11.09.2019 /
Algerien
Indonesien
Iran
Nepal
/ news

In diesem Sommer: Sieben Kirchen geschlossen

Mindestens sieben Kirchen wurden in diesem Sommer in verschiedenen Ländern geschlossen oder am Bau gehindert.

Indonesien, Algerien, Iran, Nepal: Es war nicht der Mangel an Besuchern oder Gemeindeleitern, der die Schliessung in diesem Sommer verursachte. Es waren die Behörden, die Hunderten von Christen den Zugang zu ihrer Ortsgemeinde verwehrt haben.

Indonesien: Baugenehmigung als Vorwand

  • Am 7. August wurde ein Gottesdienst der Gemeinde «Indonesian Pentacostal Church» (GPdI) in Riau mangels Baugenehmigung unterbrochen, obwohl längst ein offizieller Antrag gestellt worden war. Pastor Sinaga versuchte, mit der Polizei zu sprechen: «Wartet, bis der Gottesdienst vorbei ist und wir reden können», bat er, was von den Einsatzkräften jedoch verweigert wurde.
  • Am 1. August wurde der Bau des Semarang-Kirchengebäudes gestoppt. Begründung: Das Ablaufdatum der Baugenehmigung sei verstrichen. Aus finanziellen Gründen waren die Konstruktionsarbeiten zwischenzeitlich unterbrochen worden.
  • Am 30. Juli hoben die Kommunen in Yogyakarta die Baugenehmigung auf, die sie einer Kirche im Januar 2019 erteilt hatten. Begründung: Das Gebäude sei zu wenig häufig genutzt worden. Nichteinhaltung der Verpflichtung zur häufigen Nutzung des Gebäudes. Gleichzeitig jedoch hatte die Bevölkerung die Christen konstant eingeschüchtert, indem sie an vielen Orten feindliche Plakate aufhing.

Algerien: Zwei neue Kirchen versiegelt

  • Am 6. August wurde die Boudjima-Kirche bei Tizi Ouzou von der Gendarmerie versiegelt.
  • Am 2. September wurde die Kirche «Prince of Peace» in Ighzer Amokrane von den Gesetzeshütern geschlossen. Dies war bereits am 28. August versucht worden, aber die Christen weigerten sich damals, die Kirche zu verlassen.

Iran, Nepal: Eine Kirche «beschlagnahmt» eine weitere beschädigt

  • Im Iran wechselten die Agenten am 9. Mai die Schlösser und rissen das Kreuz vom Glockenturm der assyrischen Kirche in Tabriz. Der Wächter wurde aufgefordert, zu gehen.

Mansour Borji von «Article 18: Association for the Defence of Human Rights» berichtet: «Viele protestantische Kirchen werden im Iran konfisziert. Sie bleiben im Allgemeinen leer, vernachlässigt und verwandeln sich in Ruinen, bevor sie anschliessend abgerissen werden.»

  • In Nepal wurde im Juni ein Gebetsturm in der Nähe einer Kirche von den Behörden abgerissen. Allerdings hatten sie den Bau im Jahr 2003 genehmigt. In diesem Waldgebiet von Nawalparasi gibt es mehrere nepalesische Tempel und Klöster.

Die Waffe der Verwaltung

In all diesen Fällen verwendeten die Behörden die administrative Waffe: Ohne Gewalt geht sie dadurch diskret unter das Radar der Medien und ist dabei ungemein effektiv. Das Fehlen von Kirchengebäuden bedeutet allerdings nicht, dass die Aktivitäten ihrer Mitglieder eingestellt werden. Oft treffen sie sich im Untergrund oder bei jemandem zu Hause.