Von Frauen aus aller Welt

Betroffene Frauen erzählen direkt und persönlich davon, wie sie Verfolgung  in ihrem eigenen Leben erlebt haben - Lebensläufe, die unter die Haut gehen. 

Die Erlebnisberichte geben einen persönlichen Einblick in den Alltag von Frauen der verfolgten Kirche. Sie zeigen Leid, aber auch Hoffnung und den Willen, trotz allem im Glauben an Jesus treu zu bleiben. 

Nicht selten zeigen uns die Frauen durch ihre persönlichen Erlebnisse Möglichkeiten und Perspektiven auf für den Umgang mit unseren eigenen Herausforderungen.

Nisreen aus Syrien: Essen gesucht – Jesus gefunden

Nisreen hat ein strahlendes Lachen im Gesicht. Das war nicht immer so. Jahre zuvor hat sie sogar versucht, aus Verzweiflung Selbstmord zu begehen.

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Nisreen ist in den Vierzigern und Mutter von vier Kindern. Obwohl sie aus einer muslimischen Familie kommt, fühlt sie sich schon seit ihrer Kindheit zum christlichen Glauben hingezogen. Sie meint: «Ich habe die Christen beobachtet und fand ihr Verhalten besser als unseres.»

Die langen Kriegsjahre haben dazu geführt, dass viele syrische Familien verarmt sind. Auch Nisreens Familie geht es nicht anders. Auf der Suche nach Essen steht sie eines Tages vor der Tür einer unserer Partnerkirchen. Dort werden Lebensmittel an Bedürftige verteilt, egal ob es Muslime oder Christen sind. – Doch Nisreen erlebt eine Enttäuschung. Die Verantwortlichen wollen keine neuen Leute registrieren, denn sie haben keine Mittel, um weitere Familien in dem Hilfsprojekt aufzunehmen. Zwölf Tage später versucht Nisreen es erneut. Sie ist vollkommen verzweifelt, denn ihre Kinder haben nichts zu essen. Der ehrenamtliche Helfer gibt ihr ein Lebensmittelpaket. Obwohl die Christen in Syrien unter Verfolgung leiden, ist es dem Mann ein Bedürfnis, mit Nisreen über den Glauben zu reden. Irgendwann meint sie: «Du sagst, dass Jesus für alle Menschen gekommen ist. Kann ich auch eine Nachfolgerin von Jesus werden?» An dem Tag nimmt Nisreen Jesus in ihr Leben auf.

Sie fängt an, regelmässig in die Gottes­dienste zu gehen. Weil sie mehr erfahren will, besucht sie zudem einen Jüngerschaftskurs. Auch alle ihre Kinder entscheiden sich für ein Leben mit Jesus. Mit Ausnahme der Schwiegermutter ­akzeptiert die erweiterte Grossfamilie ihren Glaubenswechsel überdurchschnittlich gut. Nisreen möchte in der Zukunft selber Jüngerschaftskurse leiten und anderen das Erlernte weitergeben. /

Auszug September-Oktober 2020 – Focus Frauen Magazin

Bild: Der Mitarbeitende einer Partnerkirche registriert Bedürftige für die Abgabe von Lebensmitteln.

Sitora aus Zentralasien: Gebete sind entscheidend

Sitora* aus Zentralasien ist erst 17 Jahre alt, als sie zum ersten Mal Verfolgung erlebt. Im Jahr 2016 ruft Open Doors zum Gebet für sie auf. Einige Christen sind seither treu in der Für­bitte für sie engagiert.

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Im April 2016 betet die junge Frau mit muslimischem Hintergrund zum ersten Mal zu Jesus Christus und übergibt ihm ihr Leben. Zwei Monate später lässt sie sich taufen. Kurz darauf fängt die Verfolgung an. Ihr älterer Bruder erfährt von ihrem neuen Glauben und schlägt sie brutal zusammen. Ihr Körper ist übersät mit Blutergüssen, ihr Gesicht ist geschwollen und die Nase gebrochen. Sie müsste dringend ins Spital. Aber Sitoras Bruder erlaubt niemandem von der Familie, sie da hinzubringen.

Doch Gott erhört die Gebete vieler Christen und schenkt, dass sie sich körperlich wieder gut erholt. In den kommenden Monaten wird Sitoras Tun streng von ihrem Bruder kontrolliert. Er versucht, sie zum Islam zurück zu bekehren und schlägt sie wiederholt. Es ist ihr nicht möglich, eine Kirche zu besuchen. Halt findet Sitora bei Jesus und bei ihrer Grossmutter, die ebenfalls zum christlichen Glauben gefunden hat. Gemeinsam lesen sie manchmal heimlich in der Bibel.

