01.10.2020 /
Myanmar
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Wie Gott eine Familie vor dem Tod rettete

Der 60-jährige Samson (im Bild) zeigt unserem Team einen kurzen Videoclip. Man sieht einen wütenden buddhistischen Mob, der sein Haus angreift, kurz nachdem Samsons Familie Christen geworden sind. Es ist drei Jahre her, seit Samsons Nachbarn versucht haben, seine Familie zu töten und sie schliesslich aus dem Dorf vertrieben haben. Heute besteht die Gefahr für sie immer noch, und die Familie lebt nun in einem geheimen Zufluchtshaus, das von einem Partner von Open Doors in Myanmar betrieben wird.

Samson lebte in einem typischen burmesischen Dorf, in einem Holzhaus mit etwa 20 Mitgliedern seiner Grossfamilie, Kindern und Enkelkindern, wie es für Familien in Asien typisch ist. Seine Familie und er glaubten an Buddha und gaben ihr Bestes, um gut zu sein.
«Aber wir können nicht jeden Tag Gutes tun. Wir können keine grossen Opfer bringen. Manchmal konnte ich nicht meditieren. Ich wusste, dass ich wegen Dingen, die ich nicht tun konnte, bestraft würde.»

«Wir können keine Kompromisse ­eingehen»
Aber vor einigen Jahren teilte ein Pastor die gute Nachricht von Jesus mit Samson und ihm wurde klar, dass er nicht weiter versuchen konnte, sein eigenes Heil zu verdienen. «Ich sage nicht, dass Buddhisten keine guten Menschen sind. Aber wir sind alle Sünder. Jesus ist für uns gestorben. Er ist der lebendige Gott und unser Erlöser. Wir können keine Kompromisse eingehen.»

Als die Dorfbewohner erfuhren, dass sie Christen geworden waren, informierten sie den Dorfchef. Die Behörden beriefen ein Treffen im nahegelegenen buddhistischen Kloster ein und zwangen Samson und seine Familie, zu kommen. Etwa 50 Mönche und 200 weitere Personen nahmen daran teil.

Während des Treffens fragte einer der Mönche Samson: «Glaubst du wirklich an Jesus? Kehrst du nicht zu unserer ­Religion zurück?»

Samson antwortete: «Wir werden unseren Glauben nicht verleugnen. Wir glauben an Jesus, bis wir sterben!»

Früh am nächsten Morgen kamen fünf Lastwagen in Samsons Dorf und warfen Hunderte von Steinen direkt vor seinem Haus ab. Es war ein merkwürdiger ­Anblick, aber Samson tat es am Ende ab und dachte, dass all diese Steine nur für Strassenreparaturen gedacht waren.

Der Tag, an dem es Steine regnete
Am nächsten Morgen waren Samson und seine Familie gerade dabei, zu beten, als sie die Stimme des Dorfchefs hörten, der mit einigen anderen gekommen war: «Tötet ihn! Samson, bitte deinen Gott, dich jetzt zu retten!»

Die Rufe wurden lauter und lauter. Dann wurde es still – ein Zischen und ein dumpfer Aufschlag. Der erste Stein.

Samson erinnert sich: «Sie warfen einen Stein nach dem anderen. Meine Enkelin stand auf und schloss das Fenster. Sie wurde an der Brust getroffen und verwundet. Es war so viel Lärm. Sie riefen ‹Tötet sie, tötet sie!› Wir hörten nicht auf, zu Gott zu beten, selbst als sie versuchten, unser Haus niederzubrennen.»

Aber die Angreifer hatten keinen Erfolg. Sie machten weiter und versuchten, die Motorräder und Fahrräder der Familie in Brand zu setzen. Doch das Feuer erlosch wieder. Als der Mob Samsons Haus nicht niederbrennen konnte, gingen sie zum Haus seiner jüngsten Tochter, das nicht weit entfernt war, und beschädigten es schwer.


Die Terrasse von Samsons Haus nach dem kriminellen Steinwurf

«Meine Tochter rief unseren Pastor um Hilfe, und jemand aus der Kirche ging zur Polizei. Nach einer Stunde kam die Polizei in unserem Dorf an, um uns zu holen. Ich erinnere mich, wie ein buddhistischer Mönch fragte: ‹Gibt es hier jemanden, der noch am Leben ist? Kommt jetzt aus dem Haus.› Als wir herauskamen, waren die Leute erstaunt, dass wir immer noch am Leben waren.»

In ein Zufluchtshaus gebracht
Samson und seine Familie kamen relativ unbeschadet davon. Sie wurden zur Gemeindeverwaltung gebracht und später ins Krankenhaus gefahren.

Aber die Familie konnte nicht weiter im Dorf leben. Sie wurde von einem Partner von Open Doors zu ihm in ein Zufluchtshaus gebracht. Dies ist eine vorübergehende Lösung. Open Doors wird ihnen beim Bau eines neuen Hauses helfen.

Trotz der Wunden und des Traumas entschied sich Samson, keine Anzeige gegen die Angreifer zu erstatten. Der Mann, der versucht hatte, sein Haus in Brand zu stecken, kam sogar zu Samson und bat ihn um Vergebung – auch er ist jetzt ein Nachfolger Jesu. /

Auszug Oktober 2020 – Magazin