Zentralafrikanische Republik
Flagge
Regierungschef
Faustin Archange Touadéra
Bevölkerung
4 921 000
Christen
3 691 000
Hauptreligion
Christentum/Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Seit 2013 ist der größte Teil der zentralafrikanischen Republik in den Händen bewaffneter Milizen. Ungestraft verletzten sie die Menschenrechte der Bevölkerung und haben es, ob nun Islamisten oder nicht, besonders auf Christen abgesehen. Daher leben die Christen in den von den Milizen kontrollierten Gebieten unter der ständigen Bedrohung von Überfällen und Angriffen.

Das Christentum verbreitete sich mit der Ankunft der Franzosen in den 1880er-Jahren und war vorherrschend und bereits gut etabliert, als die Protestanten ums Jahr 1921 in der Region eintrafen. 

Zur Situation der Christen

Die Mehrheit der Zentralafrikaner bezeichnet sich als Christen. Der Katholizismus ist die am meisten verbreitete Konfession, gefolgt vom Protestantismus, wobei die Anzahl unabhängiger Gemeinden steigt.

Seit 2013 dienen Christen der Koalition islamischer Rebellenbewegungen aus Seléka (die immer noch unter verschiedenen Fraktionen operiert), FPRC, UPC und 3R als Zielscheibe. Besonders im Norden des Landes sind die Rebellengruppen weiterhin sehr aktiv und attackieren Christen, teils im Namen des Islam. In Gebieten und Wohnquartieren mit einer muslimischen Mehrheit ist der Druck tagtäglich präsent. Christliche Leiter, die diese Gewalt anprangern, werden bedroht, ihre Kirchen geplündert, zerstört oder niedergebrannt. Die Gewalt hat Tausende von Christen vertrieben, die nun in Lagern leben. Sie haben alles verloren. Im Zentrum des Landes, in Bria, entstand ein riesiges Lager, in dem 30’000 Vertriebene leben. Die meisten sind Christen. Christen mit einem muslimischen Hintergrund stehen unter großem Druck seitens ihrer Familien und der Gemeinschaft, die sie marginalisiert und mit Gewalt zum Islam zurückzubringen versucht.

Beispiele der Verfolgung

Seit 2020 – Zwei Pastoren einer protestantischen Kirche in Batangafo wurden von islamischen Extremisten brutal ermordet.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Der Druck hat im vergangenen Jahr etwas nachgelassen, da einige überwiegend christlich geprägte Regionen nicht mehr zum Operationsgebiet der dschihadistischen Gruppen gehören, die aber in anderen Teilen des Landes ihr Unwesen treiben. Dennoch fällt die Verfolgung extrem gewalttätig aus: 35 ermordete Christen, 56 überfallene Kirchen und mehr als 100 entführte Menschen.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, systematische Korruption

Christenverfolgung

Rang im Index: 
35
Rang im letztjährigen Index: 
25