05.09.2021 / news

Kuba: Die Situation für Christen verschlechtert sich

Die Lage der Christen in Kuba verschlechtert sich mit der Verhaftung von vier Pastoren im Juli und der verstärkten Überwachung der Kirchen durch die Behörden.

Im Juli gingen Kubaner aus allen Bevölkerungsschichten angesichts der Lebensmittel- und Medikamentenknappheit und der Ausbreitung von Covid-19 im Land auf die Strasse. Auch Christen und Pastoren. Vier von ihnen wurden festgenommen, einer von ihnen befindet sich noch in Haft. Diese Verhaftungen sind symptomatisch für eine sich verschlechternde Situation.

3 verhaftete Pastoren sind freigelassen worden, 1 ist noch im Gefängnis

Yeremi Blanco Ramirez, Yarian Sierra Madrigal und Yusniel Perez Montajo sind frei. Diese drei Baptistenpastoren wurden während der Demonstrationen von den Behörden festgenommen. Sie konnten nicht mit ihren Familien kommunizieren. Yusniel war der erste, der freigelassen wurde.
Am 24. Juli wurden auch Yeremi und Yarian wieder mit ihren Familien zusammengeführt. Das ist eine gute Nachricht für die Christen, die sich Sorgen um sie gemacht haben. Doch obwohl sie frei sind, wurde die Anklage gegen sie nicht fallen gelassen.

Aus der Wohnung geworfen

Yarian wurde zwar mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn zusammengeführt, konnte aber nicht nach Hause zurückkehren: Am 18. Juli, als er noch im Gefängnis war, wurde seine Familie aus ihrer Wohnung geworfen. Ihr Vermieter hatte den Drohungen des Sicherheitsdienstes nachgegeben. Yarian und seine Familie sind derzeit in einer Kirche untergebracht.
In der Zwischenzeit befindet sich ein anderer Pastor immer noch im Gefängnis. Lorenzo Rosales Fajardo befindet sich in einem Gefängnis in Santiago de Cuba. Seine Familie hat keine Nachricht von ihm, und seine Frau durfte ihn nicht besuchen.

Gefängnis nicht gerechtfertigt

Nach Ansicht unserer Partner in Kuba kommt ihre Verhaftung einer Verfolgung gleich: Diese Pastoren haben die Demonstrationen lediglich gefilmt und nichts, was sie getan haben, rechtfertigt, dass sie ins Gefängnis gesteckt und als Kriminelle behandelt werden.

Die Schlinge zieht sich zu

Die Situation für die Christen in Kuba spitzt sich zu: Vier Tage vor den Demonstrationen hatten christliche Leiter zu einem Tag des Fastens und Betens für das Land aufgerufen. Die Zeitschrift Christianity Today beklagt: «Kirchenleiter aller Konfessionen berichten, dass sie zunehmend überwacht, verhört und bedroht werden.»
Mario Felix Lleonart Barrosso, ein kubanischer Pastor im Exil in den Vereinigten Staaten, erklärt, dass die Regierung eine Kampagne der «Reorganisation» gegen die Kirchen führt. Das bedeutet, dass sie versucht, sie unter der Kontrolle der kommunistischen Partei zu halten. Um dies zu erreichen, erstickt sie sie mit Geldstrafen. Oder er schliesst sie, indem er sie für illegal erklärt, wenn sie sich nicht vorher bei den Behörden angemeldet haben.