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In seiner Jugend war Santosh ein unerbittlicher Verfolger der Christen – heute ist er Pastor in Nepal. Seine Geschichte erinnert an die von Saulus, der zu Paulus wurde: derselbe Damaskus-Weg – Jahrhunderte auseinander.
Santosh*, der aus einer Familie hinduistischer Priester in Nepal stammte, führte als Jugendlicher ein schwieriges Leben, das von Alkohol und Schlägereien geprägt war. Als erbitterter Gegner der Christen liess er keine Gelegenheit aus, den Gottesdienst in seiner Nachbarschaft zu stören: Er warf während der Versammlungen Steine und verspottete den Pastor. Die Gläubigen gaben ihm den Spitznamen «Shaitan» (Satan) – ein Titel, auf den er damals stolz war.
Schon mit 15 Jahren litt Santosh an Anfällen und verlor häufig das Bewusstsein. Trotz jahrelanger Rituale bei traditionellen Heilern und zahlreicher Tieropfer änderte sich nichts an seinem Zustand. Im Internat erzählte ihm sein christlicher Zimmergenosse oft von Jesus, doch Santosh wies diese Botschaft stets zurück und ging dabei manchmal sogar so weit, ihn heftig zu konfrontieren.
Eines Tages, als er bei einem Anfall erneut zusammenbrach, betete sein Freund für ihn. Santosh erinnert sich:
«Ich war augenblicklich geheilt und spürte, wie mein Körper wieder vollkommen gesund wurde.»
Von diesem Erlebnis tief bewegt, begann er, regelmässig in die Kirche zu gehen, und nahm mit etwa 20 Jahren Christus als seinen Herrn an.
Die Reaktion war heftig: Seine Mutter schlug ihn mit einem Stock und warf ihn aus dem Haus. Obdachlos fand er Zuflucht bei seinem Pastor, der ihn drei Monate lang bei sich aufnahm, bevor er ihn zu einer Bibelausbildung schickte. Nach seiner Rückkehr wollte er seinen Glauben weitergeben, stiess jedoch auf den Spott seines Umfelds. Man sagte ihm, er solle zuerst seine eigene Familie bekehren, bevor er anderen predigte.
Angetrieben von dieser Herausforderung kehrte Santosh zu seiner Familie zurück und erzählte ihnen von seiner Heilung und seiner inneren Wandlung. Zunächst zeigten sie sich gleichgültig, doch nach und nach waren sie von der sichtbaren Veränderung in seinem Verhalten, das früher so gewalttätig gewesen war, berührt. Schliesslich nahm die ganze Familie Christus an und begann, gemeinsam in die Kirche zu gehen.
Diese Veränderung sorgte in ihrem Umfeld für Aufruhr. Die Familie, die aus einem einst hoch angesehenen Priestergeschlecht stammte, wurde von einem Tag auf den anderen zu «Unberührbaren»: Die Nachbarn führten nach jedem Kontakt mit ihnen Reinigungsrituale durch, und die Händler weigerten sich, ihnen irgendetwas zu verkaufen, sodass sie gezwungen waren, sich in einem Nachbardorf mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Feindseligkeit schlug in körperliche Gewalt um: Santosh wurde mehrfach geschlagen, und auch seine Mutter und seine Schwestern wurden misshandelt, als sie versuchten, ihn zu beschützen. Die Familie war gezwungen zu fliehen und liess sich in der Nähe der Kirche nieder. Später kehrte Santosh in sein Heimatdorf zurück, um dort eine Kirche zu gründen. Doch dann wurde diese von Dorfbewohnern verwüstet, die sogar Anzeige gegen ihn erstatteten. Da er keine offizielle Genehmigung hatte, griff die Polizei ein. Er musste erneut wegziehen.
Auch an seinem neuen Wohnort ist Santosh weiterhin Verfolgung ausgesetzt, doch inzwischen hat sich seine Sichtweise geändert. Ein Seminar zur Vorbereitung auf Verfolgung, das von Partnern von Open Doors organisiert wurde, hat ihm die Schlüssel in die Hand gegeben, um die Prüfung, die er durchlebt, aus biblischer Sicht zu verstehen und ihr mutig zu begegnen. «Ich vergebe denen, die mich verfolgen», sagte er mit einem Lächeln, «denn wie auch ich einst kennen sie die Wahrheit noch nicht.» Er bittet um Gebete für seine Kirche und für all jene, die wie er wegen der Verfolgung ihr Dorf verlassen müssen.
*Name aus Sicherheitsgründen geändert