China
Flagge
Regierungschef
Xi Jinping
Bevölkerung
1 424 548 000
Christen
96 700 000
Hauptreligion
Traditioneller chinesischer Glaube / Atheismus
Staatsform
Kommunistisches Einparteiensystem


Überblick

Um ihren eigenen Machterhalt zu garantieren, kontrolliert die Kommunistische Partei die Bevölkerung, indem sie eine starke chinesische kulturelle Identität fordert und fördert. Christen gelten als Bedrohung, weil sie sich diesem Einfluss entziehen. Die Partei hat begonnen, in den Kirchen jede nicht-chinesische Prägung auszumerzen, indem sie sich in Verwaltung und Lehre einmischt. Trotz diesen zunehmenden Einschränkungen wächst die christliche Gemeinde weiterhin.

Die ersten Spuren des Christentums stammen aus einer Inschrift aus dem Jahr 635. Unter der Ming-Dynastie war das Christentum verboten. Die Katholiken erreichten China im 16. Jh., die Protestanten im frühen 19. Jh. Während der kommunistischen Ära war jede religiöse Aktivität verboten, aber das Christentum hat überlebt und nimmt seither in außergewöhnlicher Weise zu.

Zur Situation der Christen

Der Staat wählt die Kirchenleiter und verlangt von ihnen, dass sie die biblische Botschaft gemäß ihren kommunistischen Werten umdeuten. Diejenigen, die sich weigern, werden mit der Begründung, die «nationale Sicherheit» zu gefährden, ins Gefängnis gesteckt und ihre Kirchen geschlossen. Die Kinder von Christen werden schikaniert. Es ist ihnen nicht erlaubt, an den Gottesdiensten teilzunehmen oder Religionsunterricht zu erhalten.

Die Kirchen in China lassen sich in zwei Gruppen einteilen: diejenigen, die bei der Regierung registriert sind, und diejenigen, die sich aus einer großen Anzahl von Denominationen zusammensetzten. Es gibt auch Christen mit einem muslimischen Hintergrund, in der Provinz Xinjiang, und im Tibet Christen mit einem buddhistischen Hintergrund. Falls diese Konvertiten entdeckt werden, werden sie bedroht, tätlich angegriffen und den örtlichen Behörden übergeben. Zusätzlich werden sie von ihren Familien und des Umfeldes bedroht und angegriffen.

Gesamthaft hat sich die Lage der Christen verschlechtert. Alle christlichen Gemeinschafften gelten als Bedrohung. Sie passen nicht in das Konzept der chinesischen Identität, auf die sich die Behörden berufen. Die neuen religiösen Vorschriften aus dem Jahr 2018 und eine strengere Durchsetzung als bis anhin schränken die Ausübung des Glaubens stark ein.

Beispiele der Verfolgung 
  • 27. September 2020 – Das Volksgericht Linhai hat Zhang Xiaomai, den Inhaber eines Onlinebuchladens, wegen des Onlineverkaufs importierter christlicher Literatur zu sieben Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 26’000 € verurteilt.
  • Frühling 2020 – Im Dorf Yangzai schließen die örtlichen Behörden die Kirche Flowing Stream und wandeln sie in ein Kulturzentrum um, um den chinesischen Sozialismus und Nationalismus zu fördern.
  • Dezember 2019 – Pastor Wang Yi von der Early Rain Covenant Church in Chengdu (Provinz Sichuan) wird zu neun Jahren Gefängnis verurteilt.
Verfolgung in den fünf Lebenssphären 

Die neuen Religionsgesetze von 2018 und 2020 haben landesweit den Druck auf das kirchliche Leben erhöht, sowohl für die nicht registrierten als auch staatlich anerkannten Kirchen. Tausende von Kirchen wurden geschlossen und eine zunehmende Anzahl Christen eingesperrt oder dem Prozess einer «Umerziehung» zugeführt.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
17
Rang im letztjährigen Index: 
23