Malaysia
Flagge
Regierungschef
Mahathir Mohamad
Bevölkerung
32 042 000
Christen
2 946 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Konstitutionelle Monarchie


Überblick

Malaysia ist eine säkulare parlamentarische Monarchie, aber die Verfassung schreibt vor, dass Malaysier immer auch Muslime sind. Rechtssystem und politische Institutionen sind stark vom Islam beeinflusst. Ethnische Minderheiten werden diskriminiert. Im Mai 2018 gewann die Opposition die Parlamentswahlen. Damit stieg die Hoffnung auf mehr Gleichberechtigung.
 

Zur Situation der Christen

  • Mehr als die Hälfte der Christen sind Katholiken, wobei auch verschiedene protestantische Konfessionen, unabhängige Gemeinden und Christen muslimischer Herkunft das Spektrum erweitern.
  • Die römische katholischen und Methodistengemeinden werden von den Behörden überwacht. Ganz besonders auch die unabhängigen protestantische Gemeinden, weil sie ihren Glauben in großer Offenheit ausleben. Konvertiten haben es am schwersten, denn der Religionswechsel gilt als Verrat.
  • Nestorianische und persische Kaufleute brachten im 7. Jh. das Christentum auf die Malakka-Halbinsel. Der christliche Glaube breitete sich mit der Ankunft portugiesischer Missionare im Jahr 1511 und später durch die Briten im Jahr 1815 weiter aus. Die Gemeinden waren jedoch britischen Ausländern vorbehalten und es galt eine stillschweigende Übereinkunft, die Muslime nicht zu evangelisieren. In den späten 1970er-Jahren wies die malaysische Regierung alle Missionare aus dem Land.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 12. Juni 2018 – Die Ehefrau von Pastor Raymond Koh schreibt nach den Wahlen vom 9. Mai, die einer neuen moderaten Regierungsmehrheit Platz machten, einen offenen Brief an den Premierminister. Im Februar 2017 haben in einer Nacht-und-Nebelaktion etwa fünfzehn Personen mit drei großen schwarzen Fahrzeugen ihren Ehemann entführt. Seitdem hat sie von ihm nichts mehr gehört. Ebenfalls unterzeichnet hat den Brief die Ehefrau eines schiitischen Muslims, der ebenfalls auf mysteriöse Weise verschwunden ist.
  • 27. Februar 2018 – Das in Kuching tagende Bundesgericht weist aufgrund der Scharia den Fall von 4 ehemaligen Muslimen ab, die auf ihrer Identitätskarte die Bezeichnung ihrer Religion anpassen wollten. Menschenrechtsaktivisten finden, dass dieser Entscheid nur ein Zivilgericht fällen dürfe und nicht ein muslimisches Gericht, das sowohl Richter wie Partei ist.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Hindus und Buddhisten
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Die Wahlergebnisse von 2018 haben zwar das Gefühl der Unsicherheit bei den Christen nicht ausgelöscht, aber wenigsten die Hoffnung auf einen positiven Wandel geweckt. Der Druck im zivilen und kirchlichen Leben wie auch die Gewalttätigkeiten haben im Jahr 2018 abgenommen, was zu einem deutlichen Rückgang auf dem WVI führte. Bis sich jedoch auch Einstellung und Mentalität verändern, wird noch Zeit vergehen.
  • In den vergangenen 5 Jahren hat gesamthaft der Druck im Gemeindeleben abgenommen. Dies ist aber mehr auf den Mut und die Aktivitäten der Christen zurückzuführen als auf eine echte politische oder gesellschaftliche Veränderung. Der Höhepunkt der Gewalt war Ende 2016 mit den Entführungen mehrerer Christen, die noch immer vermisst werden.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
42
Rang im letztjährigen Index: 
23