03.12.2019 /
Iran
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Iran: Brief von einem Christen im Gefängnis

Naser Navard-Goltapeh wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil ein persischer Iraner nicht das Recht hat, im Iran Christ zu sein. Er hat gerade einen offenen Brief geschrieben.

«Ich hoffe, dass die Liebe Christi durch die Stimmen der Christen verbreitet wird, die auf der ganzen Welt inhaftiert sind.» Dies steht in einem offenen Brief von Naser Navard-Goltapeh, einem Iraner, der wegen seiner Hinwendung zum Christentum verurteilt wurde. Er dankt auch all denen, die «für die Achtung der Rechte im Iran kämpfen.»

Nach welcher Logik?

In seinem Schreiben wandte er sich direkt an das Teheraner Regime: «Ich weiss nicht, mit welcher Logik oder welchem Verbrechen mir diese harte Strafe auferlegt wurde, obwohl die Verfassung meines Landes die Religionsfreiheit für religiöse Minderheiten, einschliesslich Christen, garantiert.»

Der Gefangene verurteilt die Tatsache, dass im Iran «die Abhaltung religiöser Zeremonien in persischer Sprache, zu Hause bei einer Person, als eine Handlung gegen die nationale Sicherheit der Islamischen Republik angesehen wird.»

Zu zehn Jahren verurteilt

Naser Navard-Goltapeh (58) wurde 2017 wegen «Vorgehens gegen die nationale Sicherheit durch die Errichtung von illegalen Hauskirchen» verurteilt. Seitdem ist er im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert.

Er war im Juni 2016 zusammen mit drei anderen Personen verhaftet worden. Während die anderen drei freigelassen und in ihr Heimatland Aserbaidschan zurückgeschickt wurden, wurde Goltapeh zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

«Ständig verfolgt»

Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran hat kürzlich seine Besorgnis über die «beunruhigende» Behandlung religiöser Minderheiten im Iran bekräftigt, einschliesslich christlicher Konvertiten, die, wie er sagt, «ständig verfolgt werden».

Javaid Rehman sagte auf einer Pressekonferenz am 22. Oktober in New York, dass Hauskirchen «ständig von der Islamischen Republik Iran ins Visier genommen werden» und dass «alle Formen von Belästigung und Einschüchterung leider den christlichen Konvertierten vorbehalten sind.»