08.07.2021 /
Iran
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Iran: Reza Zaeemi hat mit der Verbüssung seiner Strafe begonnen

Reza, ein zum Christentum konvertierter Muslim, kam Anfang Juni in das Zentralgefängnis von Karaj im Iran. Er wird erst in neun Monaten wieder entlassen.

Reza Zaeemi, ein 40-jähriger iranischer Christ, steht kurz vor der Verbüssung einer neun-monatigen Gefängnisstrafe wegen seines Glaubens. Er wurde ausserdem zu einem zweijährigen Einreiseverbot verurteilt, das nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Kraft tritt. Reza wird offiziell wegen «Propaganda gegen die Islamische Republik angeklagt, weil er für das evangelische Christentum geworben hat.» Er meldete sich am 2. Juni im Zentralgefängnis von Karadsch, wo er in Gewahrsam genommen wurde. Er wird voraussichtlich Anfang März 2022 entlassen werden.

«Propaganda gegen die Islamische Republik»

Am 25. Januar 2021 war Reza von der 4. Abteilung des Revolutionsgerichts in Karadsch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Aber am 25. April wurde seine Strafe in der Berufung um die Hälfte reduziert.
Reza wurde am 27. November 2020 in der Nähe seines Hauses verhaftet. Mit verbundenen Augen und in Handschellen wurde er an einen nicht identifizierten Ort gebracht. Er wurde stundenlang verhört, bevor er in ein Gefangenenlager des Korps der Revolutionsgarden gebracht wurde. Seine Familie hörte erst eine Woche nach seiner Verhaftung von ihm. Nachdem er einem Staatsanwalt vorgeführt wurde, wurde er offiziell wegen «Propaganda gegen die Islamische Republik» angeklagt.

«Im Iran wird niemand wegen seines Glaubens inhaftiert»

Für Mansour Borji, Advocacy-Direktor der NGO Article18, gibt es keinen Zweifel: «Aus den Anklagen gegen ihn geht hervor, dass Reza wegen seines Glaubens im Gefängnis sitzt. Auch wenn das Regime immer wieder behauptet, dass im Iran niemand wegen seiner religiösen Überzeugungen inhaftiert wird.»
Mansour Borji betont: «Wir fordern die iranische Regierung auf, Rezas Urteil sofort aufzuheben und zu erklären, warum trotz seiner Aussagen muslimische Konvertiten zum Christentum und Angehörige nicht anerkannter religiöser Minderheiten weiterhin ohne einen anderen Grund als ihren religiösen Glauben verfolgt und inhaftiert werden. Dies verstösst gegen internationale Verträge, die der Iran ratifiziert hat, und sogar gegen die iranische Verfassung, die besagt, dass "niemand wegen seiner Religion belästigt oder beunruhigt werden darf."»