27.05.2016 / news

Islamisten weltweit auf dem Vormarsch

Die Christen Iraks sind scheinbar die ersten auf einer langen Liste von Vertriebenen, deren Flucht vom Islamischen Staat und dessen verschiedenen Verbündeten verursacht worden ist. Open Doors ist auch in anderen Regionen tätig, in denen sich radikale Gruppierungen dem Islamischen Staat angeschlossen haben (mindestens 13 Ländern, siehe Karte).

In allen diesen Ländern werden die Christen stark diskriminiert oder verfolgt. Die Mehrheit dieser Länder wird im Weltverfolgungsindex, ein Verzeichnis jener 50 Länder, wo die Christen am stärksten verfolgt werden, erwähnt. Auch in diesen Regionen werden Vorbereitungen getroffen, bereits bestehende Projekte zu intensivieren und den jeweiligen Entwicklungen anzupassen.

Terroristische Gruppierungen, die dem Islamischen Staat Treue geschworen haben

Asien und Persischer Golf 2 :

Afghanistan (Nr. 4 im Weltverfolgungsindex 2016):
Bei vielen Studenten scheint die Bereitschaft zu bestehen, sich dem Islamischen Staat anzuschliessen. Dieses Land erlebte seinen ersten Anschlag seitens dieser terroristischen Organisation im April 2015, als die Filiale der Bank von Kabul in Jalalabad angegriffen wurde, was über 30 Menschen das Leben kostete.

Pakistan (Nr. 6 im Weltverfolgungsindex 2016):
Die drei wichtigsten Talibangruppen haben sich im Oktober 2014 dem Islamischen Staat angeschlossen. Hunderte von Taliban haben in ganz Afghanistan die Gründung des Kalifats von Khorazan proklamiert - ein (bis jetzt noch virtueller) Staat, der Indien, Pakistan und Bangladesch umfassen soll.

Malediven (Nr. 13 im Weltverfolgungsindex 2016):
Auch hier ist ein Anstieg der Zahl der Extremisten zu verzeichnen, die sich dem IS in Syrien anschliessen wollen oder bereits angeschlossen haben. Mindestens 5 Malediver wurden in Syrien bereits getötet.

China (Nr. 33 im Weltverfolgungsindex 2016):
Etwa 300 Uiguren (eine islamische Minderheit im Nordwesten Chinas) sind für den Kampf nach Syrien gereist.

Malaysia (Nr. 30 Weltverfolgungsindex 2016):
Auch dieses Land wird mit zahlreichen Islamisten konfrontiert, die ihr Land verlassen, um nach Syrien zu reisen, die aber auch Anschläge auf Pubs oder Diskotheken in Malaysia selber vorbereiten.

Bangladesch (Nr. 35 im Weltverfolgungsindex 2016):
In den vergangenen Monaten gab es an verschiedenen Orten Razzien, wobei die Polizei mehrere Islamisten mit Verbindungen zum IS verhaftet hat, die dabei waren, Attentate vorzubereiten.

Indonesien (Nr. 43 im Weltverfolgungsindex 2016):
Weil er als unislamisch qualifiziert wird, ist der IS in Indonesien offiziell verboten. Er geniesst aber stillschweigend breite Unterstützung, vor allem in den Universitäten und Hochschulen. Mehrere Dutzend Radikale sind bereits Kämpfen nach Syrien gezogen, darunter sogar ganze Familien inklusive Kinder. Der IS ist in 16 Provinzen aktiv und hat seine Hochburg in Aceh.

Philippines:
Mehr als 200 Militante haben sich den Kämpfern in Syrien und im Irak angeschlossen.
Radikale Gruppierungen sind im Süden des Landes aktiv, darunter Abu Sayyaf, MILF und BIFF.

Afrika:
In Ostafrika, mit seinen durchlässigen Grenzen und dauernden Konflikten, befürchtet man die Festigung einer Dreierallianz zwischen Al-Shahab (Somalia), Boko Haram (Nigeria) und dem IS. Das würde in dieser instabilen Region ein Chaos hervorrufen, wunter welchem insbesondere die Christen zu leiden hätten, die schon mehreren Wellen der Verfolgung ausgesetzt gewesen sind. Somalia und Nigeria nehmen im Weltverfolgungsindex den 7. bzw. den 12. Rang ein.

Im Westen Afrikas hat Boko Haram in März 2015 dem Islamischen Staat die Treue geschworen. Zehntausende sind aus den nördlichen Bundesstaaten geflohen, unter diesen Vertriebenen hat es viele Christen.

In all diesen Ländern stehen die Christen, die oftmals mit den westlichen "Feinden" identifiziert werden, oben auf der Liste jener, die von den Verbündeten des Islamischen Staates angegriffen werden. Ihre Entscheidung, ob sie bleiben oder gehen werden, hängt auch von uns ab: Welche Antwort haben wir bereit, wenn sie uns um Hilfe bitten?

2 2 February 2015, The Call of the Islamic State Resonates across South Asia, The international relations and security network