Afghanistan
Flagge
Regierungschef
Präsident Ashraf Ghani
Bevölkerung
38 055 000
Christen
Einige Tausend
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Republik


Überblick

Da Afghanistan ein streng islamisches Land ist, hat das Christentum dort keinen Platz. Es ist undenkbar, den Islam zu verlassen. Zwischen der Vorherrschaft des Islam und der Gewalt gibt es keine Religionsfreiheit. Sowohl in den von der Regierung kontrollierten Gebieten wie in den von den Taliban als auch in den übrigen Konfliktregionen des Landes werden Christen gezielt aufs Korn genommen und eliminiert. In den Städten ist die Chance für sie, unbemerkt zu bleiben, größer als in ländlichen Gebieten.

Nach den Schriften Eusebius’ von Cäsarea kam im 2. Jh. n. Chr. das Christentum mit den Aposteln Thomas und Bartholomäus nach Afghanistan und entwickelte sich im Laufe der Zeit zur nestorianischen Kirche. Im 13. Jh. konvertierte ein Stammesführer zum Islam und allmählich verschwand der christliche Glaube. Im 17. Jh. brachten armenische Kaufleute diesen zurück. Die Kaufleute wurden aber 1871 vertrieben. Erfolglos versuchten Christen im Jahr 1973 in Kabul eine Kirche zu eröffnen.

Zur Situation der Christen

Afghanische Christen stehen mehreren Verfolgungsmechanismen gegenüber: islamische Unterdrückung, ethnisch-religiöse Feindseligkeiten und die Unterdrückung durch die Clans. Alle Christen in Afghanistan sind ehemalige Konvertiten aus dem Islam. Das Gesetz verbietet ihnen jedoch, ihre Religion für das Christentum zu wechseln, so dass sie ihren Glauben nicht offen leben können. Der Austritt aus dem Islam gilt als Verrat. Wenn ein Christ entdeckt wird, wird seine Familie, sein Clan oder sein Stamm alles daran setzen, ihn loszuwerden, um ihre Ehre zu retten. Entweder werden die Christen getötet oder in psychiatrische Anstalten gesperrt. Niemand hat Mitleid mit einem Christen, weder seine Familie noch die radikalen islamistischen Gruppen. Ein enttarnter Christ ist de facto in Todesgefahr und hat keine andere Wahl, als das Land zu verlassen, um sein Leben zu retten.

Wenn eine muslimische Frau zum Christentum konvertiert, wird sie mit einem Muslim zwangsverheiratet. Sie steht so unter dem Zwang, ihren neuen Glauben aufzugeben. Die Kinder von Christen sind gezwungen, dem muslimischen Religionsunterricht zu folgen.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Der Druck auf afghanische Christen ist in allen Lebensbereichen sehr hoch: Es ist ihnen schlicht und einfach unmöglich, ihren christlichen Glauben in aller Offenheit zu leben. Als Konvertiten haben sie alle einen muslimischem Hintergrund. Die Stammeskultur des Landes lässt ihnen keinen Raum den christlichen Glaubens auszuleben, weder im privaten, familiären noch gemeinschaftlichen Leben. Weder die Regierung, die sich auf die Scharia beruft, noch die Taliban oder die mit dem Islamischen Staat verbundenen Gruppen, die viele Gebiete des Landes kontrollieren, dulden die Anwesenheit von Kirchen oder die Religionsfreiheit im zivilen Leben.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Unterdrückung durch den Clan/Stamm, ethnisch-religiöse Feindseligkeit

Christenverfolgung

Rang im Index: 
2
Rang im letztjährigen Index: 
2