31.10.2019 /
Nigeria
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Letztes Update unserer laufenden Projekte (November 2019)

Wie das Trauma-Zentrum Leben verändert

Nigeria ist eines der Fokusländer des diesjährigen Sonntags der verfolgten Kirche (SVK). Der Terror von Boko Haram im Nordosten des Landes sowie die Angriffe von Fulani-Kämpfern auf christliche Dörfer im Middle Belt haben den Christen in Nordnigeria stark zu­gesetzt. Die Christen brauchen dringend unsere Gebete und konkrete Unterstützung, um sie in dieser «dunklen Nacht» zu begleiten. Eine wichtige Antwort ist das Trauma-Zentrum (im Bild), das Open Doors kürzlich eröffnete.

Das «Shalom Centre» nahm am 1. März 2019 den Betrieb auf, nachdem sich die Eröffnung aufgrund schwerer Sicherheitsprobleme um rund ein Jahr verzögert hatte. Es ist als Ort gedacht, an dem Menschen mit verschiedenen Arten von Traumata langzeitig betreut werden können.

«Es läuft noch nicht so reibungslos, wie wir es gerne möchten, aber wir sind zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht», sagt die hausinterne Traumaberaterin.

«Gott versteht meinen Schmerz und meine Gebrochenheit»
Eine der ersten Schulungen nach der Eröffnung war ein Trauma-Seminar für Gemeindeleiter. Diese Schulung hilft Pastoren und anderen Leitern, sich ihres persönlichen Traumas bewusst zu werden und Heilung zu erlangen. Zudem lernen sie, andere mit Traumata zu identifizieren und ihnen zu helfen. Peter*, ein Pastor aus Nordnigeria, profitierte sehr: «Die Schulung war nicht nur theoretisch, sondern befasste sich ganz konkret mit dem tiefen inneren Schmerz. Ich konnte verstehen, wie sich mein Trauma auf verschiedene Bereiche in meinem Leben ausgewirkt hat. Plötzlich sah ich die Bibel in einem neuen Licht; sie zeigte deutlich, wie Gott meinen Schmerz und meine Gebrochenheit versteht. Er bietet Hoffnung und Heilung.»

Es gab mehrere weitere Angebote für Überlebende von Gewalt, etwa jenes für 15 Frauen aus vier Bundesstaaten im Norden. Nach den Therapiesitzungen war ihre Verwandlung offensichtlich: Vor dem Schlafengehen sangen und tanzten sie etwa eine Stunde lang. Eine der Frauen, die durch die Gewalt ihren Mann und Sohn verloren hatte, empfand das erste Mal wieder Freude.

«Ich habe zum ersten Mal gut geschlafen»
In einer Therapie für Überlebende aus Kaduna sagte ein Teilnehmer, dessen kleine Tochter vor seinen Augen zu Tode gehackt worden war: «Seit diesem Tag war ich wie betäubt. Ich konnte nicht trauern und meinen Schmerz verarbeiten. Während des Programms brach ich zusammen und konnte das erste Mal weinen. In dieser Nacht habe ich zum ersten Mal gut geschlafen, ohne schlechte Träume.»

Das Zentrum verfügt über zehn Schlafzimmer, Beratungsbüros und eine Küche mit Essbereich. Die fünf Mitarbeitenden des Zentrums werden von sehr fähigen und engagierten Freiwilligen unterstützt. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht die Gemeinschaft – beim Essen, den Andachten, dem Gebet und sogar in der Freizeit oder beim gemeinsamen Aufräumen. «Wir wünschten, wir könnten länger hier bleiben!», sagen die Begünstigten. Ihre Familien leben in Lagern für Binnenflüchtlinge; also bringen sie die Botschaft der Heilung nach Hause und zu anderen ­Vertriebenen.

Unser Koordinator vor Ort fügt hinzu: «Wir danken Gott für die vielen Schulungen, die bereits stattgefunden haben. Bitte betet für seinen Schutz über dem Zentrum, den Mitarbeitenden, den Freiwilligen und den Besuchern.» /

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«Sie lebt» – Beten wir weiter für Leah Sharibu

Viele haben für Leah Sharibu (im Bild) gebetet. Am 31. August bestätigte die nigerianische Regierung, dass sie noch am Leben ist.

Leah war 15, als sie im Februar 2018 von Boko Haram mit über 100 ihrer Schulkameradinnen von ihrer Schule in Dapchi im Nordosten Nigerias entführt wurde. Ein Mädchen starb, die anderen wurden innerhalb eines Monats wieder freigelassen. Leah wurde weiter festgehalten, weil sie sich weigerte, ihren Glauben an Jesus zu leugnen.

Am 31. August teilte ein Regierungssprecher mit, dass Leah noch am Leben ist, und bekräftigte das Engagement von Präsident Muhammadu Buhari für ihre sichere Rückkehr.

Leahs Eltern haben die Christen aufgefordert, für ihre Tochter zu beten. Ihre Mutter, Rebecca, sagte: «Ich weiss, dass auf der ganzen Welt Christen für die Freilassung meiner Tochter beten und eintreten. Werdet nicht müde, für sie zu beten, bis sie ­zurückkehrt.»