18.10.2019 /
Syrien
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Syrien: Unterstützen wir die Christen im Nordosten des Landes!

Rund 50’000 Christen stehen im Kreuzfeuer des Konflikts zwischen der kurdischen und syrischen Armee und der Türkei. Sie brauchen unsere Unterstützung und unser Gebet.

Die Strassen der syrischen Stadt Qamischli nahe der türkischen Grenze leerten sich schlagartig, als am Nachmittag des 9. Oktober die ersten Explosionen erschallten. Seither scheint das Leben stillzustehen. Bomben fallen, ohne zwischen Soldaten und Zivilpersonen, bewaffneten Positionen und Einkaufsläden zu unterscheiden.

Bisher wird geschätzt, dass mindestens 90 christliche Familien aus Qamischli geflohen sind, während andere noch in der Stadt sind. Ein Pastor besuchte eine christliche Familie, deren Haus bombardiert wurde. «Fadi, der Vater, wurde verletzt. Seine Frau wurde an der Wirbelsäule schwer verwundet und könnte gelähmt bleiben, wenn sie nicht operiert wird. Die beiden Kinder sind total verängstigt. Das Haus und der angrenzende Laden wurden zerstört. Am vergangenen Freitagabend wurde die grösste Bäckerei getroffen», berichtet er. Die Bewohner sind hilflos.

Eine andere furchterregende Gefahr droht inmitten des allgemeinen Terrors: dass die Mitglieder der Organisation Islamischer Staat aus den Gefängnissen entkommen. Hunderte Gefangene konnten nach Angaben der kurdischen Streitkräfte bereits ausbrechen. Die Bevölkerung hat Angst vor Terroranschlägen, die die Kämpfer nach ihrer Flucht planen könnten, insbesondere gegen Christen und Jesiden. Die christlichen Familien, die geblieben sind, sagen: «Möge Gott uns führen, um in dieser schwierigen Situation das Richtige zu tun.»

Unsere lokalen Partner haben bereits begonnen, humanitäre Hilfe zu leisten: medizinische Versorgung der Verletzten, Verteilung von Lebensmitteln und Kleidung, posttraumatische Begleitung usw. Sie stehen den vor Ort gebliebenen wie auch den geflohenen Christen auf jede mögliche Weise zur Seite.