Ende 2017 wird Sitora von ihren muslimischen Verwandten gezwungen, einen Muslim zu heiraten. Seither lebt sie in einem abgelegenen Dorf. Es ist schwierig, mit ihr in Kontakt zu bleiben. Denn soweit wir wissen, ist sie in diesem Dorf bisher die Einzige, die an Jesus glaubt. In der Zeit der Corona-Krise ist ein Besuch völlig unmöglich. Das Wichtigste, das wir für sie tun können, ist für sie zu beten. /

*Name geändert

Auszug Juli-August 2020 – Focus Frauen Magazin

Bild: Sitora

 

Tamima aus Äthiopien: Ein Traum verändert ihr Leben

Tamima* ist das siebte Kind und einzige Mädchen einer wohlhabenden muslimischen Familie. Heute ist sie 20 Jahre alt. Vor zwei Jahren hat sie Jesus in ihr Leben aufgenommen. Das hat ihr Leben auf den Kopf gestellt.

Im Jahr 2017 bereitet sich Tamima auf die Schulabschlussprüfungen der zehnten Klasse vor. In dieser stressigen Zeit hat sie während einer Woche jede Nacht denselben Traum: Jesus ruft sie, zu ihm zu kommen. Der Traum beunruhigt sie und sie erzählt ihrer Mutter davon. Als der Vater sie den Namen Jesus aussprechen hört, weist er Tamima streng zurecht. Auch der Imam rügt sie und verbietet ihr, zu weiteren Leuten über ihren Traum zu sprechen.

Nach Abschluss ihres Schulexamens begegnet sie auf der Strasse einem Mann, der öffentlich über Jesus predigt. Dieser Mann war früher selber Moslem. Tamima kommt mit ihm ins Gespräch und lässt sich in die Kirche einladen. Als Muslimin ist es ihr verboten, sich für eine andere Religion zu interessieren. Trotzdem besucht sie bald regelmässig heimlich christliche Gottesdienste. Ihrer Familie erzählt sie weder davon, noch von ihrer Taufe oder dem Jüngerschaftstraining.

Eines Tages findet einer ihrer Brüder heraus, dass sie in die Kirche geht. Er erzählt der Mutter, dass Tamima den Islam verraten hat. Mit einer Axt und einem Messer gehen die beiden auf sie los. Sie wollen sie umbringen. Durch ein Wunder gelingt Tamima die Flucht. Eine christliche Familie gewährt ihr Unterschlupf. Sie besitzt nur die Kleider, die sie am Leib hat. Der Verlust ihres privilegierten Lebens und die Trennung von ihrer Familie schmerzen sie sehr. Sie hat nichts, ausser Jesus. In dieser Situation hat Tamima an einem Programm von Open Doors teilgenommen. Durch Besucherinnen aus dem Ausland wurde sie ermutigt und in ihrem Glauben gestärkt. /

*Name geändert

Auszug März-April 2020 – Focus Frauen Magazin

Bild: Tamima und eine Teilnehmerin der Open-Doors-Reise

Juliana aus Südostasien: Jugendcamps verändern Leben

Wie in Europa, so haben auch in Südostasien viele junge Menschen aus traditionell christlichen Familien wenig Ahnung, worum es im Christentum wirklich geht.

Diese Jugendlichen werden von ihrem mehrheitlich muslimischen Umfeld teils massiv missioniert. Wenn sie einmal zum Islam konvertiert sind, gibt es offiziell kein Zurück mehr. Darum ist es für Open Doors wichtig, dass Teenager und Jugendliche aus christlichen Familien in Jüngerschaftscamps mehr über den christlichen Glauben lernen.

Juliana meint: «Viele haben in diesem Camp Jesus in ihr Leben aufgenommen. Ich habe Jesus viel besser kennen gelernt. Es ist super hier! Auf sehr kreative und abwechslungsreiche Art lernen wir viel über Gott und die Bibel. Ich danke allen, die für uns beten und Geld geben, um diese Camps zu ermöglichen.»

Bitte beten Sie weiterhin für diese Jugendlichen. In der mehrheitlich muslimischen Gesellschaft hat es die christliche Minderheit schwer. In diesen Camps lernen die Jugendlichen auch, wie sie mit Verfolgung umgehen können. /

Auszug Januar-Februar 2020 – Focus Frauen Magazin

Bild: Juliana beim Bibelstudium im Jüngerschaftscamp