15.01.2021 / news

Über 340 Millionen Christen wurden 2020 stark verfolgt: vergessen wir sie nicht!

Der am Mittwoch, 13. Januar von Open Doors veröffentlichte Weltverfolgungsindex 2021 zeigt, dass der Druck auf die christlichen Minderheiten im vergangenen Jahr zugenommen hat. Neben der Coronavirus-Pandemie, die ihre Lebensbedingungen erschwert hat, ist die Verschlechterung auf folgende Gründe zurückzuführen: verstärkte staatliche Überwachung in China, Radikalisierung des Hindu-Extremismus in Indien und Islamismus in der Sahelzone.

Der Weltverfolgungsindex, Massstab der Verfolgung von Open Doors seit 1992, listet die 50 Länder auf, in denen der christliche Glaube am meisten bekämpft wird. Im Jahr 2020 litten allein in diesen 50 Ländern mehr als 309 Millionen Christen unter Verfolgung, die als «extrem» oder «sehr hoch» eingestuft wurde.

Indexkarte ausschliesslich in Rot und Orange

«Es ist das erste Mal seit Bestehen des Index, dass das Ausmass der Verfolgung in allen 50 Ländern so hoch ist», bemerkt Philippe Fonjallaz, Leiter von Open Doors Schweiz. «Dies zeigt leider, dass sich die die Situation der Christen weltweit anhaltend verschlechtert.»

Wenn man alle Länder in Betracht zieht, in denen die Christen diskriminiert werden (>74), sind es insgesamt über 340 Millionen Christen, die Verfolgung erfahren, d.h. 1 von 8 Christen weltweit. 

Die gefährlichsten Länder für Christen

Nordkorea steht einmal mehr an der Spitze des Weltverfolgungsindex, was seit 20 Jahren der Fall ist. Danach folgen Afghanistan, Somalia, Libyen, Pakistan, Eritrea, Jemen, Iran, Nigeria, Indien, Irak und Syrien. 

China: Die Christen sind Opfer des «Sozialkredit»-Systems

Die Kontrolle des chinesischen Regimes verstärkt sich. Das Land ist im Index innerhalb von zwei Jahren vom 27. auf den 17. Platz aufgestiegen. Das «Sozialkredit»-System zielt auf die Christen ab, die gegen die Regeln der Kommunistischen Partei verstossen. Die Einführung dieses Systems hat den Druck sowohl auf registrierte als auch auf nicht registrierte Kirchen erhöht. Allein im Jahr 2020 wurden mindestens 3080 Kirchen und zu religiösen Zwecken genutzte Räumlichkeiten geschlossen, angegriffen oder zerstört. 

Die Covid-19-Pandemie verstärkt die Ausgrenzung

In vielen Ländern Asiens und Afrikas wurden die Christen bei der Verteilung von Hilfsgütern der Regierung während der Pandemie massiv diskriminiert.

In Indien berichteten 80 % der über 100’000 Christen, die von den Partnern der NGO Open Doors Hilfe erhielten, dass sie wegen ihrer Religionszugehörigkeit von den staatlichen Programmen für Lebensmittelverteilung ausgeschlossen wurden.

Gewalt in Indien 

Unter der hindu-nationalistischen Regierung des indischen Premierministers Modi (Platz 10) bleibt die Gewalt extrem hoch. Die Zahl der gewalttätigen Angriffe gegen Christen hat sich seit 2014 verfünffacht. Regelmässig fallen wütende Mobs über Kirchen her und greifen christliche Familien in ihren Dörfern an.  

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