Kenia
Flagge
Regierungschef
Uhuru Kenyatta
Bevölkerung
52 215 000
Christen
42 820 000
Hauptreligion
Christentum (Islam im Nord-Osten)
Staatsform
Republik


Überblick

Seit 2017 verbessert sich die Lage bezüglich Freiheit und Pressefreiheit. Die Regierung garantiert die Religionsfreiheit und stärkt die Unabhängigkeit der Justiz. Islamische Gerichte sind nur noch für Muslime bestimmt, die diese nutzen wollen. Nach wie vor leidet das Land aber unter Korruption und einer schwachen Polizei.

Die Situation der Christen

  • Kenia ist ein überwiegend christliches Land. Doch in Gebieten mit einer stark radikalisierten muslimischen Bevölkerung treten Verfolgungen auf. Christen, die in überwiegend muslimischen Regionen leben, werden in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt und beim Zugang zu Leistungen der Behörden diskriminiert. Für die wenigen Christen muslimischer Herkunft ist die Situation noch schlimmer.
  • Christen muslimischer Herkunft im Grenzgebiet zu Somalia leben in der ständigen Angst vor Übergriffen, auch durch ihre engsten Verwandten. Islamische Extremisten zögern nicht, sie zu attackieren. Viele wurden bereits wegen ihres Glaubens getötet oder mussten ihre Kirchen schließen und die Region verlassen. Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab hat die lokale Bevölkerung infiltriert, um die Aktivitäten der Christen zu überwachen.
  • Das Christentum kam im 16. Jh. mit den Portugiesen nach Kenia. Diese wurden jedoch bereits wieder im Jahr 1698 von Streitkräften des Oman vertrieben. 1844 ließen sich die ersten protestantischen Missionare im Land nieder.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 16. Mai 2019 – Mehrere Kirchen werden verwüstet, nachdem sich jemand über die Lärmbelästigung durch eine Gruppe von Muslimen beschwert hat. Diese benutzten eine Lautsprecheranlage, um eine öffentliche Debatte zu führen. Autos und das Eigentum von Christen werden als Vergeltung in Brand gesteckt.
  • Im März 2019 – Ein Pastor wurde in der Nacht von Unbekannten vor seinem Haus schwer verprügelt. Vor dem Überfall hatte er bereits mehrere Morddrohungen erhalten. Die gesamte Familie des Pastors ist durch diesen Angriff traumatisiert.
  • 19. Januar 2019 – Ein Konvertit in einem Vorort von Nairobi wird von Polizeibeamten verprügelt und dann verhaftet, weil er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Jede Person, die nicht nach dem sunnitisch-muslimischen Islam lebt, gewärtigt die Verfolgung durch Al-Shabaab.

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Konvertiten aus dem Islam sehen sich auch im Privatleben einem starken Druck ausgesetzt: Wer seine Bekehrung offenbart oder im Besitz einer Bibel erwischt wird, riskiert vor allem in der Küstenregion und im Nordosten Prügel oder sogar den Tod, entweder durch al-Schabaab oder ihre muslimische Gefolgschaft.
  • Die im Nordosten des Landes lebenden Christen leben unter der ständigen Angst, jederzeit angegriffen zu werden. Die Anschläge in Mombasa, Mandera, Garissa, Wajir und Lamu gehen auf das Konto der terroristischen al-Schabaab, die unterstützt wurden durch die örtliche Bevölkerung. Viele Christen entschließen sich darum, in das Zentrum des Landes umzuziehen.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus und systematische Korruption

Christenverfolgung

Rang im Index: 
44
Rang im letztjährigen Index: 
40