Wir erhalten nicht für jede unserer Schreibaktionen eine Rückmeldung, aber wenn wir eine bekommen, veröffentlichen wir sie hier, denn sie ermutigen uns, in unserem konkreten und praktischen Einsatz für die verfolgten Christen nicht nachzulassen.

Update Schreibaktion für Trinity in Indonesien (September 2019)

Indonesien: «Mama, mach dir keine Sorgen, Jesus kann mich heilen»

Trinity war dreieinhalb Jahre alt, als sie im November 2016 beim Bombenanschlag auf die Kirche in Samarinda schwer verletzt wurde. Ihre Heilung geht langsam voran und ist von Leiden geprägt, aber der Glaube ist stärker.

Im vergangenen Mai musste sich Trinity zwei weiteren Operationen unterziehen: eine Hauttransplantation am linken Ellbogen und Handgelenk. Derzeit ist sie in Therapie, um den Gebrauch ihrer Hand wiederzuerlangen. «Wir sind fest entschlossen, alles zu tun, damit unsere Tochter vollständig geheilt wird», sagt Sarina, ihre Mutter. Auch Trinity ist voller Zuversicht: «Mama, mach dir keine Sorgen. Jesus kann mich heilen.»

Der Weg zur Heilung ist lang und schmerzhaft, aber Trinitys Eltern geben nicht auf, der Glaube gibt ihnen Hoffnung: «Wir hoffen, dass es Trinity im Dezember bessergehen wird. Sie ist bald sieben Jahre alt und es ist Zeit für sie, in die Schule zu gehen. Im Januar 2020 kann sie den Kindergarten besuchen und dann im Juli in die Primarschule eintreten.»

Was Trinitys Familie hilft, diese Leidensprobe durchzustehen, ist die Liebe. Trinity ist das Glied, das sichtbar leidet, aber alle Mitglieder leiden innerlich mit. Doch die Familie lässt sich vom Schmerz nicht erschüttern. Zusammen zählen sie auf Gott, ohne Stöhnen und Zweifeln. Trinity und ihre Eltern erleben buchstäblich das, was in der Bibel steht: «Diese drei Dinge bleiben: Glaube, Hoffnung und Liebe» (1 Korinther 13:13).

Trinity hatte so schlimme Verbrennungen erlitten, dass sie zum vierten Mal nach China gebracht werden musste, um dort in einer Klinik Zugang zu komplexen Eingriffen und Pflegemethoden zu haben. Sarina umgibt ihre Tochter mit all ihrer Liebe, aber ihr Herz ist oft gebrochen: «Es schmerzt so sehr, sie leiden zu sehen. Operationen, Hauttransplantationen, Injektionen… Trinity leidet enorm, mehr als wir uns vorstellen können.»

Der Schmerz ihrer Tochter bedrückte sie so sehr, dass sie den Arzt anflehte: «Bitte nehmen Sie meine Haut, wenn sie dadurch geheilt werden kann. Trinity ist noch so klein, sie hat noch einen langen Weg vor sich.» Das Ärzteteam lehnte ab, weil dies aus medizinischer Sicht nicht ratsam wäre. Trinity und ihre Eltern sind in ihrer schweren Prüfung nicht allein, sie werden regelmässig von indonesischen Christen und den lokalen Partnern von Open Doors unterstützt.

Zwei weitere Kinder, Anita und Alvaro, die demselben Attentat zum Opfer fielen, kämpfen um ihre Heilung.

Gebetsanliegen

  • Danken wir Gott für die gute medizinische Betreuung von Trinity und für ihre Fortschritte.
  • Beten wir für die vollständige Heilung dieser drei verletzten Kinder, möge Gott ihnen auch helfen, ihre Traumata zu überwinden.
  • Beten wir für die Sicherheit der Christen inmitten des steigenden Islamismus in Indonesien.

Info: September 2019

Update Schreibaktion für Eldos aus Kirgistan (Juli 2019)

Ende des vergangenen Jahres hatten wir Sie gebeten, im Gebet für Eldos einzustehen und ihn mit Karten zu ermutigen. Heute geht es ihm besser, er ist in einem anderen Land in Sicherheit. Er bedankt sich für Ihre Gebete!

