25.02.2021 /
Pakistan
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Pakistan: Christliche Krankenschwester fälschlich beschuldigt und gewaltsam angegriffen

Eine christliche Krankenschwester wurde am 28. Januar in einer Entbindungsklinik in Karachi, Pakistan, von ihren Kollegen schwer geschlagen. Ihre Angreifer warfen ihr ohne Beweise vor, gegen den Islam gelästert zu haben.

Tabitha Nazir Gill, eine christliche Krankenschwester, die der Blasphemie beschuldigt wird, wurde von anderen Krankenschwestern in der Entbindungsklinik in Karachi, in der sie arbeitet, angegriffen. Die Szene wurde gefilmt und in sozialen Netzwerken gepostet. Nichts auf dem Video bestätigt die Vorwürfe der Angreifer. In Wirklichkeit hat die Krankenschwester einer Patientin nur angekündigt, dass sie für sie beten würde.
Die damals anwesenden Krankenschwestern stürzten sich sofort auf die christliche Krankenschwester. Sie versuchte zu fliehen, aber ihre Kollegen verfolgten sie, schlugen sie und schleppten sie die Treppe vom dritten zum ersten Stock hinunter.

Keine gotteslästerlichen Worte

Trotz der Anschuldigungen ihrer Angreifer, über die in den pakistanischen Medien berichtet wurde, besteht Nazir Gill darauf, dass sie keine blasphemischen Äusserungen gemacht hat. Auf den Videos, die in sozialen Netzwerken gepostet werden, sagt sie kein Wort über den Propheten des Islam, über Mohammed. Doch die Ankläger schafften es, die Polizei davon zu überzeugen, eine Untersuchung wegen Blasphemie einzuleiten: Tabitha Nazir Gil soll gesagt haben, dass Mohammed «kein Prophet» sei.

Seit Monaten unter Druck

Tabithas Kollegen hatten sie seit Monaten unter Druck gesetzt, zu kündigen. Der Glaube der christlichen Krankenschwester war der Grund für die Spannung. In Pakistan, einem Land, in dem der Islam die Staatsreligion ist, werden Christen regelmässig der Blasphemie beschuldigt. Ein Verbrechen, das zu schweren Gefängnisstrafen oder sogar zur Todesstrafe führen kann. Aber laut pakistanischen Anwälten wird das Blasphemiegesetz oft als Vorwand benutzt, um Rechnungen mit den Angeklagten zu begleichen; meistens, ohne den geringsten Beweis zu erbringen.