29.04.2016 /
Indien
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Indien: Übergriff auf einen Pastor und seine schwangere Frau

Weil sie sich weigerten, eine hinduistische Gottheit anzubeten, wurden ein Pastor und seine schwangere Frau angegriffen. Ausserdem wurde ein Brandanschlag auf ihre Kirche verübt.

Die 26-jährige Meena ist die Ehefrau des30-jährigen Dinbanhu Sameli und im siebten Monat schwanger. Das Pastorenehepaar leitet eine Gemeinde im Distrikt von Bastar, das im indischen Bundesstaat Chhattisgarh liegt.

Am 17. April gegen sieben Uhr abends sprachen zwei junge Männer den Pastor vor seinem Haus neben der Kirche an. Sie gaben vor, Mitglieder einer anderen örtlichen Kirche zu sein, und baten um Gebet. Plötzlich zogen sie jedoch ein Schwert und hielten es dem Pastor an den Hals. Dann forderten sie das Pastorenehepaar auf, «Sieg dem Gott Ram!», zu rufen. Aber die beiden schwiegen.

«Als ich das Schwert spürte, wurde mein Herz von Angst erfüllt. Aber ich habe zu Gott geschrien, mich zu retten», erinnert sich Dinbanhu.

Dann fragten sie die beiden Männer: «Wo ist nun euer Jesus?» Dinbanhu antwortete: «Wir glauben daran, dass er immer bei uns ist.» Daraufhin bohrten die Angreifer weiter: «Warum glaubt ihr nicht an Ram?» Da Dinbanhu und Meena sich weigerten, Ram anzubeten, und auch nicht bereit waren, eine Bibel in den Dreck zu treten, setzten die Angreifer mit Hilfe von Benzin das Kirchengebäude in Brand. Dort befanden sich auch Musikinstrumente, die ebenfalls den Flammen zum Opfer fielen. Das Ehepaar ergriff die Flucht und erstattete bei der Polizei Anzeige. Leider haben die Medien die Wahrheit verdreht und die Christen diskreditiert.

Allein in den Jahren 2014 und 2015 wurden im Bundestaat Chhattisgarh, der von der hindu-nationalistischen Bharatiya-Janata-Partei (BJP) regiert wird, 93 organisierte Übergriffe gegen Christen registriert. Seit Jahresbeginn wurden in diesem Bundesstaat bereits 49 weitere Angriffe gemeldet und 116 in Zentralindien. In vielen dieser Fälle wurden auch Pastoren misshandelt.

Auf dem diesjährigen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Indien an 17. Stelle.

(Bild: Kirche und Wohnhaus des angegriffenen Pastorenehepaares)