Noch vor wenigen Monaten musste sich Eldos, ein 25-jähriger Kirgise, in ständiger Angst irgendwo verstecken. Die Lage war so kritisch, dass er in ein anderes Land gebracht werden musste. Zwei Mitarbeiter von Open Doors Frankreich haben ihn kürzlich getroffen. Es geht ihm jetzt viel besser.

«Ich wusste nicht, dass ich eine so grosse Familie habe!»

Das Team überreichte Eldos über tausend Ermutigungskarten aus verschiedenen Ländern, darunter über 80 aus Österreich und der Schweiz. Welche Überraschung: «Ich wusste nicht, dass ich eine so grosse Familie habe! Es berührt mich sehr, dass mir so viele Menschen geschrieben haben und für mich beten», bedankte sich Eldos. Sein Onkel war auch sehr bewegt und drückte seine Dankbarkeit aus: «Liebe Brüder und Schwestern, im Namen meiner Familie danke ich euch herzlich für eure ermutigenden Worte, euer Gebet, eure Solidarität, eure Unterstützung! Das ist für uns das wahre Spiegelbild der Liebe Gottes. Euer Verhalten, eure Liebe und euer Gebet haben mein Herz verändert.»

Von einer unsichtbaren Hand beschützt

Eldos erholt sich allmählich vom erlittenen Angriff. Drei Männer waren gewaltsam über ihn hergefallen und hatten ihn erbarmungslos verprügelt, weil er seinen christlichen Glauben nicht verleugnen wollte. Ein gebrochener Kiefer, ausgeschlagene Zähne… Eldos war in bedenklichem Zustand ins Spital eingeliefert worden. Seither wurde er mehrmals operiert. Der untere Teil seines Gesichtes ist noch teilweise unempfindlich. Er erzählte uns, dass er während des Angriffes den Schutz Gottes spürte: «Meine Angreifer schlugen drei Stunden lang auf mich ein, aber ich fühlte in gewissen Momenten, wie eine unsichtbare Hand mich vor den Hieben schützte.»

Beten für Eldos ungewisse Zukunft

Eldos hat einen Antrag für eine längere Aufenthaltsbewilligung eingereicht. Er hat mit seinem Onkel und seiner Tante bei Christen Unterkunft gefunden. Sie bitten Gott um seine Führung.

Info: Juli 2019

Update Esther in Nigeria (Juni 2019)

Nigeria: Ermutigung verändert Esthers Leben

Nach einjähriger Gefangenschaft und Misshandlung durch Boko Haram setzte sich das Leiden der heute 20-jährigen Esther auch in ihrem Heimatdorf fort. Dort erlebt sie bis heute viel Ablehnung. Seit zwei Jahren steht Open Doors in engem Kontakt mit Esther und ihrer zweijährigen Tochter Rebecca. Sie erhielt praktische Unterstützung, Traumabegleitung und nicht zuletzt zahlreiche Ermutigungsbriefe von Christen aus aller Welt. Unsere Mitarbeiterin Hannah* berichtet von ihrem jüngsten Besuch:


Kleines Frühstück und Spass zu zweit – Esther und ihre Tochter Rebecca


Persönliche Post vom britischen Aussenminister

Wir treffen Esther am College von Maiduguri, wo sie ein Sportstudium begonnen hat. Nach der freudigen Begrüssung erzählt sie: „Ich finde es schwierig, das Studium nach so langer Abwesenheit von der Schule zu bewältigen. Aber ich bin entschlossen, bis zum Ende durchzuhalten. Gott hilft mir.“ Während Esthers Collegebesuch wohnt die kleine Rebecca bei Esthers Tante in einem nahgelegenen Lager für Binnenflüchtlinge. Die junge Mutter ist unsicher, was sie in den Schulferien tun wird, da es für sie keinen Platz im Lager gibt. Bei dem Gedanken sagt sie: „Das Leben scheint manchmal unfair“. Das scheint der richtige Moment zu sein, um unser Ermutigungspaket abzuliefern.

