27.11.2015 /
Nigeria
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Nigeria: Boko Haram auf dem Rückzug bedroht Grenzregionen

Boko Haram hat in Nigeria an Boden verloren und intensiviert nun seine Angriffe in den angrenzenden Ländern Kamerun, Tschad und Niger.

Seit der Verschiebung der terroristischen Bedrohung in die Grenzregionen sind die Nachbarländer Nigerias einer noch nie dagewesenen Gewaltwelle ausgesetzt. Auch da nimmt Boko Haram insbesondere die Christen und als zu moderat geltende Muslime ins Visier. Eine Überlebende schildert, wie ihre Familie plötzlich den Terroristen gegenüberstand: «Christen oder Muslime? - Christen. - Legt Euch an den Strassenrand!»

«Ich dachte, sie würden Luftschüsse abgeben, bis mir klar wurde, dass sie gerade meinen Mann und meine beiden Söhne getötet hatten. Ich wurde gefangen genommen.»

Suleiman*, der Hauptverantwortliche der Projekte von Open Doors in der Region, erklärt: «Diese Situation ist die Folge der zunehmenden Intoleranz gegenüber den Christen. Ab den 1990er Jahren wurden ihnen verschiedene Grundrechte verweigert, wie der Zugang zu bestimmten Arbeitsstellen. In den Schulen wurden die Lehrpläne angepasst und radikale Imame begannen, in den Herzen der Jugendlichen Hass zu säen. Und nun ernten wir die Gewalt gegen Christen.»

Im Jahr 2014 forderten die Übergriffe von Boko Haram 6664 Todesopfer, gefolgt vom IS mit 6073 Opfern. Damit ist Boko Haram die gewalttätigste Gruppierung der Welt.

Dank verschiedener Militäroperationen ist es gelungen, Dutzende von Dörfern aus den Händen der Rebellen zu befreien. Aber nun intensiviert die islamistische Gruppierung die Anschläge nicht nur in Nigeria, sondern auch jenseits der Grenzen in Kamerun, im Tschad und in Niger, mit dem Ziel, die Scharia durchzusetzen. «Jede Woche kommen neue Flüchtlingswellen aus allen Himmelsrichtungen. Unsere Kirchen sind überfordert», erklärt der alarmierte Pastor Heteck aus Kamerun.

Trotz der Risiken setzen Open Doors und die lokalen Kirchen ihre Unterstützung der verfolgten Christen aus dieser Gegend fort.

* Deckname(Bild: Nigerianische Pastoren, die nach Kamerun geflüchtet sind, erhalten von Open Doors Bibeln.)