Indonesien
Flagge
Regierungschef
Joko Widodo
Bevölkerung
269 536 000
Christen
32 790 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Indonesien gilt als demokratisches Land mit Pressefreiheit. Aber in den letzten Jahren verlor ein gemäßigter Islam an Boden und die Gesellschaft hat sich radikalisiert. Religiöse Minderheiten erlitten gewalttätige Angriffe. Trotz der im Land grassierenden Korruption verliefen die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 17. April 2019 friedlich und Joko Widodo wurde wiedergewählt.

Die Situation der Christen

  • Christen sind in über 300 verschiedene Konfessionen unterteilt. Die wichtigsten Vertreter sind die römisch-katholische, die reformierte und die lutherische Kirche.
  • Am schwierigsten stellt sich die Situation in West-Java oder Aceh dar, wo radikale Islamisten sehr aktiv sind. Sobald eine christliche Gemeinschaft die Botschaft des Evangeliums nicht diskret innerhalb ihrer Mauern zum Ausdruck bringt, wird sie zur Zielscheibe. Für nicht-traditionelle Kirchen ist es schwierig, eine Genehmigung für den Bau neuer Gebäude zu erhalten. Die Situation verschlechtert sich je fundamentalistischer die Gesellschaft wird.
  • Viele Christen mit einem muslimischen Hintergrund werden von ihren Familien verfolgt. Sie werden isoliert, beschimpft und aus dem Elternhaus gejagt. Ein kleiner Prozentsatz der Konvertiten ist mit körperlicher Gewalt konfrontiert.
  • Kinder von Christen werden geächtet und beschimpft. In einigen Gebieten verbieten muslimische Familien ihren Kindern regelmäßig, mit christlichen Freunden zu spielen. Sie werden als Ungläubige bezeichnet und manchmal von den Lehrern verspottet, die sie in der hinteren Reihe des Klassenzimmers sitzen lassen.
  • Die ersten Christen waren im Jahr 1511 katholische Kaufleute aus Portugal. 1605 vertrieben die Niederländer die Portugiesen und die indonesische Kirche erhielt für 300 Jahre eine protestantische Prägung. Die Erweckungen im 20. Jh. führten zu einem großen Gemeindewachstum.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 30. Juli 2019 – In Yogyakarta hoben die örtlichen Behörden im Januar 2019 die Baugenehmigung für eine Kirche auf. Der Grund sei gewesen, dass die Gemeinde Anforderung nicht eingehalten habe, die an häufig genutzte Gebäude gestellt würden. Zuvor hatte die Bevölkerung die Christen mit feindseligen Plakaten an vielen Orten eingeschüchtert.
  • Im Jahr 2019 – Christen mit muslimischem Hintergrund wurden von ihren Familien eingesperrt und man beschlagnahmte ihre Mobiltelefone.
  • Im Dezember 2018 – Auf dem öffentlichen Friedhof von Giriloyo in Magelang/Zentraljava wurden 11 Kreuze geschändet. Der Vorfall ereignete sich kurz nach einem anderen Vorfall, bei dem Dorfbewohner in der Nähe der Stadt Yogyakarta die Entfernung eines Kreuzes auf einem katholischen Grab forderten.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Gafataris, Ahmadis, Schiiten, Bahai

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Der Druck auf die Christen bleibt insgesamt hoch, auch wenn sich das Ausmaß der Gewalt im Vergleich zum letzten Jahr halbiert hat. Dieser Druck ist in der Gemeinschaft und in der Familie spürbar, was typisch für die Lage ist, in der sich Christen nach ihrer Konversion vom Islam befinden.
  • Die Situation für Christen stellt sich in diesem Archipel, der sich über fast 5000 Kilometer erstreckt, von Region zu Region sehr unterschiedlich dar. Es gibt Regionen und Gebiete, wo zahlreiche islamische Regeln gelten, wie die Scharia in der Provinz Aceh, andere Gebiete oder Inseln aber, z. B. Bali, stehen unter dem Einfluss des Hinduismus oder Animismus.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, religiöser Nationalismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
49
Rang im letztjährigen Index: 
30