Zunächst ein ganz besonderer Brief: vom britischen Aussenminister Jeremy Hunt. Als ich ihr den gedruckten Brief überreiche und ihr erkläre, von wem er kommt, sieht sie ihn immer wieder verwirrt an und fragt schliesslich: „Woher kennt er mich?“ – „Christen auf der ganzen Welt haben deine Geschichte gehört und sind so besorgt um dich. Sie beten mit dir“, erkläre ich. Darauf strahlt sie übers ganze Gesicht, während sie den Brief fest an ihre Brust drückt.

 
Ablehnung zu Hause – Liebe von Christen aus aller Welt

Aber es gibt noch mehr Liebe und Ermutigung. Als wir ihr die Tasche mit Briefen von Unterstützern überreichen, kann sie kaum ihren Augen trauen. „Was ist das...?“ fragt sie, und dann: „Oohhhh! Was für schöne Karten!“, während die bunte Tasche ihren noch bunteren Inhalt preisgibt.

Esther öffnet all die verschlossenen Umschläge, um ihre Post zu lesen. Rebecca setzt sich neben sie, spielt und isst ihre Kekse – eine wunderschöne Szene von Mutter und Tochter! Esther liest die Briefe laut vor und zeigt „Becky“ einige der von Kindern gemalten Bilder. Es ist unmöglich, den freudigen Ausdruck auf ihrem Gesicht zu beschreiben, während sie die Briefe liest und ihr bewusst wird, wie sehr andere Christen an ihrem Leben Anteil nehmen. „Danke für diese Worte der Ermutigung! Gott segne euch!“, sind schliesslich die einzigen Worte, die sie finden kann.

Als wir unseren Besuch bei Esther beschliessen, bin ich erstaunt über den starken Gegensatz zwischen der Ablehnung durch ihr Umfeld und der Liebe und Fürsorge, die sie vom weltweiten Leib Christi erhält. Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, Esther zu schreiben!

 

* Name geändert

Update, Juni 2019

Update Schreibaktion für Zita aus Kamerun

Zita*, Kamerun: «So eine Liebe habe ich nie erlebt!»

Die 16-jährige Zita aus Kamerun war überglücklich: In ihren Händen hielt sie Briefe aus Ländern wie die Schweiz, Österreich, den USA, Polen oder Paraguay. Aus aller Welt hatten Christen ihr Briefe geschrieben, um die junge Frau zur ermutigen.

Im Mai endete diese Schreibaktion von Open Doors, doch Zita ist weiterhin dringend auf die Unterstützung ihrer Glaubensgeschwister angewiesen.

«Noch drei Monate, dann bist Du erledigt!»
Zita wuchs bei verschiedenen Familien auf, doch ihre Verwandtschaft ist überwiegend muslimisch. Als sie 2015 eine klare Entscheidung für ein Leben als Christin traf, reagierte ihre Familie mit Schlägen und Drohungen. Um ihr Leben zu retten, floh sie und fand in einer christlichen Familie Zuflucht. Dennoch muss sie weiterhin regelmässig ihre eigene Familie besuchen. «Sie sagen, wenn ich nicht komme, werden sie meiner neuen Familie etwas antun», klagt Zita.
Die so erzwungenen Besuche sind für die junge Frau eine starke Belastung. Eine Zeitlang ignorierte sie die mehr oder weniger subtilen Drohungen ihrer Verwandten. Das änderte sich während eines Gesprächs mit ihrer Tante im Wohnzimmer. «Sie sagte mir, wenn ich weiter darauf bestehen würde, den Christen nachzulaufen, würden sie mir höchstens drei Monate geben, und dann sei ich erledigt», erklärt Zita unter Tränen.

