Myanmar
Flagge
Regierungschef
Win Myint
Bevölkerung
54 336 000
Christen
4 322 000
Hauptreligion
Buddhismus
Staatsform
Einheitliche Verfassungsrepublik


Überblick

Seit 2015 ist Aung San Suu Kyi, Friedensnobelpreisträgerin von 1991, Premierministerin, in Wirklichkeit kontrolliert aber die Armee das Land. Trotz mehrerer von der Regierung organisierter Konferenzen kam im Jahr 2019 der Friedensprozess nicht voran. Die Unterdrückung ethnischer und religiöser Minderheiten durch die Armee geht weiter, besonders im Staat Arakan und gegen Christen im Staat Kachin.
 

Die Situation der Christen

  • Die meisten Christen gehören ethnischen Minderheiten an: wie Kachin, Chin, Karen und Shan. Sie werden von der Regierung missachtet und diskriminiert. Als Analphabeten leben sie oft in großer Armut.
  • Selbst in überwiegend christlichen Staaten wie Kachin, Karen oder Shan sind die traditionellen Kirchen unter Beschuss. Als Folge der Kämpfe zwischen Armee und Rebellen in dieser Region leben mehr als 100 000 Christen in Lagern, ohne Nahrung oder sonstiger Versorgung. Christen mit einem muslimischen, buddhistischen oder Stammeshintergrund werden von ihren Familien und Gemeinschaften verfolgt und ausgeschlossen. Der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie z. B. Wasser wird ihnen verweigert. Es kommt vor, dass buddhistische Mönche eine Kirche überfallen und darauf einen Tempel errichten.
  • Das Christentum kam 1554 mit katholischen Missionaren nach Myanmar. In der ersten Hälfte des 19. Jh. entstanden unter britischem Einfluss protestantische Gemeinden. Alle ausländischen Missionare wurden dann im Jahr 1966 durch die Regierung vertrieben.
     

Beispiele der Verfolgung

  • Im August 2019 – Ein ehemaliger Buddhist und seine Familie werden unter Druck gesetzt, zum Buddhismus zurückzukehren. Nach einem Monat voller Drohungen wird der Mann erschossen und seine Familie aus dem Haus verjagt. (Aus Sicherheitsgründen können wir keine weiteren Einzelheiten bekanntgeben.)
  • Im Jahr 2019 – Junge Frauen der überwiegend christlichen Volksgruppe der Kachin werden zu Opfern des Menschenhandels. 37 Frauen von ihnen kehren aus China zurück, nachdem sie dort gezwungen wurden, ihre Kinder zu gebären. (Quelle: Human Rights Watch)
  • 2. Dezember 2018 – Im September 2018 werden christliche Studenten von einer bewaffneten Gruppe einer ethnischen Minderheit gewaltsam rekrutiert, 21 von ihnen gelang die Flucht. In Zweier. und Dreiergruppen erreichen sie die Baptistenkirche in Kyaing Tong (Shan-Staat). Einige hatten seit mehreren Tagen nichts mehr gegessen.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Rohingyas und Muslime im Allgemeinen
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Die Situation verschlechtert sich im Wa-Staat weiter. Kirchen werden geschlossen, was zu einem hohen Verfolgungswert in Bezug auf das kirchliche Leben führt. Das hohe Gewaltaufkommen spiegelt sich ebenfalls in dem wenig beachteten Krieg in Staaten mit einer großen christlichen Bevölkerung wider: so bei den Karen, Kachin und Chin, wo die «United Wa State Army» die Gemeinden beständig attackiert.
  • Die Christen im nördlichen Bundesstaat Kachin leben infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen unter äußerst schwierigen Bedingungen. Davon betroffen sind auch die Nachbarstaaten Shan und Karen im Osten Myanmars sowie der Staat Chin im Westen mit einer großen christlichen Bevölkerung.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Religiöser Nationalismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
19
Rang im letztjährigen Index: 
18