte Werte oder traditionelle Überzeugungen.
4. Ethnische Rivalitäten - Die Vorrangstellung von Traditionen und althergebrachten Bräuchen oder Religionen wird aufrechtzuerhalten. 
5. Kirchliche Oberherrschaft - Eine historische und mehrheitlich christliche Konfession zur einzigen Ausdrucksweise des christlichen Glaubens im Land zu machen.

   B) Extremer Säkularismus

6. Kommunistische Unterdrückung - Der Kommunismus wird zur einzigen nationalen Ideologie erklärt.
7. Intoleranter Säkularismus - Die Eliminierung aller religiösen Bezüge aus dem öffentlichen Leben und dem individuellen Denken.

   C) Missbrauchende Macht

8. Totalitarismus oder diktatorische Paranoia - Absoluter Machterhalt erzwingen, ohne zwangsläufig andere Ziele anzustreben.
9. Korruption und Organisiertes Verbrechen - Schaffung eines anarchischen Klimas der Straf- wie Gesetzlosigkeit und der Korruption, um die persönliche Bereicherung zu fördern.

Die Akteure bzw. Verursacher von Verfolgung:
Die eigentlichen Urheber von Verfolgung sind Gruppen oder Einzelpersonen, die von den oben genannten Kräften getrieben sind. Der WVI erfasst zwölf Kategorien von Verursachern, die sich teilweise überschneiden bzw. als verschiedene Akteure zusammenschließen können, um den Prozess der Verfolgung in Gang zu setzen:

  • Lokale, regionale und nationale Beamte
  • Gruppen- oder Clan-/Stammesführer
  • Geistliche nichtchristlicher Religionen
  • Geistliche christlicher Glaubensgemeinschaften
  • Gewalttätige religiöse Gruppen
  • Ideologische Interessengruppen
  • Einzelpersonen oder ganze Menschenmengen (Mob) aus der Zivilgesellschaft
  • Familie (weit gefasst)
  • Politische Parteien, auf lokaler und nationaler Ebene
  • Revolutionäre oder paramilitärische Gruppen
  • Kartelle, Clans und Netzwerke der Organisierten Kriminalität
  • Multilaterale Organisationen (z. B. UNO) und Botschaften

DIE EINTEILUNG DER WVI-KRITERIEN UND DIE RANGFOLGE DER LÄNDER
Eine erste Schnellanalyse der betroffenen Länder erfolgt mit dem Verfahren namens «Rapid Appraisal Tool», das Querverweise von Internet-Recherchen mit verschiedenen Quellen abgleicht. Je nach Ergebnis werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob weitere Abklärungen erforderlich sind. Falls ja, wird die Bewertung des betreffenden Landes mittels von uns eigens entwickelten WVI-Fragebögen an OD-interne und externe Experten weiter vervollständigt.
Anhand der zusammengetragenen Daten wird eine Punktzahl ermittelt, die es ermöglicht, die betroffenen Länder nach Schweregrad der Verfolgung zu erfassen und aus den 50 Ländern, in denen die Christen am stärksten verfolgt werden, die Reihenfolge des Weltverfolgungsindex zu ermitteln.

Extreme Verfolgung – zwischen 81 und 100 Punkten: In diesen Ländern ist es absolut unmöglich, seinen christlichen Glauben zu praktizieren. Kirchen sind entweder verboten oder so kontrolliert, dass die Mitglieder in ihrer Meinungsfreiheit völlig eingeschränkt sind. In diesen Ländern bedeutet das Christsein praktisch die Gleichbedeutung mit Verfolgung.

Sehr starke Verfolgung – zwischen 61 und 80 Punkten: In diesen Ländern ist es so gefährlich, seinen Glauben zu praktizieren, dass die meisten Christen Angst davor haben, sich offen dazu zu bekennen. In einigen Fällen sind nur bestimmte Teile des Landes von Verfolgung betroffen. In diesen Regionen werden gewalttätige und langanhaltende Kampagnen gegen Christen geführt.