Grosse Freude und eine besondere Sehnsucht
Solche Drohungen verstärken eine tiefe Sehnsucht in Zita – die nach der Familie ihrer leiblichen Mutter, die sie nie kennenlernen durfte. Diese war selbst Christin, musste deshalb ihre Tochter jedoch schon im Alter von acht Monaten an die Familie abgeben, in der Zita aufwuchs. Nicht lange darauf starb sie. Nun wünscht sich Zita sehnlich, ihre Verwandten mütterlicherseits zu finden. Doch alle Mühen waren bislang vergebens.
Die regelmässigen Besuche von Open Doors, besonders aber die zahlreichen Karten sind für Zita eine unschätzbare Ermutigung. «Vielen Dank. Ich weiß, dass alles, was ihr tut, aus Liebe geschieht. Bis ich zu Christus fand, habe ich solche Liebe nie erlebt! Ich preise Gott dafür und danke ihm für euch.»

Zita braucht auch weiterhin unsere Gebete:

  • Beten wir, dass Jesus Zita tröstet und ihr genügend Kraft schenkt, um allen Drohungen und Enttäuschungen standzuhalten.
  • Beten wir für Zitas alte Familie, dass die Drohungen aufhören und sie ihre Herzen für das Evangelium öffnen.
  • Beten wir für Zita und alle Christen in Kamerun, die wegen ihres Glaubens Ähnliches erleiden: dass Jesus allen inneren Mangel ausfüllt und sie Gottes Frieden erleben.

* Name geändert

Maryam, Iran: «Ich dachte, ich sei vergessen im Gefängnis»



Sie war überwältigt: Maryam hatte keine Ahnung, dass während ihrer Haft in einem iranischen Gefängnis Tausende für sie gebetet und ihr Hunderte Karten geschrieben hatten. Entdecken Sie ihre Reaktion.

Wir sagten Myriam, dass Tausende Menschen für sie beteten, als sie hinter Gittern sass, und dass ihr Hunderte ermutigende Worte schickten. Sie war sehr überrascht: «Wirklich? So viele? Davon wusste ich nichts!» Sie konnte es kaum glauben. «Ich dachte, ich sei vergessen, aber so viele Leute dachten an mich!»

Die Behörden hielten Maryams Post zurück, als sie im Gefängnis war, aber wir konnten ihr einige gescannte Botschaften zeigen. Die erste kam von einer 11-jährigen Abigail aus Australien. Eine farbenfrohe Karte, die mit fröhlichen Aufklebern verziert war. Als die ersten Worte für sie übersetzt wurden, begrub Maryam ihr Gesicht in den Händen und begann zu schluchzen.

«Die Kinder fehlten mir so sehr», sagte sie unter Tränen. «Ich war ihre Musiklehrerin», sagt sie, «und ich weinte im Gefängnis am Anfang des neuen Schuljahres jeden Tag. Vier Jahre lang sah ich keine Kinder.» Sie blickte wieder auf die Karten und lächelte hinter einem Tränenschleier. «Jetzt verstehe ich, dass nicht nur ich an die Kinder dachte, die Kinder haben auch an mich gedacht und sogar für mich gebetet!» Maryam dankt all jenen, die an sie dachten, als sie inhaftiert war: «Für mich ist es wie ein Wunder, dass so viele Menschen für mich gebetet haben, sogar in Ländern, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Es gibt mir wirklich viel Kraft, und ich danke Ihnen allen ganz herzlich. Ich werde Ihnen wahrscheinlich nie begegnen, mit Ihnen sprechen, Sie umarmen und Ihnen sagen können, dass ich Sie liebe, aber ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen. Wir sind eine Familie in Jesus.»
 
Es gehe ihr gut, versichert Maryam, aber ihr Körper habe sich noch nicht an das Leben außerhalb des Gefängnisses gewöhnt: «Ich habe Schlafstörungen und keinen Appetit.»

Maryam Naghash Zargaran wurde im August 2017 freigelassen. Sie bezahlte ihren Glauben mit einer vierjährigen Haftstrafe. «Als ich das Gefängnis verliess, hatte ich unbändige Lust zu rennen, rennen, rennen, ohne von einer Mauer eingeengt zu sein! Ich hätte auch losfahren wollen ohne anzuhalten. Aber im Verkehr von Teheran ist dies ohnehin unmöglich!», meinte sie abschliessend.

Video des Treffens mit Maryam: