Kolumbien
Flagge
Regierungschef
Iván Duque
Bevölkerung
49 465 000
Christen
46 955 000
Hauptreligion
Römisch-katholisch 90% / Andere 10%
Staatsform
Republik


Überblick

Nach 50 Jahren Bürgerkrieg zwischen den FARC-Rebellen und der kolumbianischen Regierung wurde am 30. November 2016 endlich ein Friedensabkommen ratifiziert. Die Rebellen gaben ihre Waffen ab und begannen, politische Parteien zu bilden. Doch noch herrscht nicht überall Friede. Das Land ist in einem hohen Maß verseucht durch die Kriminalität mafiöser Netzwerke, des Drogenhandels und paramilitärischer Gruppen, die sich nicht in das Friedensabkommen einbinden liessen. Die Behörden verschliessen die Augen davor. Das verschlimmert die Situation der Christen, die in Gebieten leben, die von diesen Gruppen kontrolliert werden. Durch die Korruption haben sie niemanden, an den sie sich wenden können, um Misshandlungen anzuzeigen und Gerechtigkeit zu erhalten. In diesen von kriminellen Banden besetzten Gebieten stellen christliche Pastoren oft die einzigen Autoritätspersonen dar. Sie fungieren als Vermittler und versuchen, oft unter Lebensgefahr, die Sicherheit ihrer Gemeindemitglieder und der Bevölkerung zu gewährleisten. Sie sind aus diesem Grund eine bevorzugte Zielscheibe dieser Banden. 

Zur Situation der Christen

In den von ihnen kontrollierten Gebieten drohen die kriminellen Gruppen mit der Tötung von Christen, die sich ihrer Autorität widersetzen oder sich weigern, Schutzgeld zu zahlen. Christen der indigenen Stämme werden zusätzlich verfolgt, weil sie als Bedrohung der indigenen Tradition angesehen werden.

Beispiele der Verfolgung

  • Sommer 2017 – Rund 300 Zauberer versammeln sich – sie wollen der Präsenz der Christen ein Ende bereiten. Die Häuptlinge der Indianervolksgruppen (Arhuacos, Kogis, Wiwas, Kankuamos u.a.) bedauern, dass sich junge Menschen von den traditionellen schamanischen Ritualen abwenden. Indigene Christen aus diesen Volksgruppen sehen sich der Folter, der Beschlagnahme ihres Landes und ihres Eigentums oder gar der Verbannung aus der Gemeinschaft gegenüber.
  • April 2016 – Pastor Norberto Duran wird erschossen, weil er sich weigert, Geld an eine kriminelle Organisation zu zahlen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
47
Rang im letztjährigen Index: 
49