Burkina Faso
Flagge
Regierungschef
Roch Marc Christian Kaboré
Bevölkerung
20 322 000
Christen
5 157 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Die Lage der Menschenrechte verbesserte sich merklich nach den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2013 und dem Rücktritt von Präsident Blaise Compaoré im Jahr 2014. Trotzdem ist die allgemeine Unsicherheit infolge zahlreicher Terroranschläge gestiegen. Seit Anfang 2018 wurden im Norden Burkina Fasos rund 289 000 Menschen gewaltsam vertrieben und Tausende von Schulen geschlossen. Dass Christen das Ziel islamischer Extremisten werden, ist eine neue Entwicklung in diesem sonst für seine religiöse Toleranz bekannten Land.

Zur Situation der Christen

  • Die Mehrheit der Christen zählt sich den Katholiken (drei Millionen) und den Protestanten (zwei Millionen) zugehörig. Viele unter ihnen folgen aber auch noch den traditionellen Religionen, die sie von ihren Vorfahren übernehmen. Christen und Muslime leben harmonisch nebeneinander. Manchmal geraten Christen, die einen muslimischen Hintergrund haben, wegen ihrer Bekehrung zum Christentum unter Druck.
  • In Bezug auf die Gesamtbevölkerung sind die Christen eine Minderheit. Die Regierung behandelt allerdings alle verschiedenen Religionen des Landes (Islam, Katholizismus, Protestantismus und Animismus) gleichwertig, sowohl in Bezug auf staatliche Subventionen wie auch in Bezug auf den Religionsunterricht. Die christliche Bevölkerung lebt hauptsächlich im Zentrum und Süden des Landes, während sich die muslimische Bevölkerung im Norden und Osten konzentriert.
  • Das Christentum erreichte im 19. Jahrhundert im Zuge der Kolonisation durch Frankreich das westafrikanische Land. Die erste katholische Mission wurde 1901 in Ouagadougou gegründet. Die Protestanten etablierten sich zu Beginn der 1920er-Jahre. Seit Mitte des 20.  Jahrhunderts entstehen viele einheimische Kirchen und neue Denominationen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 27. Juni 2019 – Fremde, aber bewaffnete Männer betreten das Dorf Bani, etwa zehn Kilometer von Bourzanga im Norden Burkina Fasos entfernt. Sie töten vier Menschen, alles Katholiken. Gemäss Zeugenaussagen haben die Angreifer allen Dorfbewohnern befohlen, sich hinzulegen. Dann suchen sie gezielt nach Christen, indem sie die am Boden Liegenden nach ihren Vornamen fragen oder nach christlichen Insignien (z.B. Kreuzen) suchen. Die vier Getöteten trugen alle ein Kreuz. Es waren David und Philippe Zoungrana, Théophile Ouedraogo und Ernest Kassoaga.
  • 26. Mai 2019 – Vier Gläubige der katholischen Kirche von Toulfé im Norden des Landes werden getötet, als Angreifer einen Gottesdienst unterbrechen. Acht schwer bewaffnete Personen erreichten gegen neun Uhr morgens mit ihren Motorrädern das Dorf, betreten die Kirche und erschiessen drei Menschen. Der vierte stirbt später an den Folgen seiner schweren Verletzungen. Bei dem Angriff werden mehrere weitere Menschen verletzt.
  • 28. April 2019 – In einer Kirche in der Kleinstadt Silgadji bei Djibo im Norden Burkina Fasos werden sechs Menschen getötet. Die mutmaßlichen islamischen Militanten kamen auf sieben Motorrädern mittags gegen Ende des Gottesdienstes an und töten Pastor Pierre Ouedraogo, seinen Sohn WendKuni, seinen Schwager Zoéyandé Sawadogo (Diakon), Sayouba und Arouna Sawadogo sowie Elie Boena (Lehrer), der beim Gottesdienst assistiert. Pastor Ouedraogo hinterlässt seine Frau Roukieta und sechs weitere Kinder.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Alle, die sich nicht an den radikalen Islam halten.

Rückblick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre

Seit 2015 nimmt die Gewalt markant zu. Das Land ist mit einer Zunahme des islamischen Extremismus konfrontiert. Dschihadistischen Gruppen aus Mali (AQIM, Ansar Dine, MUJAO) bedrohen seit 2016 Land und Bevölkerung. Die drei islamistischen Bewegungen haben sich im Land festgesetzt und setzten mit aller Macht und viel Gewalt ihre Sicht von Recht und Ordnung durch. Seit 2018 richten die Terroristen ihre Angriffe, die sie bis anhin auf Ordnungskräfte beschränkten, gezielt auf Christen. Sie entführten eine nicht bekannte Anzahl von Pastoren zusammen mit ihren Familien und halten diese gefangen. Die Terroristen bringen die Menschen jedoch auch um. Bei acht gezielten Angriffen starben im Jahr 2019 mindestens 27 Christen. Sieben der acht Angriffe geschahen im Norden. All diese Vorkommnisse zeugen von einer beispiellosen Zunahme der Gewalt gegen Christen.

Hauptursache der Verfolgung

Islamistischer Extremismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
28
Rang im letztjährigen Index: 
61