13.02.2015 /
Irak
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Irak : Zehn betagte Christen widersetzen sich den Dschihadisten

Sie wurden im Januar vom Islamischen Staat aus Mosul vertrieben. Zehn irakische Christen berichten, was sie erlebt haben. Anscheinend werden noch 40 weitere Christen von der Terrorgruppe festgehalten.

Noch immer fragen sie sich, durch welches Wunder sie von den Dschihadisten verjagt anstatt ermordet wurden. Diese zehn christlichen Geiseln weigerten sich, zum Islam zu konvertieren und zweifelten daran, dass sie lebendig entkommen würden. Nach monatelanger Misshandlung war diese Gruppe betagter Menschen, von denen einige behindert sind, noch zwei Tage unterwegs, bevor sie am 7. Januar in Kirkuk eintraf, das in den Händen der kurdischen Armee ist. Geld, Schmuck, Personalausweise: das Wenige, das ihnen noch geblieben war, hatten ihnen Dschihadisten abgenommen.

Ein alter Mann aus der Gruppe der Entkommenen erzählt: «In Karakosh schlugen uns die Rebellen Tag für Tag mit ihren Waffen oder ihren Fäusten. Sie gaben uns nur sehr wenig zu essen. Und als sie uns nach Mosul brachten, pferchten sie uns mit anderen Leuten in eine Halle ein. Jemand fragte, ob wir freigelassen würden. Der Wächter erwiderte, dass dies nur gegen Lösegeld geschehen würde.»

«Sie setzten uns unter Druck, die Chahada, das islamische Glaubensbekenntnis, zu rezitieren. Aber wir wollten nur weggehen, nicht Muslime werden», sagt eine der beiden Frauen der Gruppe.

Ein anderer Überlebender erinnert sich: «Die Rebellen vertrieben uns aus unseren Häusern und Dörfern. Wir haben dank der Nahrungsmittel überlebt, die uns einige muslimische Familien brachten. Aber die Leute vom Kalifat wollten unsere Bekehrung zum Islam erzwingen. Ich weigerte mich, selbst wenn ich deswegen verbannt würde.»

In Mosul werden zurzeit schätzungsweise noch rund 40 Christen aus dieser Region festgehalten. Unter ihnen befindet sich auch ein dreijähriges Mädchen, für welches die Terroristen mehrere tausend Dollar Lösegeld fordern.

Open Doors unterstützt die christlichen Flüchtlinge im Nordirak, vor allem durch Lebensmittelpakete. 16'000 Familien sind mindestens einmal in den Genuss unserer Hilfe gekommen.(Bild : Irakische Christen, die nach Kurdistan geflüchtet sind)