Starke Verfolgung – zwischen 41 und 60 Punkten: In diesen Ländern gibt es eine Kirche, die toleriert wird und gewisse Freiheiten genießt. In der Praxis werden jedoch etwas zu auffällige Christen gezielt unter Beschuss genommen und das Funktionieren der Kirchen stark eingeschränkt. Die Kultur des Landes ist weitgehend christenfeindlich. Christen werden besonders beim Zugang zu Bildung und Arbeit diskriminiert. In einigen Ländern ist die Verfolgung zwar schwerwiegend, beschränkt sich aber auf bestimmte geographische Gebiete.

EIN DOKUMENT DER MENSCHLICHKEIT
Der WVI ist nicht nur eine Ansammlung von Zahlen, sondern ein Dokument der «Menschlichkeit», welches das Leben von Millionen von Christen widerspiegelt. Hinter jeder Zahl steht die Schicksale von Menschen. Der Weltverfolgungsindex hilft uns vor allem bei der Entscheidung, auf welche Länder wir unsere Unterstützung für verfolgte Christen konzentrieren können.
Die Veröffentlichung des WVI dient weiter dazu, zusätzliche Einzelpersonen, Vereine und Institutionen zu ermutigen, sich eingehender mit den Erfahrungen verfolgter Christen und deren Bedürfnissen auseinanderzusetzen, um damit bessere Strategien zu entwickeln, wie wir ihnen helfen können.

Methodik des Weltverfolgungsindex

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Abiy Ahmed, der im Jahr 2018 gewählte Premierminister, stellte mehrere Grundfreiheiten wieder her, ließ politische Gefangene frei und stimmte einer Opposition zu. Im Jahr 2019 kam es jedoch in verschiedenen Kommunen zu Gewalt und Millionen von Menschen wurden vertrieben. Ein Putschversuch gegen eine Regionalregierung führte zum Tod mehrerer hochrangiger Politiker und Militärs und zu mehrfachen Verhaftungen.

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Obwohl die Bevölkerung des Landes mehrheitlich katholisch ist, nimmt die Verfolgung von Christen zu. Hauptursache für den Anstieg ist die organisierte Kriminalität, die das ganze Land betrifft. Kriminelle haben die sozio-politische Instabilität und die Covid-19-Krise ausgenutzt, um ihre Herrschaft zu stärken.

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Der jordanische König ernennt Regierung, verabschiedet Gesetze und hat das Recht, das Parlament aufzulösen. In den letzten Jahren hat die Königsfamilie versucht, die Gesellschaft zu reformieren und Maßnahmen zugunsten religiöser Minderheiten zu ergreifen. Sie prallt damit auf die Interessen extremistischer Islamisten, die von der Geheimpolizei genauestens überwacht werden. Der Islam ist Staatsreligion, die Zahl der Christen ist seit der Unabhängigkeit 1946 stetig zurückgegangen.

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Der Sultan Bruneis versteht sich als absoluter Monarch und verfügt über alle politischen und religiösen Machtbefugnisse. Seit dem 3. April 2019 wird das neue, auf der Scharia basierende Strafrecht angewendet. Es gilt auch für Nicht-Muslime. Die internationale Gemeinschaft reagierte heftig und wollte damit den Sultan veranlassen, auf die im Strafgesetzbuch vorgesehene Todesstrafe für Homosexuelle zu verzichten.

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Die Demokratische Republik Kongo erscheint in diesem Jahr im Weltverfolgungsindex. Der Anlass sind die Berichte, über die anhaltende Gewalt gegen die überwiegend christliche Bevölkerung im Nordosten des Landes. Aufgrund der zahlreich beteiligten und bewaffneten Gruppen, von denen einige eine expansiv islamisches Politik unterstützen, ist die Situation sehr komplex. Die Gewalt hat zur Vertreibung über einer Million Menschen geführt.