06.07.2020 /
Indien
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Indien: Mit einem Fahrrad den Glauben stärken

Hinter ihr steigt eine Staubwolke auf, als sie an offenen Feldern und Bäumen vorbei fährt. Sanna* (Bilder), aus Zentralindien, freut sich so sehr über das neue Fahrrad, das sie von Partnern von Open Doors erhalten hat. Nie wieder wird sie Zeiten der Gemeinschaft mit anderen Christen verpassen, weil sie sich kein Busticket leisten kann.

Heute fährt sie mit dem Fahrrad ins nächste Dorf, um sich dem Kirchenchor anzuschliessen. Sanna liebt es, zu singen. Seit sie den Chor bei ihrem ersten Kirchen­besuch hat singen sehen, wollte sie Teil davon sein.

Prüfungen und Heilung
Vor einigen Jahren wurde bei ihrer Mutter eine unheilbare Krankheit diagnostiziert, was enorme Auswirkungen auf die ganze Familie hatte. Ihre Mutter brauchte ständige Pflege. Der Familie fehlten die finanziellen Mittel und Sanna musste ihr Studium abbrechen.

«Meine Familie kam kaum über die Runden, mein Vater arbeitete alleine als ­Bauer. Meine zwei Brüder waren zu jung, um ihm zu helfen.»

Doch alles änderte sich, als eine Christin das Evangelium mit Sannas Mutter teilte und diese zum Glauben kam. Nach viel Gebet wurde sie schliesslich geheilt.

Verfolgung und Gottes Gegenwart
Der neue Glaube brachte Befreiung und Heilung, aber Sannas Familie und einige andere christliche Familien wurden in der Gemeinschaft nicht mehr akzeptiert. Zwei Jahre lang standen sie im Dorf­leben unter Druck.

«Uns wurde verboten, andere zu besuchen; wenn sie herausfanden, dass wir es getan hatten,  mussten wir eine Strafe von 10’000 Rupien zahlen.» Dies entsprach zwei Monatslöhnen in ­Sannas Dorf.

Sanna fügt mit einem Lächeln hinzu: «Bei all dem fühlte ich Gottes Gegenwart näher denn je. Es war Gott, der unsere Gebete hörte.»

Obwohl sich die Situation verbessert hat, werden die Christen im Dorf auch heute nicht vollständig akzeptiert und leiden unter psychischem Stress.

Ein neuer Partner im Glauben
Als lokale Partner von Open Doors Sanna und ihre Familie besuchten und ihre Not verstanden, gaben sie Sanna ein Fahrrad, damit sie am Kirchenleben teilnehmen konnte.

Sanna war begeistert. «Ich will all denen, die dies ermöglicht haben, von Herzen danken. Früher konnte ich kaum am ­Gemeindeleben teilhaben, weil der Weg zur Kirche zu Fuss sehr weit ist und ich danach zu erschöpft war, um dem Gottesdienst zu folgen.

Dieses Fahrrad ist nun mein neuer Partner im Glauben. Es erleichtert meine Reise ungemein. Ich nehme an mehr Gebetstreffen teil und auch mein Glaube wächst.» /

*Name geändert

Auszug Juli 2020– Magazin