Kolumbien
Flagge
Regierungschef
Iván Duque
Bevölkerung
50 220 000
Christen
47 706 000
Hauptreligion
Römisch-katholisch 90% / Andere 10%
Staatsform
Republik


Überblick

Der im Juni 2018 gewählte Präsident Ivan Duque steht weiterhin vor zwei großen Herausforderungen: der Umsetzung des Friedensabkommens mit der FARC und dem Kampf gegen korrupte Machenschaften. Die Kriminalität im Land ist hoch. Dazu gehören Drogen, mafiöse Netzwerke und vom Friedensabkommen ausgeschlossene Rebellengruppen. Das Land hat auch mit einer großen Immigration, die die Wirtschaft belastet, von Venezolanern zu kämpfen. Die Verfolgung ist in abgelegenen Gebieten stärker ausgeprägt und äußert sich oft durch Gewalt. Christen werden verfolgt, weil sie sich im Allgemeinen den kriminellen Betrügereien der Guerillas und dem organisierten Verbrechen widersetzen. Sie prangern Korruption und Gewalt an, verteidigen die Menschenrechte und kümmern sich um junge Menschen, damit sich diese nicht bewaffneten Gruppen anschließen. Hinzu kommt nun die Gesundheitskrise, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wird. 

Das Christentum erreichte Kolumbien nach 1492 mit den spanischen Eroberungen. Die katholische Kirche gewann in der Folgezeit so große Macht, dass es zu Spannungen mit den politischen Machthabern kam und das zur Verfolgung der Kirch führte. Im Jahr 1886 wurde das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in der Verfassung verankert. Ab Mitte des 19. Jh. verlor die katholische Kirche durch das Aufkommen protestantischer Strömungen mehr und mehr an Einfluss.

Zur Situation der Christen

Über 90% der Christen sind katholisch. Protestanten aller Konfessionen machen die restlichen 10% aus. Zusätzlich gibt es eine sehr kleine orthodoxe christliche Minderheit (ein paar Tausend).

Ein Teil der Gewalt, die von Guerilla- und kriminellen Organisationen ausgeübt wird, zielt auf die Kirchenleitung, auf Pastoren, die bedroht, belästigt, erpresst oder ermordet werden. Innerhalb der indigenen Gemeinschaften tritt eine starke Feindseligkeit gegenüber christlichen Missionaren auf. Die Christen innerhalb der amerikanischen Ureinwohner werden von ihren Stammesgenossen abgelehnt, angegriffen und eingesperrt. Man beraubt sie ihrer Rechte und beschlagnahmt ihr Land. Die Säkularisierung der Gesellschaft übt einen zusätzlichen Druck auf Christen aus, die als konservativ belächelt werden.

Beispiel der Verfolgung 

Mai 2020 – Zwei Christen wurden während eines Gebetstreffens verhaftet und in ein Gefängnis am Fuße einer sehr abgelegenen Bergkette gesperrt. Anführer der amerikanischen Ureinwohner beschuldigen die Gläubigen, für die Covid-19-Pandemie verantwortlich zu sein. Christen würden die «Harmonie dieser ländlichen Gebiete», wie die Anführer es nennen, stören. Das kommt besonders beim Stamm der Arahuaco-Indianer vor, die in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens leben.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Der Druck hat in allen Bereichen des täglichen Lebens zugenommen. Kriminelle Gruppen (ELN, FARC, Paramilitärs, Drogenhändler usw.) nutzen die Covid-19-Krise aus und gewinnen in ländlichen Gebieten Boden. Sie schüchtern die Christen ein und zwingen sie zum Schweigen. Das ging sogar so weit, dass sie 16 von ihnen töteten.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen, systematische Korruption

Christenverfolgung

Rang im Index: 
30
Rang im letztjährigen Index: 
41