06.08.2019 /
Eritrea
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Eritrea: Der Patriarch, der von seinen Kollegen exkommuniziert wurde

Nach dem Besuch von Helen Berhane in Washington wurde Patriarch Abune Antonios von den Bischöfen der eritreisch-orthodoxen Kirche aus dem Amt entlassen.

Am 20. Juli besuchte Helen Berhane Washington D.C.. Die eritreische Gospelsängerin, die einst wegen ihres christlichen Glaubens in ihrer Heimat hinter Gittern war, nutzt die Gelegenheit, den Fall des Patriarchen Abune Antonios bei einer Konferenz zum Thema Glaubensfreiheit auf den Tisch zu bringen. Darüber hinaus sprach sie die Frage der religiösen Verfolgung in ihrem Land an.

Bischof exkommuniziert

Am nächsten Tag gaben die Bischöfe der eritreischen orthodoxen Kirche bekannt, dass sie den Patriarchen exkommuniziert hatten. Abune Antonios (90) steht seit 2007 unter Hausarrest der eritreischen Regierung. Dieser passt nicht, dass er sich dagegen wehrt, dass sich das Regime in die Angelegenheiten der Kirche mischt. Nun sind es seine Kollegen, die ihn unter dem Vorwand der «Ketzerei» ablehnen.

Verstärkte politische Kontrolle über die Kirche

Diese Exkommunikation ist symptomatisch für den Druck der eritreischen Regierung auf eine stärkere politische Kontrolle über die eritreisch-orthodoxe Kirche. Die Regierung beabsichtigt, alle Religionen auf eritreischem Boden zu kontrollieren, insbesondere diejenigen, die nicht offiziell anerkannt sind, wie etwa die evangelischen Protestanten. Seit 2002 werden sie besonders verfolgt. Helen Berhane wurde wegen ihres Glaubens mehrere Jahre in einem Metall-Container eingesperrt. Dann gelang ihr die Flucht, sie lebt heute in Europa.