04.05.2016 /
Nordkorea
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Nordkorea: Pastor von Geheimdienst ermordet

Seine Hingabe für nordkoreanische Flüchtlinge kostete ihn sein Leben

Nordkorea ist für die Nachfolger von Jesus Christus eines der gefährlichsten Länder der Welt. Das Regime um Kim Jong Un ist fest entschlossen, alle christlichen Aktivitäten auszulöschen, und verfolgt dieses Ziel mit einem Heer von speziell ausgebildeten Agenten. Das trifft auch ausländische Christen, wie u.a. die Verhaftung des koreanisch-kanadischen Pastors Lim Hyeun-soo im Februar 2015 zeigte. Er hatte jahrelang humanitäre Hilfe in Nordkorea geleistet und wurde im Dezember 2015 wegen angeblich 'staatsfeindlicher Aktivitäten' zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Am 30. April wurde nun der koreanisch-chinesische Pastor Han Choong Yeol von Geheimagenten Nordkoreas ermordet.

Er gab alles, um nordkoreanischen Flüchtlingen zu helfen

Der 49-jährige Pastor Han Choong Yeol unterstützte seit Jahren Flüchtlinge, die aus Nordkorea nach China flohen, oft um dem Hunger zu entrinnen. Er selbst lebte in der chinesischen Grenzstadt Chiangbai, wo er sie mit Kleidung, Nahrungsmitteln, Medizin und anderen Gütern versorgte.

Weil er am 30. April nicht zur üblichen Uhrzeit nach Hause zurückkehrte, wurde eine Suche nach ihm eingeleitet. Um 20 Uhr wurde sein durch Messerstiche und Axthiebe schwer entstellter lebloser Körper gefunden. Han leitete eine lokale Kirchengemeinde der Drei-Selbst-Kirche mit etwa 600 Gottesdienstbesuchern. Im November 2014 wurde ein Diakon seiner Gemeinde entführt, von dem seither jede Spur fehlt. Han wusste, dass er ins Visier des nordkoreanischen Geheimdienstes geraten war. Das hielt ihn jedoch nicht auf. Er habe 'sich über die Massen für Nordkoreaner engagiert', berichten seine Mitarbeiter. Pastor Han hinterlässt eine Frau, einen Sohn und eine Tochter. Bitte beten Sie für die Familie und die Kirchengemeinde.