Kuwait
Flagge
Regierungschef
Nawaf al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah
Bevölkerung
4 303 000
Christen
513 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Rechtsstaatliches Emirat


Überblick

Kuwait ist der erste Golfstaat mit einem Emir an der Spitze, der ein Parlament zulässt. Frauen dürfen wählen und sich auch zur Wahl stellen. Kuwait ist auch das Land der Golfregion, in dem die individuellen Freiheiten und die Pressefreiheit am ehesten respektiert werden. Allerdings werden eingewanderte Arbeitnehmer diskriminiert. Die Religionsfreiheit ist sehr eingeschränkt und die Gesellschaft organisiert sich nach einem konservativen Islam. Aus dem Ausland eingewanderte Christen machen die Mehrheit der christlichen Gemeinde aus. Sie sind relativ frei darin, ihren Glauben leben zu können. Allerdings gibt es nicht genügend Gottesdienstlokalitäten, was zu Spannungen zwischen den Konfessionen führt. Es ist sehr schwierig, Räumlichkeiten zu erhalten, um daraus eine Versammlungsstätte zu machen. Die Minderheit der christlichen Gemeinschaft setzt sich aus Christen mit einem muslimischen Hintergrund zusammen.

Bereits im 4. Jh. lassen sich Spuren des Christentums finden, wie archäologische Ausgrabungen einer Kirche und eines Klosters belegen. Dank der Protestanten erschien das Christentum dann wieder im Jahr 1903. 1926 wurde die erste anglikanische Kirche gebaut und nach der Entdeckung der Ölvorkommen im Jahr 1937 brachten Gastarbeiter ihre unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen mit.

Zur Situation der Christen

Eine neue Gottesdienstlokalität zu finden, ist für die Arbeitsmigranten höchst schwierig. Denn Kirchen können nur von kuwaitischen Staatsbürgern gebaut werden. Doch keiner von ihnen will das Risiko eingehen, damit auf seine Konversion hinzuweisen. Für einheimische Christen mit muslimischem Hintergrund sind diese Gebetsstätten eh verboten.

Am meisten leiden die Christen, die aus einem muslimischen Umfeld stammen, egal, ob sie aus dem Ausland zugewandert oder einheimisch sind. Sie werden verfolgt von ihren Familien und Verwandten, diskriminiert, schikaniert, von der Polizei beobachtet, eingeschüchtert und von den radikalen Islamisten bedroht. Sie gewärtigen rechtliche Schwierigkeiten, da es gesetzlich verboten ist, dass sie ihre Religion wechseln. Der Übertritt zu einer anderen Religion als des Islam wird offiziell nicht anerkannt. Dass Christen wegen ihres Glaubens getötet oder verhaftet werden, kommt sehr selten vor.

Kuwait ist ein kleines Land mit der Hauptstadt Kuwait-Stadt als Nervenzentrum. Die Verfolgung, der sich Christen gegenüberstehen, hängt weit mehr von der Gemeinschaft ab, in der sie leben, als vom geografischen Ort, wo sie leben. Konvertiten werden von ihren Familien unter Druck gesetzt, und Einwanderer, außer die aus dem Westen, werden von ihren Arbeitgebern diskriminiert.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Die Familie bleibt die Hauptquelle der Verfolgung in Kuwait. Konvertiten, die den Islam verlassen, bringen Schande über ihre Familien, die ihnen ihren Anteil am Erbe verweigern werden. Nach islamischem Recht übernehmen die Kinder die Religion ihres Vaters. Die Kinder eines Konvertiten bleiben in den Augen des Staates jedoch Muslime. Außerdem kann eine kuwaitische Frau nicht legal einen Nicht-Muslim heiraten, während das Gegenteil jedoch erlaubt ist. Die Organisation einer christlichen Hochzeit oder Beerdigung bleibt für Christen mit muslimischem Hintergrund unmöglich: Das sind nur einige wenige Beispiele der Schwierigkeiten im Privat- und Familienleben. Die Weitergabe des christlichen Glaubens, selbst im privaten Bereich, gefährdet nicht nur die Konvertiten, sondern auch ausländische Christen laufen dadurch Gefahr, einer missionarischen Tätigkeit beschuldigt und dann ausgewiesen zu werden.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
48
Rang im letztjährigen Index: 
43