Iran
Flagge
Regierungschef
Ali Chamene’i
Bevölkerung
82 012 000
Christen
800 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Republik


Überblick

Die Islamische Republik Iran ist ein autoritäres Regime, das weder die Menschenrechte noch die Religionsfreiheit achtet. Die Wiederaufnahme der US-amerikanischen Sanktionen im Mai 2018 hat zu regierungsfeindlichen Demonstrationen geführt, die den Druck des Regimes auf die Gesellschaft und gegen alles verstärkt haben, was als westlichen Einfluss zu verstehen ist, inklusive Christentum.
 

Zur Situation der Christen

  • Die iranische Kirche besteht aus historischen Kirchen (armenisch und assyrisch), ehemaligen muslimischen Konvertiten und nicht-traditionellen Gemeinschaften wie evangelischen Protestanten.
  • Christen muslimischer Herkunft sind am stärksten von der Verfolgung durch Regierung, Angehörige und Gesellschaft betroffen. Gemeindeleiter werden verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen «der Verletzung der nationalen Sicherheit» zu schweren Haftstrafen verurteilt. Die traditionellen Kirchen werden vom Staat zwar anerkannt und geschützt, aber ihre Mitglieder als Bürger zweiter Klasse behandelt.
  • In den ersten Jahrhunderten war die Kirche im Iran noch tief verwurzelt. Im 7. Jh. mit der Ankunft des Islam verlor sie ihren Einfluss, ist aber nie ganz untergegangen. Im 18. und 19. Jh., mit den protestantischen Missionaren erfuhr sie einen Aufschwung. In den vergangenen stieg die Anzahl Konvertiten aus dem Islam so stark, dass sich die Regierung gezwungen sah, Gegenmaßnahmen (Überwachung, Verhaftungen, Drohungen, ...) zu ergreifen, um dieses Wachstum zu stoppen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 16. November 2018 – Behnam Ersali und Davood Rasooli, 2 iranische Christen, wurden von Sicherheitskräften in ihren Heimen verhaftet, der eine in Kardsch (Karaj), der andere in Maschhad. Sie hatten vereinbart, sich an diesem Tag zu treffen.
  • 25. Juli 2018 – Ramil Bet-Tamraz wird wegen «illegaler Aktivitäten bezüglich Hauskirchen» zu einer 4-monatigen Haftstrafe verurteilt. Er wurde im August 2016 bei einem Picknick in den Bergen mit seinen Freunden verhaftet. Ramil ist der Sohn des assyrischen Pfingstpfarrers Victor Bet-Tamraz, der 2017 zu 10 Jahren Gefängnis, und dessen Frau zu 5 Jahren, verurteilt wurde. Die iranischen Behörden benutzen illegale Versammlungen von Christen als Vorwand, um sie der Spionage zu beschuldigen.
  • 10. Januar 2018 – Zwei im Juli 2017 in Schiraz verhaftete Christen, Eskander Rezaie und Soroush Seraie, wurden wegen «Verletzung der nationalen Sicherheit, Proselytenmacherei und Versammlungen in Hauskirchen» zu je 8 Jahren Gefängnis verurteilt.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Bahai, sunnitische Muslime und Sufis
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

Selbst die offiziellen Kirchen stehen unter großem Druck. Ihre Meinungsfreiheit ist sehr eingeschränkt und ihre Kultusfreiheit hängt von der Verwendung ihrer Stammessprachen ab. Es ist verboten, während der Gottesdienst Farsi, die iranische Nationalsprache, zu sprechen. Eine beträchtliche Anzahl Christinnen, die den Islam verlassen haben, werden mit radikalen Muslimen zwangsverheiratet, was zum hohen Wert bezüglich Gewalt beiträgt.

Der Druck der Regierung und die Gewalt gegen Christen (Inhaftierung, Überfälle auf Hauskirchen) nimmt relativ konstant zu. Die Wahl von Präsident Rohani, der als moderat gilt, hat an der antichristlichen Dynamik nichts geändert.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
9
Rang im letztjährigen Index: 
10