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Fünfzehn Freiheitsstrafen, zwei Todesurteile: Das sind die Urteile gegen die Verantwortlichen der Terroranschläge auf drei Kirchen in Sri Lanka im Jahr 2019.
2019 wurden drei Kirchen und drei Hotels in Sri Lanka Ziele von Terroranschlägen. Vor einigen Tagen wurde nun endgültig ein Urteil gesprochen. Fünfzehn Männer wurden vor Gericht gestellt und zu insgesamt 220 Jahren Haft verurteilt – das entspricht durchschnittlich 15 Jahren pro Person. Sie wurden wegen Mordes, Verschwörung und illegalen Waffenbesitzes für schuldig befunden. Bei dem Terroranschlag waren 279 Menschen ums Leben gekommen.
«Endlich ist Gerechtigkeit geschehen.»
— — Jude Krishantha Fernando, sri-lankischer Kirchenvertreter —
Der Kommunikationsleiter der Erzdiözese Colombo fügt hinzu, dass die Kirche nun erleichtert sei, dass diese Urteile gesprochen wurden. Tatsächlich hätten die Familien der Opfer seit «langen Jahren der Qual» darauf gewartet.
Ende September wurden die Strafen für die Täter verkündet. Sie folgen auf zwei weitere spektakuläre Gerichtsverhandlungen, die im Juli über die Bühne gingen.
Im ersten Prozess wurden zwei Politiker, die zum Zeitpunkt der Anschläge von 2019 als hohe Beamte tätig waren, beide zum Tode verurteilt: der ehemalige Generalinspekteur der Polizei, Pujith Jayasundara, und der ehemalige Verteidigungsminister Hemasiri Fernando. Sie können zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch Berufung einlegen gegen ihre Verurteilung beim obersten Gerichtshof Sri Lankas. Trotzdem ist dieses Urteil ein Meilenstein, da die christliche Minderheit endlich von der Justiz ernst genommen, angehört und beachtet wurde.
Entscheidend für diese Urteile war auch die Wahl von Anura Kumara Dissanayake, der vor zwei Jahren zum neuen Präsidenten von Sri Lanka gewählt wurde. Ohne ihn wären diese Täter wohl nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Der neue Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, die Terroranschläge von 2019 von Grund auf zu untersuchen. Die erste Entscheidung, die im Anschluss an diese Ermittlungen getroffen wurde, war es, eine hohe Geldstrafe gegen den ehemaligen Präsidenten Maithripala Sirisena auszusprechen. Dies, weil er die Tragödie nicht verhindert und die betroffenen Bürger – vor allem Christen – nicht geschützt hatte.
Die Ermittlungen zeigen in der Tat, dass Politiker für die Anschläge verantwortlich waren. Einige haben sogar direkt mit den Terroristen zusammengearbeitet, damit diese ihre Anschläge reibungsloser durchführen konnten.
Derzeit befindet sich der ehemalige Geheimdienstchef Suresh Sallay in Haft; ihm wird ebenfalls vorgeworfen, mit den Terroristen zusammengearbeitet zu haben. Das mutmassliche Ziel dieser unheiligen Allianz zwischen bestimmten Politikern und den Terroristen war es, Chaos und eine schwere Krise der nationalen Sicherheit herbeizuführen. Dabei wurde die Wahl von Gotabaya Rajapaksa begünstigt, der tatsächlich wenige Monate nach den Anschlägen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde.
Die Christen wurden bei diesen Anschlägen bewusst als Opfer gewählt, wie Schachfiguren auf einem Schachbrett. Die sri-lankischen Machthaber gingen davon aus, dass sich niemand um das Schicksal einer so kleinen Minderheit kümmern würde. Doch Gotabaya Rajapaksa wurde schliesslich im Jahr 2022 nach massiven Protesten im Land seines Amtes enthoben.
Die jetzige Regierung hat beschlossen, dieses dunkle Kapitel in der Geschichte aufzuarbeiten, indem sie das Andenken an die Opfer ehrt und ihnen Gerechtigkeit widerfahren lässt.
*Die 31 Opfer der Kirche von Sion bei den Anschlägen an Ostern 2019.