21.04.2016 /
Zentralafrikanische Republik
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Gewalt gegen Frauen

Frauen leiden oftmals als "indirekte" Opfer unter Verfolgung, z. B. wenn ihre Ehemänner getötet oder inhaftiert werden. Zunehmend werden Frauen jedoch auch direkt angegriffen. Missbrauch, einschließlich sexueller Gewalt, wird von allen extremistischen Gruppen als strategische Waffe eingesetzt - vor allem im südlichen Afrika und in Staaten mit muslimischer Mehrheit.

In Gesellschaften, in denen Frauen strukturell und kulturell bedingt verletzlicher sind, ist die Verfolgung von Christinnen besonders auffällig. Dazu gehören Gesellschaften mit einem ausgeprägten Verständnis von Scham und Ehre sowie jene, in denen Frauen deutlich weniger Rechte haben als Männer (z. B. unter der Scharia). Dort können gewaltsame Übergriffe auf Frauen und Mädchen ein höchst wirksames Mittel sein, um der ganzen Kirche langfristig zu schaden. Daneben geschieht subtilere Verfolgung, indem der Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln, Wasser, medizinischer Versorgung und Bildung erschwert wird.

Vergewaltigung ist eine besonders perfide Form der Gewalt. Sie wird als zu beschämend angesehen, um Anzeige zu erstatten, abgesehen davon, dass in manchen Gebieten die Zeugenaussage mehrerer Männer zur Bestätigung erforderlich wäre. Die Opfer leiden unter der Schande und zusätzlichen Schuldzuweisungen und werden zum Teil sogar von ihren Familien zurückgewiesen. Dadurch wird der grundlegende Beziehungsbaustein der Kirche zerstört. Auch die Männer sind durch die Gräuel, die ihren Frauen und Töchtern zugefügt wurden, oftmals am Boden zerstört.

Die Bandbreite der Trauma-Symptome nach einem gewaltsamen sexuellen Übergriff ist erschütternd. Neben den möglichen physischen Folgen wie Krankheiten und Schwangerschaft steht die seelische Belastung der Betroffenen. Christinnen fangen an, am Wesen Gottes zu zweifeln, und schreiben sich oft selbst die Schuld zu für das, was passiert ist. Wer aufgrund der Geschehnisse auch noch von seiner Familie verstoßen wird, kommt zusätzlich in ernsthafte wirtschaftliche Not. Die Kinder der Opfer leiden wie ihre Mütter unter Stigmatisierung.

Trotz alldem gibt es Hoffnung: Wenn die Familie und die Gemeinde das Opfer mit Liebe umgeben und ihm Unterstützung und Bestätigung zuteilwerden lassen, besteht die Möglichkeit der Heilung. Unter angemessener Begleitung nehmen die anfänglichen Symptome allmählich ab und das Trauma bestimmt nicht länger die Identität oder Zukunft des Opfers.

Open Doors setzt sich für Trauma-Begleitung ein, die einerseits die lokale Kultur respektiert, gleichzeitig aber auch dem biblischen Auftrag nach Römer 12,2 gerecht wird: "Und passt euch nicht dieser Welt an, sondern verändert euer Wesen durch die Erneuerung eures Sinnes." Letztendlich soll die Kultur durch das Evangelium so verändert werden, dass die vorherrschenden Tabus, die so viel Leid mit sich bringen, keine Macht mehr über christliche Familien haben.