Mexiko
Flagge
Regierungschef
Andrés Manuel López Obrador
Bevölkerung
135 384 000
Christen
129 627 000
Hauptreligion
Katholizismus
Staatsform
Republik


Überblick

Wie in anderen Ländern auch nutzten kriminelle Banden die soziopolitische Instabilität rund um die Covid-19-Gesundheitskrise und bauten ihre Macht aus (territoriale Vorherrschaft). Das führte zu mehr Gewalt und machte die Christen noch verwundbarer. Die Situation ermöglichte den indigenen Gemeinschaften, härter gegen Christen vorzugehen, die sich weigerten, sich ans traditionelle Brauchtum zu halten.

Von der spanischen Eroberung (1519–1521) an bis 1872 war die römisch-katholische Kirche die einzige christliche Konfession in Mexiko. Noch heute vereint sie im Land die Mehrheit der christlichen Gläubigen, obwohl Mexiko Mitte des 18. Jh. die freie Religionsausübung erlaubt hat. Seitdem breitet sich die protestantische Kirche im Land aus, aber die Regierung hat diese Gemeinden und religiösen Vereinigungen bis 1992 nicht als juristische Personen anerkannt.

Zur Situation der Christen

Christen gelten zu Recht als Gegner von Kriminalität und Gewalt und sind deswegen ein beliebtes Ziel für gewalttätige Aktionen. Die Ermordung von christlichen Leitern und die Entführung ihrer Kinder sind keine Seltenheit. Die Korruption ist auf allen Ebenen der Gesellschaft spürbar. Christen, die sich weigern, dem Druck krimineller Banden nachzugeben, werden gewaltsam verfolgt.

In den Stammesgesellschaften der amerikanischen Ureinwohner wird die Hinwendung zum christlichen Glauben und die Praxis des christlichen Gottesdienstes als Verrat und Affront gegen die gesamte indigene Kultur und Identität des Stammes angesehen. Wer auf dem Land die traditionellen Glaubensvorstellungen ablehnt, riskiert Bußen, Gefängnis oder kann zwangsumgesiedelt werden.

Die freien Meinungsäußerungen von Christen zu Themen wie Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe, Autorität und Rechte der Eltern sowie zur Religionsfreiheit werden immer weniger gern gesehen.

Beispiele der Verfolgung
  • Juli 2021 – In Simojovel de Allende wird ein katholischer Katechist durch einen Kopfschuss ermordet. Man geht davon aus, dass die Tat im Zusammenhang mit dem Drogenhandel und dem organisierten Verbrechen steht.
  • Januar 2021 – Fünf protestantische evangelische Familien, etwa 30 Personen, darunter ein Pastor, werden inhaftiert, weil sie sich weigerten, den traditionellen Glaubensvorstellungen der Tzotzil-Maya zu folgen. Nach ihrer Freilassung werden sie vertrieben.
Das Maß der Verfolgung  

Die Ursache der Gewalt liegt bei kriminellen Netzwerken, welche die Kirche als Bedrohung ihrer Interessen ansehen. In den indigenen Dörfern im Süden des Landes werden die Rechte von Christen regelmäßig missachtet. 45 Kirchen waren das Ziel von Überfällen und wurden verwüstet. Täter waren Menschen, die sich gegen jeglichen Einfluss christlicher Werte stellen.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Systematische Korruption, ethnisch-religiöse Feindseligkeiten

Christenverfolgung

Rang im Index: 
43
Rang im letztjährigen Index: 
37