Was ist Christenverfolgung?

In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 zählt die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu den grundlegenden Menschenrechten.

Insbesondere Artikel 18 besagt Folgendes in Bezug auf Religionsfreiheit: «Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schliesst die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.»

Die Religionsfreiheit ist in diesem Artikel klar definiert, insbesondere das Recht, seine Religion zu wechseln und sie zu bekennen; für die Verfolgung hingegen gibt es keine allgemein anerkannte Definition.

Für Open Doors ist Verfolgung «Feindseligkeit, welche die Christen wegen ihrer Verbundenheit mit Christus erleiden». Dazu gehören auch Haltungen, Worte und feindselige Handlungen gegen Christen.» Diese weitgefasste Definition schliesst das Risiko aus, Verfolgung lediglich auf Gewalttaten zu beschränken. Die tägliche Bedrängnis kann nämlich für christliche Gemeinschaften schlimmere und verheerendere Auswirkungen haben als Kirchenzerstörungen oder Attentate, vor allem wenn sie aus politischem Druck oder andauernder sozialer oder religiöser Diskriminierung hervorgeht. Im gleichen Sinn kann auch der Verlust seiner Arbeit oft genauso schlimme Folgen haben wie Gefängnis und Schläge.

Verfolgung kommt in grossem Ausmass in Regionen vor, wo das Leben für jedermann schwierig ist. Sie kommt also zu der bereits existierenden Verletzlichkeit hinzu, die Christen sind somit doppelt verwundbar. In diesen Systemen, wo die Christen ihrer Rechte beschnitten oder ausgegrenzt werden, nennt man sie «Bürger zweiter Klasse».

 

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