Äthiopien
Flagge
Regierungschef
Abiy Ahmed
Bevölkerung
107 535 000
Christen
64 037 000
Hauptreligion
Christentum (Orthodoxie)/Islam
Staatsform
Bundesstaatliche Republik


Überblick

Zwischen 2015 und 2017 war das Land Schauplatz von Gewalt und Massendemonstrationen. Die äthiopischen Behörden riefen daraufhin am 9. Oktober 2016 für sechs Monate den Ausnahmezustand aus und haben diesen einmal verlängert. 

Damit die religiöse Lage in Äthiopien besser zu verstehen ist, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Die Gesellschaft ist einerseits in Stämmen gegliedert und die Zugehörigkeit zum Islam in einigen Regionen, wie z.B. Afar, eng mit der Identität verknüpft und das Christentum nicht gern gesehen.
  • Die Regierung verhindert mit aller Macht das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit. Abweichende Meinungsäusserungen und religiöse Institutionen werden kontrollieren.
  • Die äthiopisch-orthodoxe Kirche selber hat ein widersprüchliches Verhältnis sowohl zu den evangelischen Christen wie zu den eigenen reformatorischen Strömungen in ihren eigenen Reihen.

Zur Situation der Christen

Die neuzeitlichen evangelischen Gemeinschaften wachsen, werden aber von Muslimen und der äthiopisch-orthodoxen Kirche verfolgt. Letztere ist selber Opfer des radikalen Islam, was die Komplexität der Situation im Land nur allzu verdeutlicht.

Beispiele der Verfolgung 

  • 16. Juli 2017 – In Hirna wird ein 27-jähriger Christ von Muslimen mit einer Machete angegriffen, während er allein zu Hause ist. Der Mann ist als Evangelist bekannt und muss sich nach dem Angriff einer Notoperation unterziehen, weil er lebensgefährlich verletzt wurde.
  • 11. Juni 2017 – Die Pfingstkirche von Tikil Dingaye in der Provinz Amhara wird von einer Gruppe Fanatiker verwüstet. Die Männer greifen die anwesenden Christen an und stehlen ihr Geld. Nach der Attacke wird die Kirche von den Behörden geschlossen.
  • 16. November 2016 – Vier junge Mädchen, drei davon noch minderjährig, werden in Babile vom Gericht zu einer einmonatigen Haftstrafe verurteilt, weil sie mit christlicher Literatur «zu religiöser Gewalt» angestiftet haben sollen. Am 22. Dezember 2016 werden Deborah (18), Eden (15), Gifti (14) und Mihiret (14) wieder freigelassen.

 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
28
Rang im letztjährigen Index: 
29