Türkei

Verfolgungsursache

Wie sieht die Verfolgung in der Türkei aus?
Seit dem gescheiterten Staatsstreich von 2016 hat die Türkei einen autoritäreren Kurs eingeschlagen. Die seit den Reformen Atatürks offiziell säkulare Präsidialrepublik fördert nun den sunnitischen Islam im In- und Ausland. Während Nationalismus und Islam zu wesentlichen Bestandteilen der Identität des Landes werden, werden nicht-muslimische Türken der Untreue verdächtigt.
Was erleben Christen?
- Christen haben keinen Zugang zu Jobs im öffentlichen Dienst und werden im privaten Sektor diskriminiert.
- Konvertiten mit muslimischem Hintergrund sind familiärem und gesellschaftlichem Druck ausgesetzt, der sie oft dazu zwingt, ihren Glauben zu verbergen. Sie werden als Verräter der türkischen Identität angesehen.
- Protestantische Kirchen sind nicht offiziell anerkannt, was die Arbeit der Gemeinden in administrativer Hinsicht erschwert.
Welches sind die jüngsten Beispiele von Verfolgung?
- Mai 2025 – Die Polizei versiegelt eine seit zwei Jahrzehnten in Istanbul bestehende Kirche unter Berufung auf Verstösse im Zusammenhang mit dem Ausschank von Getränken.
- 31. Januar 2025 – Aus einem Fahrzeug heraus werden im Stadtteil Çekmeköy in Istanbul Schüsse auf die Kurtuluş-Kirche abgefeuert, begleitet von Rufen wie «Wir lassen nicht zu, dass ihr unsere jungen Muslime indoktriniert! Ihr Ungläubigen werdet besiegt und in die Hölle geschickt werden!»
Wer ist von der Verfolgung am stärksten betroffen?
Christliche Konvertiten mit muslimischem Hintergrund aus Nachbarländern sind am stärksten gefährdet. Sie werden von ihrer Familie, ihrer Gemeinschaft und den Behörden stark unter Druck gesetzt. Historische christliche Kirchen wie die armenische, die griechisch-orthodoxe und die assyrische Kirche werden als «fremd» behandelt. Sie werden ständig von der Regierung überwacht und sind mit übermässiger Bürokratie konfrontiert. Ausserdem leiden sie unter anhaltendem Landraub und Gewalt. Christen in den Binnengebieten sind aufgrund der dort strengeren islamischen Sitten sozialer Feindseligkeit ausgesetzt. Auch die wachsende Zahl christlicher Flüchtlinge aus Nachbarländern trifft auf grosse Feindseligkeit.
Wie hilft Open Doors den Christen in der Türkei?
Open Doors unterstützt gelegentlich persischsprachige christliche Flüchtlinge in der Türkei. Dies geschieht durch vertrauenswürdige Partner, die Schulungen zur Vorbereitung auf Verfolgung, Ressourcen und praktische Unterstützung anbieten. Open Doors mobilisiert auch Gebetsunterstützung für Gläubige in schwierigen Situationen und betet allgemein für die Türkei.
- Einige Politiker und Führungskräfte in der Türkei sind der Meinung, dass alle Türken Muslime sein sollten. Beten Sie dafür, dass ihre Herzen sich erweichen und dass die Menschen im ganzen Land die Liebe und Hoffnung Jesu im Leben der Christen erkennen.
- Preisen Sie Gott dafür, dass so viele türkische Gläubige offen ihren Glauben ausüben können. Bitten Sie ihn, ihren Gottesdienst zu segnen und ihnen die Kraft zu geben, den Missionsauftrag zu erfüllen.
- Wenn Muslime in der Türkei zum Christentum konvertieren, können sie von ihren Familien und Gemeinschaften verstossen werden. Beten Sie, dass diese Gläubigen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Hoffnung in der Familie Gottes finden mögen.
