China
Flagge
Regierungschef
Xi Jinping
Bevölkerung
1 415 046 000
Christen
97 200 000
Hauptreligion
Traditioneller chinesischer Glaube / Atheismus
Staatsform
Kommunistisches Einparteiensystem


Überblick

Die kommunistische Regierung verstärkt ihren Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft mit einer Rückkehr zur kommunistischen Ideologie und entsprechender Rhetorik. Die Kontrolle durch den Einsatz von Kameras und im Internet nimmt zu. Die tibetische Minderheit und die Muslime in der Provinz Xinjiang werden noch stärker überwacht.
 

Zur Situation der Christen

  • Die Kirchen in China lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die bei den Behörden registrierten und die nicht-registrierten, die sich in viele verschiedene Konfessionen aufteilen. Es gibt Christen mit einem muslimischen Hintergrund in der Provinz Xinjiang und Christen im Tibet buddhistischer Herkunft. Wird ihr Glaube offenbar, besteht die Gefahr, dass sie bedroht, körperlich misshandelt und den örtlichen Behörden übergeben werden.
  • Alle Kirchen gelten als Bedrohung. Neue Vorschriften bezüglich Religion und eine strengere Durchsetzung der gesetzlichen Grundlage schränken die Ausübung ernstlich ein.
  • Der ersten Spuren des Christentums stammen aus einer Inschrift aus dem Jahr 635. Unter der Ming-Dynastie war das Christentum verboten. Die Katholiken erreichten China im 16. Jh., die Protestanten im frühen 19. Jh. Während der kommunistischen Ära war jede religiöse Aktivität verboten, aber das Christentum überlebte gerade auch in dieser Zeit und nahm in außergewöhnlicher Weise zu.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 30. August 2018 – In einer Petition fordern 279 Kirchenleiter aus 21 verschiedenen Provinzen die Behörden auf, die «gewalttätige und ungerechte Aktionen» gegen Christen einzustellen. Die Unterzeichner sprechen dabei von «Machtmissbrauch» und der «Verletzung der Religions- und Gewissensfreiheit».
  • 1. Februar 2018 – Im revidierten Religionsgesetz behauptet die Regierung, das Wohl des Kindes in den Vordergrund zu stellen, indem sie jungen Menschen unter 18 Jahren den Besuch einer Kirche oder den Besuch des Religionsunterrichtes untersagt. In der Provinz Zhejiang waren Hunderte von Schülern gezwungen, ihren Glauben zu verleugnen, indem sie in einem Formular bestätigen mussten, keiner Religion anzugehören.
  • 9. Januar 2018 – Eine große Kirche in Linfen, in der Provinz Shanxi wurde abgerissen. Die Behörde begründete den Abbruch des Gebäudes, in dem sich rund 50 000 Christen trafen, mit der Begründung, die Verantwortlichen besetzten «illegal landwirtschaftliche Flächen».
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Muslime und Buddhisten
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Trotz der Größe des Landes und der Vielfalt der Kirchen lässt sich der erhöhte Druck auf die Kirchen überall feststellen. Die Kommunistischen Partei setzt das neue Religionsgesetz rigoros durch, was zur Zerstörung von Kirchen und zur Verhaftung vieler Christen führt.
  • Wenig überraschend nehmen dadurch die Repressionen im zivilen Leben zu. Der bis anhin konstante Druck im Privat- wie Familienleben hat 2018 zugenommen. Das bedeutet ein alarmierender Wendepunkt in Bezug auf die Religionsfreiheit.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
27
Rang im letztjährigen Index: 
43