Nordkorea
Flagge
Regierungschef
Kim Jong-Un
Bevölkerung
25 611 000
Christen
300 000
Hauptreligion
Juche-Ideologie
Staatsform
Volksrepublik


Überblick

In Nordkorea herrscht weiterhin ein sich von der Welt abschottendes Regime. Kim Jong-Uns Machtergreifung brachte weder eine wirtschaftliche noch eine diplomatische Öffnung: Ganz im Gegenteil, Nordkorea isoliert sich noch mehr. Kriegsrhetorik des Führers und Raketenbeschuss führen zu einer Verhärtung der Fronten in der internationalen Gemeinschaft. Der siebte Parteikongress im Jahr 2016 stärkte die Ideologie und die Rolle des Staatsoberhauptes. Die Grundlage der Herrschaft durch Kim Jong-Un steht auf zwei ideologischen Pfeilern: Auf der als «Juche» bezeichneten politischen Ideologie mit dem Fokus auf Autarkie und Selbstständigkeit und dann auf dem extremen Personenkult um seine Figur als «Grosser Führer». Das Christentum wird nach wie vor als schädlicher Gedanke aus dem Westen wahrgenommen und soll ganz ausgerottet werden. Gesellschaft, Nachbarn und Familienmitglieder werden dahingehend indoktriniert, Personen, die sie als Christen verdächtigen, den staatlichen Institutionen zu melden. Christen, denen es nicht gelingt, ihren Glauben geheim zu halten, werden verhaftet, in Lager gesteckt oder zusammen mit ihren Angehörigen hingerichtet. Mehrere Zehntausend Christen sind inhaftiert oder in Zwangsarbeitslagern interniert.

Zur Situation der Christen

  • Die Christenverfolgung in Nordkorea dauert nun schon länger als sechzig Jahre. Vor 1945 gab es etwa 500 000 Christen. Pyongyang, die heutige Hauptstadt, erhielt sogar den Spitznamen «Jerusalem des Ostens». Seit 1955 werden alle sichtbaren Spuren des Christentums ausgelöscht. Diktator Kim Il-Sung und sein Sohn Kim Jong-Il zögerten nicht, christliche Familien auf vier Generationen zurück zu brandmarken.
  • Während der Hungersnot der 1990er Jahre wurde die Grenze zu China durchlässiger und Nordkoreaner kamen in Kontakt mit dem Christentum. Chinas kompromisslose Migrationspolitik allerdings, alle nordkoreanischen Flüchtlinge als Illegale in ihr Herkunftsland zurückzuschicken, verurteilte sie zum sicheren Tod. Insbesondere dann, wenn sie mit chinesischen Christen in Kontakt gekommen sind.
  • Die nordkoreanische Kirche existiert vollkommen im Untergrund und ist geheim. Der Staat übt unbeschreiblichen Druck auf die Christen aus. Selbst Kinder werden angehalten, ihre gläubigen Eltern zu denunzieren.

Beispiele der Verfolgung

Diese Beispiele betreffen einzelne Christen und sind nicht repräsentativ, denn die Verfolgung nordkoreanischer Christen kann aus Sicherheitsgründen nicht publik gemacht werden.

  • 9. August 2017 – Der koreanisch-kanadische Pastor Lim Hyeun-Soo wurde aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen. Er war zu einer lebenslangen Strafe verurteilt worden, weil er «versucht hatte, die Regierung zu stürzen», während er sich an einem humanitären Projekt beteiligte. Er erzählt: «Im Winter musste ich Löcher in den gefrorenen Boden graben. Es war schrecklich: Ich schwitzte am ganzen Körper, während die eisige Kälte meine Finger und Zehen quälte.»
  • 3. Juni 2017 – Vermutlich aufgrund einer Denunziation wird der 61 Jahre alte Kim Seung-Mo bei seiner Rückkehr aus China verhaftet, nachdem er in der Grenzprovinz Jilin seine christliche Familie besucht hatte.
  • 6. Mai 2017 – Kim Hak-Song, ein amerikanischer Christ, wird an der Pyongyanger University of Science and Technology verhaftet, als er im Begriff war, das Land zu verlassen. Man beschuldigt ihn, «feindliche Handlungen gegen den Staat» zu begehen, weil er die Nordkoreaner lehre, sich über eine Versuchsfarm selber zu versorgen.

Christenverfolgung

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