27.12.2020 /
Nigeria
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Boko Haram tötet elf Christen und entführt Pastor an Heiligabend in Nigeria

Wie Christen auf der ganzen Welt waren auch die Gläubigen im Dorf Pemi im nordöstlichen nigerianischen Bundesstaat Borno mitten in den Vorbereitungen, um die Geburt Christi zu feiern. Da griff an Heiligabend die islamische Terroristengruppe Boko Haram an.

Am 24. Dezember griffen Kämpfer von Boko Haram an, töteten mindestens elf Menschen und entführten sieben Menschen, darunter einen Pastor, und brannten die Kirche nieder. Sie plünderten ausserdem zehn Häuser und stahlen medizinische Versorgung aus einem Krankenhaus, bevor sie es ebenfalls in Brand steckten.

Ein Behördenmitglied aus der Region sagte gegenüber «AFP News», dass Kämpfer auf Lastwagen und Motorrädern aus dem Sambisa-Wald einfuhren und wahllos das Feuer auf das überwiegend christliche Dorf eröffneten.

Plünderungen zu Weihnachten

Einige Tage zuvor hatten Sicherheitsbeamte gewarnt, dass ein Angriff auf Weihnachten wahrscheinlich sei. Das Dorf Pemi liegt nur 32 Kilometer von Chibok entfernt, wo die islamistische Terroristengruppe 2014 mehr als 200 Schulmädchen entführt hat. Nkeki Mutah, Vorsitzender der Chibok-Gemeinde in Abuja, sagte gegenüber «CNN», er glaube, dass das Dorf Pemi speziell ins Visier genommen wurde, weil es eine Ortschaft mit christlicher Mehrheit ist.

«Seit 2018 greift Boko Haram praktisch alle zwei Wochen in Chibok an und tötet und entführt Menschen», sagte Mutah. «Sie wollen Chibok von der Erdoberfläche verschwinden lassen.»

Dutzende Landarbeiter getötet

Im vergangenen Monat sagten Kämpfer von Boko Haram, sie hätten Dutzende Landarbeiter getötet. Der jahrzehntelange Terror von Boko Haram hat nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 36’000 Menschen getötet und zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Die Gruppe, deren Name sinngemäss bedeutet «westliche Bildung ist verboten», kämpft um den Sturz der nigerianischen Regierung und die Schaffung eines islamischen Staates.