Mali
Flagge
Regierungschef
Bah N'Daw
Bevölkerung
20 284 000
Christen
467 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Als islamische Extremisten im Jahr 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen, wurden Kirchen niedergebrannt und Christen mussten fliehen. Das hat noch heute Auswirkungen auf diejenigen, die ihr Zuhause verloren haben oder keine Kirche mehr besuchen können. Obwohl einige Christen unter Polizeischutz in den Norden zurückkehrten, leben sie weiterhin unter der Bedrohung durch islamistische Übergriffe.

Die ersten Christen, die nach Mali kamen, waren 1895 die sogenannten «weißen Väter» einer katholischen Mission. Protestantische Christen erreichten Mali erst im Jahr 1919. Der erste afrikanische Priester wurde im Jahr 1936 geweiht und 1962 der erste malische Bischof.

Zur Situation der Christen

Die Mehrheit der Christen ist römisch-katholisch. Sie lebt zur Hauptsache im Süden des Landes, einige Gemeinden werden durch die Aktivitäten radikaler Islamisten im Norden Malis bedroht. Die Gebiete, in denen Dschihadisten und Fulani-Hirten aktiv sind, sind die Regionen des Landes mit einer besonders intensiven Verfolgung: Das trifft vor allem auf den Norden und Nordosten des Landes sowie einige Orte im Süden zu.

Im Norden bleibt der öffentliche Ausdruck des Glaubens gefährlich. Missionare leben unter der ständigen Bedrohung, entführt zu werden. Ein Muslim, der Christ wird, sieht sich dem (manchmal gewalttätigen) Widerstand seitens Familie und Freunden gegenüber.

Im Süden genießen die Christen zwar etwas mehr Freiheit, aber die Bedrohung durch Islamisten nimmt zu. Diese nutzen die politische Instabilität und die Gesundheitskrise infolge Covid-19 aus, um ihre Kontrolle zu festigen.

Beispiele der Verfolgung
  • September 2020 – Der Tod von Beatrice Stöckli, einer Schweizer Missionarin, wurde von der französischen Geisel Sophie Pétronin bestätigt. Beatrice wurde Berichten zufolge von Terroristen der Dschamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin hingerichtet.
  • 2. und 3. Juni 2020 – Bei einem dschihadistischen Angriff wurden in drei Dörfern mit mehrheitlich christlicher Bevölkerung in Zentralmali 27 Menschen getötet. Die Angreifer kamen auf Motorrädern in die Dörfer Bankass, Koro und Tillé, blieben bis zum nächsten Tag und töteten Menschen aus nächster Nähe oder verbrannten sie bei lebendigem Leib. 
Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Die Ausbreitung der Gewalt nimmt alarmierende Ausmaße an. 33 Christen wurden aus Gründen, die mit ihrem Glauben zusammenhängen, getötet. Hunderte mussten aus ihren Häusern und sogar aus dem Land fliehen. Generell führt der Aufstieg des radikalen Islam und der Einfluss wahhabitischer Gruppen zu einer wachsenden Feindseligkeit gegenüber Christen.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Christenverfolgung

Rang im Index: 
28
Rang im letztjährigen Index: 
29