10.05.2019 /
Bangladesch
/ news

Bangladesch: «Ich bete für die Brandstifter!»

Seit 15 Jahren verfolgen Buddhisten in einem Dorf 25 christliche Familien, die den Drohungen nicht nachgeben. Vor kurzem entkam eine Familie den Flammen ihres brennenden Hauses, wie durch ein Wunder.

Es ist Nacht in Lambu Para, einem Dorf im Bezirk Khagrachari im Osten von Bangladesch. Shantiranjon Chakma (45) und die neun Mitglieder seiner Familie schlafen in ihrem bescheidenen Haus, das auch als Laden dient.

Plötzlich werden sie gegen 2:30 Uhr morgens an diesem 18. April von einer extremen Hitze geweckt. Das Haus brennt! Shantiranjon und seine Familie können den Flammen knapp entkommen. Das Feuer wütet, all ihr Hab und Gut verschwindet vor ihren Augen: das Haus und der angrenzende Laden mit dem Saatgut, das sie dort verkaufen. Die Familie hat das Dach über ihrem Kopf und ihr Einkommen verloren. Aber ausser wenigen leichten Hautverbrennungen ist niemand verletzt. Santiranjon ruft aus: «Preis sei dem Herrn! Gott hat uns gerettet. Er hat uns geweckt!» Es ist ein Wunder, für ihn gibt es keinen Zweifel.

Das ist nicht die Meinung seiner buddhistischen Nachbarn. «Dieser bedauernswerte Unfall geschah, weil Shantiranjon und seine Familie Christen sind. Es ist ein Fluch Gottes, der auf der Familie lastet. Gott bestraft sie», sagen sie. Die Brandursache muss noch ermittelt werden. Doch Shantiranjon und die anderen Christen vermuten, dass ihre Verfolger die Täter sind. Haben die Buddhisten, die Mehrheit im Dorf, sie nicht wiederholt bedroht? Seit 15 Jahren werden die 25 christlichen Familien tätlich angegriffen und unter Druck gesetzt, manchmal gezwungen, ihren Glauben an Jesus zu verraten. Ihre Kirche war vorgängig ebenfalls in Brand gesteckt worden. Diese Familien sind von allen sozialen Aktivitäten und Dorffesten ausgeschlossen. Aber sie haben sich immer geweigert, den Drohungen nachzugeben und teilen das Evangelium weiterhin mit den Dorfbewohnern. So sagt Shantiranjon: «Ich bete für jene, die mein Haus in Brand gesteckt haben. Ich bete, dass sie eines Tages Busse tun werden. Ich bete, dass Gott ihre Herzen öffnet und dass sie das Heil finden.»

Unsere lokalen Partner haben die Christen in diesem Dorf unterstützt und werden dies auch weiterhin tun. Sie hatten ihnen geholfen, ihre Kirche wieder in Stand zu stellen. Dann erhielt jede Familie biblische Schulung, um sie auf Verfolgung vorzubereiten. Diese geistliche Unterstützung wurde von materieller Hilfe begleitet, vor allem in Form von Landmaschinen. Und nun ist geplant, Shantiranjon finanziell zu unterstützen, damit er seinen Saatgutladen wiedereröffnen kann.