Kamerun
Flagge
Regierungschef
Paul Biya
Bevölkerung
25 313 000
Christen
15 415 000
Hauptreligion
Christentum
Staatsform
Republik


Überblick

Im Norden Kameruns verschlechtert sich zusehends die Sicherheitslage infolge der Angriffe durch Boko Haram. Das trifft auch auf separatistische Aufständische in den englischsprachigen Regionen des Nordwestens und des Südwestens zu. Die Sicherheitskräfte reagieren nun in diesen Gebieten mit grosser Gegengewalt: Attentate, willkürliche Verhaftungen, Inhaftierung, Folter und Zerstörung von Eigentum. Diese Gewalt führte zu über 200 000 Inland- oder Binnenflüchtlingen (IDPs).

Zur Situation der Christen

  • Hauptreligion in Kamerun ist das Christentum. Über 60 Prozent der Bevölkerung nennen sich Christen. Die wichtigste Konfession ist der Katholizismus.
  • Christen mit einem muslimischen Hintergrund stehen unter großem Druck seitens ihrer Familien und Freunde. Besonders schwierig ist ihre Situation im Norden des Landes, wo Islamisten aktiver sind und die Gesellschaft sich zusehends radikalisiert. Boko Haram entführt Christen, und die Kirchen können nicht mehr normal funktionieren. Im übrigen Land behindern die von den Behörden ergriffenen Maßnahmen, die Sicherheit aufrecht zu erhalten, die Aktivitäten der Kirchen.
  • Das Christentum kam 1429 mit den Portugiesen in das Land. Die heutigen Kirchen sind zur Hauptsache das Ergebnis der Arbeit deutscher Missionare, sowohl Katholiken wie Protestanten, in den 1880er-Jahren, als Deutschland sich als Kameruns koloniale Schutzmacht behauptete.
     

Beispiele für die Verfolgung

  • 20. Oktober 2019 – Der Bibelübersetzer, Benjamin Tem, 48, wird in seinem Haus in der Wum-Region im südlichen Kamerun ermordet. Verdächtigt werden radikalisierte Peul (oder Fulani), hinter dem Mord zu stehen. Tem war der zweite Bibelübersetzer, der innerhalb zweier Monate getötet wurde.
  • 11. Mai 2019 – In der Nacht von Samstag, 11. Mai, auf Sonntag, 12. Mai, greifen bewaffnete Männer das Dorf Gossi im Norden Kameruns an. Die Angreifer plündern und brennen 60 Häuser nieder. Mindestens 50 davon gehörten Christen. Die Angreifer attackieren auch zwei Kirchen: die Kirche der «Mission des vollen Evangeliums» und die Kirche «Christi in den Nationen». Die erste Kirche setzen sie in Brand und zerstören die Musikinstrumente, die zweite plündern sie aus. Es gelingt ihnen aber nicht, das Gebäude in Brand zu setzen.
     

Zur Entwicklung der Verfolgung

Wie andere afrikanische Länder in der Subsahara ist auch Kamerun von einem deutlichen Anstieg der Gewalt durch Angriffe radikal-islamischer Gruppen betroffen. Christen mit einem muslimischen Hintergrund, die in ihrem täglichen Leben und in ihrem kirchlichen Leben bereits einem großen Druck ausgesetzt sind, sind die ersten, die ins Visier dieser Gruppen geraten. Es sind drei Regionen Kameruns, die durch diese Gewalt besonders betroffen sind: der äusserste Norden durch Angriffe Boko Harams, der Nordwesten und dann der Südwesten. Im Januar 2019 wurden drei Kirchen, ein Gesundheitszentrum und viele Häuser durch Terroristen dieser Gruppierung zerstört.

Hauptursache der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
48
Rang im letztjährigen Index: 
56